Ab jetzt geht's schnell: Abends wird es schneller dunkel, das Fenster liefert höchstens noch diffuses Restlicht. Für viele heißt das: Kamera weglegen bis zum nächsten sonnigen Wochenende. Muss es aber nicht.

Genau jetzt zeigt eine Softbox in Zusammenspielt mit künstlichen Lichtquellen, was in ihr steckt – nicht als Ersatz für die Sonne, sondern als eigenes Werkzeug mit einem Vorteil, den Tageslicht nie hat: Du bestimmst, woher das Licht kommt. Und je nachdem, wo du dein Licht positionierst, verändert sich die ganze Stimmung des Bildes. Durch die Softboxen wird das Licht zudem weicher und schmeichelt dem Gesicht des Models. Hier sind fünf Positionen, die du mit ein und derselben Softbox sowie deinem Licht durchspielen kannst.

1. Rembrandt-Licht: das kleine Dreieck

Eine Softbox mit LED-Dauerlicht oder Studioblitz etwa 45 Grad seitlich und leicht erhöht zur Person positionieren. Richtig getroffen, entsteht auf der schattenabgewandten Wange ein kleines, dreieckiges Lichtfeld unterm Auge – daher der Name Rembrandt-Licht. Wirkt klassisch, fast gemalt, und funktioniert besonders gut bei Porträts mit ruhigem, nachdenklichem Ausdruck. Der Trick: Kinn leicht zur Lichtquelle drehen lassen, dann verschiebt sich das Dreieck automatisch in Position.

2. Butterfly-Licht: die Beauty-Position

Hier wandert die Lichtquelle direkt vor die Person, leicht über Augenhöhe, und leuchtet frontal von oben. Der kleine Schatten unter der Nase erinnert an einen Schmetterling – daher der Name Butterfly-Licht. Diese Position kaschiert Unebenheiten besonders gleichmäßig und wird deshalb gern für Beauty- und Kosmetik-Aufnahmen genutzt. Wichtig: Je näher die Box, desto weicher der Schatten – bei dieser Position lohnt sich, nah heranzugehen.

3. Loop-Licht: der Alltagskompromiss

Eine Zwischenposition: Die Softbox mit Licht etwas weniger seitlich als beim Rembrandt-Licht, dafür etwas höher. Es entsteht ein kleiner, schleifenförmiger Schatten der Nase auf der Wange, ohne dass ein komplettes Dreieck entsteht. Loop-Licht ist der Grund, warum viele in der Porträtfotografie als Standardposition genau hier anfangen – es wirkt natürlich und schmeichelnd, ohne aufwendig zu sein.

4. Kantenlicht: Trennung vom Hintergrund

Jetzt wird das Licht hinter die Person gestellt, seitlich oder leicht von hinten gerichtet – nicht auf das Gesicht, sondern auf Schulter, Haar oder Kontur. Das erzeugt eine helle Kante, die die Person optisch vom Hintergrund löst. Besonders wirkungsvoll bei dunklem Hintergrund, wo sonst alles ineinanderläuft. Ein zweites Lichtstativ hinter dem Motiv macht diese Position deutlich einfacher, weil die Softbox dort meist frei im Raum steht statt an einer Wand.

5. Silhouette: die Softbox als einzige Lichtquelle im Rücken

Für den dramatischsten Effekt: Softbox und Licht komplett hinter die Person, direkt auf die Kamera gerichtet, alles andere im Raum bleibt dunkel. Die Person wird zur Silhouette, nur die Kontur zeichnet sich ab. Kein Setup für jeden Tag, aber ein starker Effekt für einzelne Bilder mit Wirkung – gerade jetzt im Herbst, wenn's ohnehin schon früh dunkel wird.

Eine Softbox, fünf Blicke

Der Reiz an diesen fünf Positionen: Du brauchst dafür kein zusätzliches Equipment, nur eine Softbox und deinen Studioblitz oder dein LED-Dauerlicht, die du bewegst, und ein bisschen Geduld beim Ausprobieren. Wer mit LED-Dauerlicht statt Blitz arbeitet, sieht jede Verschiebung sofort im Sucher oder Display – das macht das Durchprobieren der Positionen deutlich einfacher als mit Blitzlicht, wo du erst nach dem Auslösen siehst, was passiert ist. Ein stabiles Lampenstativ hilft zusätzlich, weil du dieselbe Position später wiederfinden willst, ohne neu zu justieren.

Der Herbst muss also kein Grund sein, die Kamera wegzupacken – er ist eher ein guter Anlass, drinnen mit Licht zu experimentieren, statt draußen auf die nächste Sonnenstunde zu warten. Welche der fünf Positionen dir am besten gefällt, probier einfach aus – und zeig uns dein Ergebnis unter #rolleimoments und verlinke @rollei_de, wir sind gespannt, welche Stimmung du triffst.

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