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Unterwasserfotos im Studio: Der Workshop mit Manfred Zentsch

Feb 19, 2019 | Event

Die Unterwasser-Fotografie erfordert nicht nur spezielles (und meistens auch sehr teures) Equipment, sondern auch umfassendes Experten-Know-how und langjährige Erfahrung. Foto-Profi Manfred Zentsch hat mit viel Erfindergeist und Geduld jetzt eine Möglichkeit gefunden, direkt im Studio mit vergleichsweise wenig Zeit- und Kostenaufwand selbst eigentlich unmögliche Bildideen professionell umzusetzen. Für sechs neugierige Leser der Zeitschrift FOTOHITS öffnete er sein Studio für einen exklusiven Workshop …

Hersteller von Bademoden, Wassersport- und Tauchartikeln möchten ihre neusten Kreationen natürlich gerne in dem Element präsentieren, für die sie entwickelt wurden – im Wasser.

Professionelle UW-Foto-Shootings ließen sich bisher aber nicht „mal so eben“ im Wasserrückhaltebecken am Stadtrand realisieren, öffentliche Schwimmbäder reagieren immer zurückhaltender auf Anfragen von Fotografen – absolut verständlich angesichts des großen Aufwands und der mittlerweile nahtlos ineinander übergehenden Belegungen von Schwimm- und Wassersportvereinen.

Die teure Ausweich-Lösung: in die Tropen oder in die Karibik ins warme, helle und ruhige Meerwasser auszuweichen. Angesichts stetig knapper werdender Marketing-Budgets stellt diese Option das Wort-Case-Szenario der unternehmensinternen Controller dar.

Der Fotograf Manfred Zentsch

Der Heidelberger Profi-Fotograf Manfred Zentsch hat nun eine kosten- und zeitsparende Alternative gefunden. Mit einer erstaunlichen Experimentierfreudigkeit, viel Geduld und trotz etlicher Rückschläge ist es im schließlich gelungen, in seinem Studio einen Wassertank zu installieren, der eine Vielzahl bisheriger Fotografie-Probleme auf äußerst pfiffige Art und Weise löst. Die Ergebnisse seiner Inhouse-UW-Shooting beeindrucken selbst mit allen Wasser gewaschene Tauch- und Foto-Profis.

Die Zeitschrift FOTOHITS konnte den erfahrenen Werbe- und Architektur-Fotografen überreden, einen Ein-Tages-Workshop für interessierte Leser zu veranstalten. Rollei war auch mit dabei, da die mobilen HS Freeze 6 Akku-Studioblitze erheblichen Anteil an der erfolgreichen Umsetzung der ungewöhnlichen Setting-Idee hatten.

Das ganz besondere Studio

Sein Studio richtete der erfahrene Foto-Profi auf dem Gelände des ehemaligen Heidelberger Schlachthofs ein – als passenden Rahmen für seinen außergewöhnlichen Wasser-Tank dient ihm die Halle der damaligen Lehr-Schlachterei. Wer mit 9 Kubikmeter Wasser und 2 cm starken, jeweils 700 kg schweren Scheiben aus Spezialglas arbeitet, kann sich verständlicherweise nicht in einer „normalen“ Büro-Etage oder in der eigenen Garage niederlassen.

Das Gebäude der ehemaligen Lehrschlachterei verfügt immer noch über eine sehr effiziente Entwässerungs-Infrastruktur – die Manfred Zentsch dann auch beim Bau der 1.0-Version des Tanks unfreiwillig in Anspruch nehmen musste: innerhalb von zehn Minuten lief das künstliche Bassin komplett aus und flutete auch die restlichen Studioräume auf Erdgeschoß-Niveau.

Beim zweiten Anlauf konnte der handwerklich geschickte Fotograf dann die gewonnenen Erfahrungen direkt umsetzen und die ursprüngliche Grundkonstruktion an den neuralgischen Punkten umfassend verstärken. Mittlerweile verlassen an einigen Stellen nur noch wenige Tropfen den Tank.

Mit diesem Ergebnis kann der Heidelberger Fotograf nach eigener Aussage hervorragend leben – von einer hundertprozentigen Dichtheit hat er sich schon relativ früh komplett verabschiedet.

Der Wassertank

Um den Tank bei Bedarf auch bewegen zu können, kaufte Manfred Zentsch eigens einen gebrauchten Gabelstapler. Nichtsdestotrotz kann auch nur die leere Hülle bewegt werden. Ohne Wasser wiegt der Tank „lediglich“ und die 2 Tonnen, gefüllt mit 9 Kubikmeter Wasser ca. 11 bis 12 Tonnen.

Die Seitenteile bestehen aus fachmännisch geschweißtem Stahl, die speziellen Glasscheiben wurden von der GLAS-MAYER GRUPPE entwickelt und gefertigt. Der Boden des UW-Foto-Bassins bestehen aus 3 cm dicken Holz-Schiffsbohlen, um problemlos Einleitungen und Ventile einbauen zu können.

Der besondere Clou besteht aber in der Hintergrund-Projektion. Manfred Zentsch stattete einen handelsüblichen, 6.500 Lumen lichtstarken LCD-Beamer mit einer Weitwinkel- und einer speziellen Shift-Linse aus, um aus einer genau festgelegten bodennahen Position eine Hohlkehle hinter dem Tank mit jedem gewünschten Motiv weitestgehend verzerrungsfrei „bespielen“ zu können.

