Die Tage werden kürzer, die Luft morgens kälter, das Licht flacher – und genau das macht die Wochen zwischen Spätsommer und Frühherbst zu einer der fotografisch ergiebigsten Phasen des Jahres. Im Hochsommer dominiert oft hartes Mittagslicht: fotografisch eine Herausforderung. Der Herbst schmeichelt mit langen goldenen Stunden, Nebel in den Morgenstunden und ersten Farbwechseln im Laub. Wer weiß, wo man hinschauen muss, findet in diesen Wochen mehr Motive als fast zu jeder anderen Jahreszeit.
Wir haben zwei Bereiche rausgesucht, die von diesem Übergang besonders profitieren: Makro und Landschaft.
Makro: Die kleinen Details des Jahreszeitenwechsels
Kaum eine Jahreszeit liefert so viel Material für die Nahaufnahme wie der frühe Herbst. Die Temperaturunterschiede zwischen Nacht und Tag sorgen für Tau – und Tau ist für Makrofotografie, was das goldene Licht für Landschaftsfotografie ist.
Ein paar Motiv-Ideen für die nächsten Wochen:
- Spinnennetze mit Tau – am besten früh morgens, bevor die Sonne den Tau verdunstet. Gegenlicht lässt jeden Tropfen aufleuchten.
- Pilze und Moos – mit der feuchteren Witterung im September wird der Waldboden wieder spannend.
- Erste verfärbte Blätter – einzelne Blätter oder Grashalme, die schon Farbe zeigen, während der Rest noch grün ist. Der Kontrast macht das Bild.
- Samenstände und verblühte Pflanzen – Disteln, Gräser, Schirmblütler wirken im Gegenlicht besonders grafisch.

Eine Sache, die bei all dem oft unterschätzt wird: Je näher du herangehst, desto kleiner wird der Bereich, der scharf ist – und desto sichtbarer jede kleinste Bewegung. Ein stabiles Stativ macht hier den Unterschied zwischen einem knackscharfen Bild und einem, das man am Bildschirm doch wieder verwirft. Wer zusätzlich mit einem Fernauslöser arbeitet, nimmt sich selbst als Wackelquelle komplett aus der Gleichung – gerade bei den engen Schärfentiefen, mit denen man im Nahbereich arbeitet, zahlt sich das schnell aus.
Landschaft: Nebel, Licht und die ersten Farben
Während die Makrofotografie ins Detail geht, spielt die Landschaftsfotografie in dieser Jahreszeit mit dem großen Ganzen – vor allem mit Licht, das es so nur wenige Wochen im Jahr gibt.

Nebel als Gestaltungselement
Nebel entsteht besonders häufig an klaren, kühlen Morgen im September – ideal, um Tiefe in ein Bild zu bringen. Schichten, die sich staffeln, Bäume, die aus dem Nebel herausragen, oder eine Sonne, die sich nur schemenhaft durchkämpft: Genau diese Unschärfe macht Nebelbilder interessant. Wer hier mit langen Verschlusszeiten arbeitet, um die Bewegung des Nebels einzufangen, kommt an einem Stativ kaum vorbei – aus der Hand sind Belichtungszeiten im Sekundenbereich schlicht nicht machbar. Ein Fernauslöser verhindert zusätzlich, dass die Kamera durch den Auslösedruck verwackelt.
Tiefstehende Sonne und warmes Licht
Die goldene Stunde ist im Frühherbst länger und tiefer – die Sonne steht auch tagsüber flacher am Himmel, was für ein durchgehend weicheres Licht sorgt. Für Aufnahmen mit viel Umgebung – Waldränder, Feldwege, weite Wiesenflächen – eignet sich eine Festbrennweite im Weitwinkelbereich gut, um Raum und Stimmung gleichermaßen einzufangen. Bei einzelnen Motiven im Gegenlicht, etwa einem Baum vor tiefstehender Sonne, lohnt sich dagegen der Griff zu einer längeren Festbrennweite – die komprimiert den Hintergrund und lässt die Sonne größer wirken.

Erste Farbwechsel
Ende September beginnt bei vielen Laubbäumen die Verfärbung – meist zuerst an einzelnen Ästen oder Bäumen, bevor der große Farbwechsel im Oktober folgt. Diese frühe Phase ist fotografisch oft spannender als der spätere Vollherbst, weil der Kontrast zwischen Grün und den ersten Rot- und Gelbtönen stärker wirkt.
Ein Setup, viele Möglichkeiten
Egal für welche Idee du dich entscheidest: Ein Stativ, ein Fernauslöser und eine oder zwei Festbrennweiten decken beide Bereiche ab und machen deutlich mehr möglich, als die Ideen hier abdecken. Damit ausgerüstet, kommt es vor allem auf den richtigen Moment an – und der liegt in dieser Jahreszeit fast immer in den ersten ein bis zwei Stunden nach Sonnenaufgang.
Fang die nächsten Wochen ein, bevor der Herbst in vollem Umfang da ist – die Übergangsphase dauert nicht lange, aber sie hat es fotografisch in sich.
Zeig uns deine Spätsommer- und Frühherbst-Aufnahmen unter #rolleimoments und verlink @rollei_de – wir sind gespannt, welche Motive ihr in den nächsten Wochen findet.




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