Das Viltrox AF 16 mm F/1.8 für L-Mount ist da – und richtet sich an alle, die das Ultraweitwinkel-Shooting auf ein neues Level heben wollen. Profi-Fotograf Stephan Wiesner hatte die Möglichkeit, das Objektiv ausführlich mit der Panasonic S9 zu testen.
In diesem Beitrag erfährst du mehr über seine Eindrücke und Empfehlungen – von der Bildqualität über kreative Einsatzmöglichkeiten bis hin zu praktischen Tipps für eure Ultraweitwinkel-Fotografie.
Ob Schärfe, Verzeichnung oder Lichtstärke: Stephan hat genau hingeschaut – und wir haben seine Erfahrungen für dich zusammengefasst.
Perfekt für Videoblogging – kompakt, stabil und mitreißend weit
16 mm auf Vollformat eröffnen völlig neue Möglichkeiten beim Videoblogging. Stephan kombinierte das Objektiv mit der Panasonic S9 und dem DJI RS5 Gimbal – und das Ergebnis ist beeindruckend: Die Kamera lässt sich dank ihres geringen Gewichts problemlos einhändig tragen, der Gimbal sorgt für butterweiche Bewegungen.
Dank der Gesichtserkennung des RS5, die durch den Autofoukus des Objektivs unterstützt wird, bleibt Stephan Wiesner dabei stets im Fokus – ganz ohne manuelles Nachfassen. Wer etwas weniger Weitwinkelwirkung bevorzugt, kann in den Crop-Modus wechseln und so auf effektive 24 mm umschalten – ideal, um die klassische Weitwinkelverzerrung im Vlog-Bild zu reduzieren.
Bildschärfe – überzeugende Leistung bereits bei Offenblende
Bereits offen bei F/1.8 liefert das Viltrox 16 mm eine starke Schärfe – sowohl in der Bildmitte als auch an den Rändern. Blendet man leicht ab, steigt die Abbildungsleistung nochmals deutlich an. Damit eignet sich das Objektiv hervorragend für Landschafts- und Architekturfotografie, bei der auch Details am Bildrand gestochen scharf abgebildet werden sollen.
Bei Offenblende zeigt das Objektiv eine spürbare Vignettierung, also eine Abdunklung an den Bildrändern. Dieses Verhalten ist bei lichtstarken Ultraweitwinkeln typisch und reduziert sich deutlich beim Abblenden. In der Nachbearbeitung lässt sich die Vignettierung mit wenigen Klicks vollständig korrigieren – wer sie hingegen als gestalterisches Mittel einsetzen möchte, findet hier ebenfalls Spielraum.
Architektur und stürzende Linien – der Trick mit der Kamerahöhe
Eines der klassischen Themen beim Ultraweitwinkel ist der Umgang mit stürzenden Linien. Für bewusst dramatische Architekturfotografie lassen sie sich hervorragend einsetzen. Wer jedoch im Urlaub ein Gebäude möglichst natürlich festhalten möchte, sollte die Kamera so hoch wie möglich halten.
Wiesner demonstriert das eindrucksvoll mit einem einfachen Hocker: Der Unterschied zwischen einer tief gehaltenen Kamera, einer auf Kopfhöhe und einer auf erhöhter Position ist erheblich. Wer die Möglichkeit hat, Höhe zu gewinnen – ob durch einen Hocker, eine Leiter oder einfach ausgestreckten Armen mit Schwenkdisplay – sollte diese Chance nutzen.
Kreative Verzerrung – die Spitze an den Rand setzen
Ein besonders wirkungsvoller Tipp für Architektur und Landschaft: Bei 16 mm spielt es eine entscheidende Rolle, wo sich das Hauptmotiv im Bildausschnitt befindet. Platziert man zum Beispiel die Spitze eines Gebäudes mittig im Bild, wirkt es vergleichsweise neutral. Setzt man die Spitze hingegen bewusst an den oberen Bildrand, entsteht eine deutlich dramatischere, steilere Wirkung – der Berg wirkt höher, das Gebäude imposanter.

Diese Technik lohnt sich besonders bei moderner Architektur oder markanten Bauwerken, die von ihrer besonderen Form leben.
Kreative Porträts und Nahaufnahmen – Verzerrung als Stilmittel
Das 16 mm eignet sich nicht nur für weite Landschaften. Wiesner zeigt, wie sich der typische Weitwinkel-Verzerrungseffekt kreativ für Porträts und Produktfotos einsetzen lässt: Gegenstände oder Körperteile, die nah an das Objektiv gehalten werden, erscheinen überdimensional groß. Ein Skateboard, ein Tennisschläger, eine Faust beim Karate – all das kann zu einem starken, künstlerischen Bildmotiv werden.

Auch für Video-Thumbnails und Covers nutzt der Profi diesen Effekt regelmäßig: Das beworbene Produkt verzerrt groß in die Kamera gehalten, macht auf den ersten Blick klar, worum es geht.
Landschafts- und Nachtfotografie – Lichtstärke, die den Unterschied macht
Für Reisen und Outdoor-Abenteuer ist ein Ultraweitwinkel mit F/1.8 ein echtes Ass im Ärmel. Ob bei Dämmerung, in der Innenstadt bei Nacht oder unter dem Sternenhimmel: Eine Blende mehr gegenüber einem F/2.8-Objektiv bedeutet doppelt so viel Licht – und damit die Möglichkeit, den ISO-Wert zu halbieren.
Fazit – Ein Ultraweitwinkel für fast jede Situation
Das Viltrox AF 16 mm F/1.8 für L-Mount ist ein vielseitiges, lichstarkes Objektiv, das weit mehr kann als Gebäude und Landschaften. Wer kreativ mit Verzerrung, Nähe und Dramatik arbeiten möchte, findet hier ein ideales Werkzeug – egal ob für Foto oder Video.
Wie Stephan Wiesner es in seinem Test treffend zusammenfasst: Ein Ultraweitwinkel sollte in keiner Fototasche fehlen. Und wenn es dann noch lichtstark ist und zu einem fairen Preis kommt, gibt es eigentlich kaum einen Grund, es nicht mitzunehmen.