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Du hast deinen ersten Aufsteckblitz eingerichtet, ein paar Testaufnahmen gemacht – und stößt jetzt auf ein Menü voller Abkürzungen: Speedlite, Master, Slave, TTL, manuell. Die gute Nachricht: Dahinter steckt kein Hexenwerk, sondern ein simples Prinzip. Es geht immer nur um eine Frage: Wer sagt welchem Blitz, wann er auslösen soll?

Sobald du das einmal verstanden hast, öffnet sich dir die Tür zu Mehrblitz-Setups, wie du sie sonst nur aus dem Studio kennst.

Speedlite-Modus: Der Klassiker

Im Speedlite-Modus sitzt der Blitz direkt auf dem Blitzschuh deiner Kamera und wird über den Kontakt ausgelöst – die einfachste und direkteste Verbindung. Für den Einstieg ist das der richtige Modus: keine zusätzliche Technik nötig, Blitz drauf, loslegen.

Der Nachteil: Das Licht kommt immer aus Kamerarichtung. Für viele Motive völlig ausreichend, für gestaltetes Licht aber irgendwann limitierend – frontales Blitzlicht wirkt schnell flach.

Master-Modus: Der Dirigent

Sobald du einen zweiten Blitz frei im Raum positionieren willst, kommt der Master-Modus ins Spiel. Dabei fungiert der Blitz auf deiner Kamera als Funkfernauslöser für alle anderen kompatiblen Blitze im Raum. Du kannst dabei selbst entscheiden, ob der Blitz auf der Kamera mitblitzt oder nur als Steuerzentrale arbeitet, ohne selbst sichtbares Licht beizusteuern.

Der große Vorteil: Du steuerst von der Kamera aus, welche Blitzgruppe wie stark leuchtet – ohne dass jemand die Blitze einzeln manuell verstellen muss.

Slave-Modus: Der Empfänger

Im Slave-Modus wartet der Blitz auf ein Signal von außen – entweder von einem 
Master-Blitz oder von einem separaten Funkauslöser. Er selbst sitzt nicht auf der Kamera, sondern frei im Raum, zum Beispiel seitlich auf einem Lampenstativ, und feuert nur dann, wenn er das Auslösesignal empfängt.

Das ist der Modus, mit dem klassische Mehrblitz-Setups entstehen: ein Blitz als Hauptlicht, ein zweiter als Aufheller, ein dritter als Kicker von hinten – jeder im Slave-Modus, gesteuert über den Aufsteckblitz auf der Kamera oder Funkauslöser.

TTL oder manuell: Wer misst das Licht?

Neben den drei Grundmodi begegnet dir außerdem die Frage, ob der Blitz automatisch belichtet (TTL) oder du die Leistung selbst festlegst (manuell). TTL ist praktisch bei wechselnden Situationen, etwa auf Events, wo sich Abstand und Licht ständig ändern. Manuell lohnt sich, sobald du ein Setup einmal eingerichtet hast und konstante, wiederholbare Ergebnisse willst – etwa im Studio oder bei Produktfotos.

Für den Einstieg in Mehrblitz-Setups empfiehlt sich manuell: Du verstehst dadurch schneller, was jede Leistungsstufe tatsächlich bewirkt.

HSS und Verschlussvorhang: Zwei weitere Stellschrauben

Zwei Begriffe, die dir in fortgeschrittenen Blitzmenüs zusätzlich begegnen – und die oft für Verwirrung sorgen, weil sie unabhängig von Speedlite/Master/Slave funktionieren.

HSS (High Speed Sync): Normalerweise limitiert deine Kamera die Verschlusszeit beim Blitzen auf einen festen Wert (oft 1/200s). Willst du bei Sonnenlicht mit offener Blende blitzen – etwa um den Hintergrund freizustellen und trotzdem Aufhelllicht auf dein Motiv zu bringen – brauchst du kürzere Zeiten. HSS macht das möglich, indem der Blitz während der gesamten Belichtung mehrfach feuert statt einmal. Der Kompromiss: Die Blitzleistung sinkt spürbar, du brauchst mehr Leistung oder kürzeren Abstand zum Motiv.

Verschlussvorhang (erster vs. zweiter): Bestimmt, wann innerhalb der Belichtung der Blitz auslöst. Beim ersten Verschlussvorhang feuert er zu Beginn der Belichtung, beim zweiten kurz vor deren Ende. Bei kurzen Zeiten macht das kaum einen Unterschied – bei längeren Belichtungszeiten mit Bewegung im Bild aber schon: Auf zweiten Verschlussvorhang eingestellt, läuft die Bewegungsunschärfe hinter dem Motiv her statt davor, was deutlich natürlicher wirkt (klassisch bei Mitziehern oder Lichtspuren).

Ein einfaches Zwei-Blitz-Setup zum Ausprobieren

Ein guter Einstieg in Mehrblitz-Arbeit: ein Blitz im Master-Modus auf der Kamera, ein zweiter im Slave-Modus seitlich auf einem Lampenstativ, ausgestattet mit einer Softbox als Hauptlicht. Leistung des Master-Blitzes auf null oder sehr niedrig stellen, damit er nur steuert, nicht mitblitzt. Falls eine Einstellung auf Null nicht möglich ist, hilft es auch, den Blitzkopf nach oben zu schwenken. Schon mit dieser einfachen Kombination lässt sich der flache Kamera-Blitz-Look deutlich verbessern.

Erlebe die Kontrolle über dein Licht – und teile sie mit uns

Sobald du einmal verstanden hast, wie Master und Slave zusammenspielen, verschiebt sich dein Blick auf jede Lichtsituation. Du siehst nicht mehr nur, wo Licht fehlt, sondern wo du es gezielt hinsetzen kannst.

Wir sind gespannt auf deine Mehrblitz-Ergebnisse – zeig sie uns unter #rolleimoments und markiere @rollei_de.

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