Schauen Sie doch mal mit uns in die Kristallkugel!

Wenn Sie jetzt vermuten, dass wir uns nun auch noch mit Wahrsagerei beschäftigen wollen, möchten wir Sie beruhigen: Es geht tatsächlich um die Kristallkugel als „greifbaren“ Gegenstand und nicht als Synonym für einen spekulativen Blick in die Zukunft der Fotografie. Die besonderen optischen Eigenschaften prädestinieren gläserne Kugeln nämlich nicht nur als vielseitige Accessoires für die kreative Landschaftsfotografie, sie können auch hervorragend für aufmerksamkeitsstarke Portraits eingesetzt werden …

Portraitfotografie mit Glaskugel

Kugelförmige Glas- oder Kristallelemente fungieren physikalisch als Refraktions-Körper und brechen das Licht auf eine ganz spezielle Weise. Ähnlich einem extremen Weitwinkelobjektiv können Kristallkugeln als optische Vorsätze verwendet werden, um Motive komplett im runden Körper einzufangen oder zu verzerren. Entsprechend hat sich auch der Begriff „Refraktions-Fotografie“ etabliert. Für die Kombination mit Kristallkugeln eignen sich vor allem Makro- oder Teleobjektive, da die lange Brennweite benötigt wird, um die Motive innerhalb des Glaskörpers scharf einzufangen und gleichzeitig auch kreativ mit Unschärfen im Hintergrund arbeiten zu können. In der Landschaftsfotografie haben sich die massiven Kristall- oder Glaskugeln bereits einen festen Platz erkämpft, die Verwendung als Accessoires oder sogar dominanter Bildbestandteil bei Porträts ist aber noch vergleichsweise neu. Dabei eröffnen uns diese Refraktionskörper wirklich einzigartige Perspektiven und Einblicke, unser Erfahrung nach ergeben sich drei geeignete Einsatzarten, die wir nachfolgend kurz vorstellen möchten:

Glaskugel

1. Formatfüllender Einsatz

Kristallkugeln haften immer noch ein mystischer und exotischer Touch an, den wir gerne nutzen, um den gläsernen Rundkörper als „Hero“ abzulichten. Das gesamte Setting inklusive Porträtmodel muss dann innerhalb der Kugel Platz finden, idealerweise positionieren wir die Person genau zentriert sowie sitzend oder sogar liegend. Da das Bild in der Kristallkugel auf dem Kopf steht, müssen wir das gesamte Bild in der Präsentation dann um 180 Grad drehen, damit man das eigentliche Motiv wieder richtig herum sieht. Diese Maßnahme macht das endgültige Foto sogar noch spektakulärer, vor allem, wenn wir eine besonders dekorative Auflagefläche für die Kugel finden, die dann als eine Art „Krone“ am oberen Bildrand erscheint. Die Kugel sollte etwas über der zu fotografierenden Person liegen, um ungewünschte Reflektionen zu vermeiden. Die Unschärfen außerhalb der Kugel ergeben bei einer relativ langen Brennweite und entsprechender Blendenöffnung dann ein sehr schönes Bukeh. Je näher wir die Kamera an der Kugel positionieren, desto einfacher stellen sich die notwendigen Kamera-Einstellungen dar.

2. Platzierung im Vordergrund

Soll die Kristallkugel nicht die Hauptrolle spielen, aber vielleicht als optisches Tor zum Porträt-Model fungieren, legt man die Kugel in der vorderen Bildebene ab. Der Glaskörper nimmt dann höchstens 15 bis 20 Prozent der Bildfläche ein. Das Objektiv mit einer eher geringeren Brennweite stellt man auf die Kristallkugel scharf, Hintergrund und Model versinken dann in einer ganz bewusst gewählten Unschärfe. Diese pendelt man dann wunschgemäß zwischen ausgeprägtem Bukeh und leichtem Verschwimmen ein. Hat man bei der Platzierung der Kugel alles richtig gemacht, sieht man das Model und den Background (natürlich um 180 ° Grad gedreht) im runden Glas gestochen scharf. Dieses Setting erfordert ein paar Experimentierphasen, um den gewollten Effekt auch entsprechend erzielen zu können. Hier hat es sich bewährt, das Bild am Schluss nicht noch mal auf den Kopf zu stellen, da man den grundsätzlichen Bildaufbau ja mehr oder weniger verschwommen erkennen kann.

Portraitfotografie mit Glaskugel

3. Verwendung als dramaturgisches Accessoire

Natürlich kann man eine Kristallkugel auch einfach „nur“ als Kristallkugel benutzen. Legen Sie sie Ihrem Model vielleicht direkt in die Hand und in den verträumten Blickfokus und Sie erhalten im Handumdrehen eine neue Bild-Aussage. Kristallkugeln stehen als starkes Synonym für die gedankliche Beschäftigung mit der Zukunft und/oder neuen Ideen. Wer es noch etwas raffinierter möchte, arrangiert Model und Kugel so, dass man im Glaskörper noch ein zweites Motiv mit eigener „Geschichte“ oder Aussage sieht.


Noch ein paar Tipps

Neben diesen Bildgestaltungsvorschlägen möchten wir Ihnen noch ein paar praktische Tipps geben: Wenn Sie mit Blitz(en) arbeiten, positionieren Sie diese möglichst in der optischen Achse der Kristallkugel, damit ungewünschte Reflexionen auf der runden Oberfläche Ihnen nicht das Motiv ruinieren. Platzieren Sie die wichtigen Bildelemente möglichst in einem runden oder zumindest quadratischen Bereich, damit durch die extreme Randverzerrung die zu porträtierende Person optisch nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Hierfür sollten die Augen bzw. das Gesicht auch immer genau in der Mitte der Kugel zu sehen sein.


Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Blogartikel neue Anregungen geben konnten und freuen uns auf Ihre Kommentare und Kristallkugelbilder!

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