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Jedes Jahr im August zeigt sich am Nachthimmel das wohl bekannteste Sternschnuppen-Spektakel: die Perseiden. Zwischen dem 10. und 13. August erreicht der Meteorstrom sein Maximum – bei klarem Himmel sind bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde möglich. Und der Wunsch, das festzuhalten, ist verständlich. Nur: Ein perfektes Sternschnuppen-Foto entsteht selten zufällig. Es entsteht durch Vorbereitung, Geduld und ein bisschen technisches Verständnis.

Hier findest du die wichtigsten Tipps – für Systemkamera und Smartphone.

Wann und wo du hinschauen musst

Die Perseiden sind über mehrere Wochen aktiv, das Maximum liegt in der Nacht vom 12. auf den 13. August. In dieser Nacht lohnt sich jede Minute nach Mitternacht besonders. Die Sternschnuppen scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, das im Nordosten aufgeht – aber sie können am ganzen Himmel auftauchen. Schau nicht nur an eine Stelle, sondern lass den Blick wandern.

Was den Standort angeht: Je dunkler, desto besser. Städte, Straßenlaternen, sogar der Mond machen dir das Leben schwerer. Fahr raus – ein Feldweg, ein See, ein Hügel weit weg von Lichtquellen. Und plane genug Zeit ein: Deine Augen brauchen etwa 20 Minuten, um sich vollständig an die Dunkelheit anzupassen.

Mit der Systemkamera

Die klassische Ausrüstung für Sternschnuppen-Fotografie ist überschaubar, aber jeder Baustein zählt.

Ausrüstung:

  • Kamera mit manuellen Einstellungen
  • Lichtstarkes Weitwinkel-Objektiv (F/2.8 oder besser F/1.8). Weitwinkel deshalb, weil Sternschnuppen dort auftauchen, wo du gerade nicht hinschaust – ein weiter Bildausschnitt fängt mehr ein
  • Stabiles Stativ – bei Belichtungszeiten von 15 bis 30 Sekunden ist jedes Verwackeln sofort sichtbar
  • Fernauslöser oder Selbstauslöser, damit du beim Auslösen die Kamera nicht berührst
  • Optional ein Astroklar-Filter, wenn du in Gegenden mit Restlichtverschmutzung unterwegs bist – er reduziert den Orangestich künstlicher Lichtquellen

Einstellungen:

Natürlich sind dies nur Empfehlungen und nicht vorgeschrieben. Je nachdem, welche Aufnahmen du erzielen möchtest, können die Werte abweichen.

  • Blende: So weit wie möglich öffnen – F/1.8 oder F/2.8
  • Verschlusszeit: 15 bis 25 Sekunden. Länger nicht, sonst wandern die Sterne sichtbar und werden zu Strichen (die 500er-Regel: 500 geteilt durch die Brennweite ergibt die maximale Verschlusszeit ohne Strichspur)
  • ISO: 1600 bis 6400. Lieber leichtes Rauschen als ein zu dunkles Bild
  • Fokus: Manuell auf einen hellen Stern im Live-View Modus fokussieren bis dieser knackscharf ist. Autofokus versagt bei Sternen leider schnell mal.
  • RAW-Format: Immer. Sternenhimmel-Fotos leben von der Nachbearbeitung

Der Trick: Stell die Kamera auf Serienbild-Modus (Intervall-Aufnahme) und lass sie eine oder zwei Stunden laufen. Sternschnuppen sind nicht planbar – du triffst sie nur durch Ausdauer. Am Ende hast du zwischen 200 und 500 Bilder, aus denen du die erwischten Sternschnuppen aussortierst.

Mit dem Smartphone

Moderne Smartphones können erstaunlich viel – und für den ersten Kontakt mit Astro-Fotografie reichen sie oft aus.

Was du brauchst:

  • Ein Smartphone mit Nachtmodus oder manuellen Einstellungen (Pro-Modus)
  • Eine Handy-Halterung und ein passendes Stativ (aus der Hand geht bei diesen Belichtungszeiten nichts)
  • Idealerweise eine App für lange Belichtungen (viele Kameras haben das schon integriert)

Einstellungen im Pro-Modus:

  • Verschlusszeit auf das Maximum, das dein Handy zulässt (meist 10 bis 30 Sekunden)
  • ISO zwischen 800 und 3200
  • Fokus manuell auf einen der vielen Sterne richten
  • Falls verfügbar: RAW-Aufnahme aktivieren

Was du beachten musst:

  • Sternschnuppen sind schnell – die Chance, eine mit dem Handy zu erwischen, ist deutlich geringer als mit der Systemkamera. Stelle dich entsprechend darauf ein.
  • Halte das Handy nach jeder Aufnahme kurz still und lass es auskühlen.
  • Wenn dein Handy einen Astro-Modus hat (bei einigen aktuellen Modellen der Fall), nutz ihn – die Software kombiniert oft mehrere Aufnahmen zu einem Bild mit dramatisch weniger Rauschen

Gestalte das Bild bewusst

Egal welche Kamera: Ein reiner Ausschnitt Himmel wirkt selten stark. Was Sternschnuppen-Fotos ausdrucksstark macht, ist der Kontext.

Vordergrund einbauen: Ein einzelner Baum, eine Silhouette, ein Bergkamm, eine Person mit Rücken zur Kamera. Der Vordergrund gibt dem Bild Maßstab und macht den Himmel dramatisch, statt beliebig.

Milchstraße mitnehmen: Im August ist die Milchstraße besonders gut sichtbar. Ein Bild mit Sternschnuppe und Milchstraße im gleichen Ausschnitt ist der Klassiker.

Reflexionen suchen: Ein See, eine Pfütze, sogar eine Autolackierung – Reflexionen des Sternenhimmels sind ein starker Effekt, den viele nicht mitdenken.

Nach dem Fotografieren

Sternenhimmel-Bilder entfalten ihre volle Wirkung erst in der Nachbearbeitung. Was du unbedingt tun solltest, falls du dich mal ausprobieren möchtest:

  • Kontrast anheben, um die Sterne freizustellen
  • Rauschen kannst du in Lightroom mit KI-Rauschreduzierung fast spurlos reduzieren
  • Weißabgleich immer nachjustieren, denn oft wirken Nachthimmel-Bilder mit einem leichten Blaustich stärker als mit dem originalen Orangeton
  • Sternschnuppen betonen, indem du sie im Detail bearbeitest, nicht das ganze Bild

Erlebe die Nacht und teile sie mit uns

Perseiden sind eines der Naturabenteuer, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Nimm dir Zeit, such dir einen dunklen Ort, stell deine Kamera auf und beobachte parallel selbst. Foto und Erlebnis müssen sich nicht gegenseitig ausschließen – im Gegenteil.

Zeig uns deine Aufnahmen unter #rolleimoments und tagg @rollei_de. Wir freuen uns auf jedes Bild und teilen die stärksten Momente in unseren Stories.

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