Etliche Herausforderungen musste der Foto-Profi lösen, damit sich Kamera-Position, Größe und Tiefe des Wassertanks und der Background zu einem harmonischen Ganzen schließlich zusammenfügen ließen.

Dank der sehr aufwendigen Knobelei kann Manfred Zentsch nun die perfekte Unterwasser-Illusion erzeugen – seinen Bildern sieht man es auch auf den zweiten Blick nicht an, dass sie nicht in den unendlichen Weiten eines Ozeans aufgenommen wurden, sondern lediglich eine 70 cm breite Wasserwand die Wahrnehmung des Betrachters „hinters Licht führt“.

Die Beleuchtung

Für das richtige Licht sorgen drei Rollei HS Freeze 6 Profi-Studioblitze, die über, vor und hinter dem Tank exakt positioniert wurden.

Für diesen sehr anspruchsvollen Einsatz prädestinierten sich die von der Fachpresse hoch gelobten Blitzgeräte durch drei Eigenschaften: Zum einen lassen sich die drei HS Freeze Modelle problemlos über einen Funksender absolut synchron und – je nach eingesetztem Kameramodell – in kreativen Blitz-Betriebsarten wie HSS, Freeze und Stroboskop-Modus vollkommen unkompliziert aus der gewünschten Entfernung auslösen.

Zum zweiten benötigen die HS Freeze 6 weniger als eine Sekunde, um nach einer Auslösung wieder die volle Leuchtkraft zur Verfügung zu stellen – für das Model-Shooting absolut unverzichtbar, da auch die geübtesten Freitaucherinnen nicht unendlich unter Wasser bleiben können und auch nur einen sehr begrenzten Bewegungsradius nutzen können – hier müssen die Fotografen dann im Serienbildmodus „draufhalten“.

Die dritte Eigenschaft ist hingegen wirklich lebenswichtig: Da auch bei extrem sorgfältiger Vorbereitung niemals komplett ausgeschlossen werden kann, dass durch einen dummen Zufall oder eine unachtsame Bewegung des Models Wasser an die Blitzgeräte kommt, dürfen aus Sicherheitsgründen keine netzbetriebenen Geräte mit 220 Volt eingesetzt werden.

Die Akkus der Rollei Profi-Blitze sorgen selbst im Serienbild-Modus für ca. 500 Auslösungen.

Der Ablaufplan

Profi-Fotograf Manfred Zentsch hatte für die sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen durchaus stringenten „Stundenplan“ in Petto: Nach einer kurzen Einweisung in die technischen Hintergründe seiner Lösung (die Sie bereits im ersten Teil dieser Blogartikelserie erfahren konnten), waren vier Durchläufe geplant – Model Katherina sollte in vier unterschiedliche Kostüme schlüpfen und mit mehreren Accessoires vor wechselnden Background-Motiven hantieren.

Die sechs Teilnehmer (fünf Männer und eine Frau) montierten dann ihre Kameras mit Arca-Swiss-Schnellwechselplatten auf dem in festgelegtem Abstand und bodennaher Höhe platzierten Rollei Rock Solid Stativ, steckten den Funksender für die HS Freeze 6 auf den Blitzschuh und konnten dann das Model nach Wunsch dirigieren – und auch den jeweiligen Hintergrund auswählen.

Da der Abstand zum Motiv (7 Meter) genau fest stand (das Model konnte sich lediglich in einem Bereich von 70 cm Breite hin- und her bewegen, die horizontalen und vertikalen Maße des Tanks wurden im Sucher der Kamera vorher ebenfalls genau „abgesteckt“) stellten die jeweiligen Fotografen ihre Objektive manuell scharf, wählten eine 8er Blende und arbeiteten dann mit einer effektiven Brennweite von ca. 80 mm.

Diese konnte aber teilweise variieren, da der eine oder andere „trockene“ UW-Fotograf mit einem Objektiv-Adapter arbeitete.

Das erste Motiv: Meerjungfrau

Die Belichtungszeit betrug lediglich zwischen 1/60s und 1/80s, da die zwei bzw. drei HS Freeze 6 für ausreichende Helligkeit im Motiv sorgten.

Der Hintergrund sollte bewusst etwas unscharf bleiben, um die Illusion der räumlichen Tiefe zu erzeugen – die beschriebene Brennweiten-Blenden-Kombi stellt das Resultat zahlreicher Testreihen dar, die Manfred Zentsch im Vorwege absolvierte.

Für den ersten Durchgang hüllte sich Model Katherina (immerhin eine zertifizierte Level-2-Freediverin) in ein sehr dekoratives Meerjungfrauen-Kostüm und folgte dann mit stoischer Ruhe den Anweisungen der Fotografen. Diese wurden vorher in „Kameramarken-Gruppen“ eingeteilt, um nicht ständig die Funksender und Empfänger umstellen zu müssen.

Beginnen durften im ersten Durchgang die Sony-Besitzer, dann folgten die Nikon-Eigentümer, dann kamen die Canon-Enthusiasten an die Reihe. Nachfolgend wechselte die Abfolge dann mehrmals durch.

Als Herausforderung für die Teilnehmer, die vorher verständlicherweise noch keine vergleichbaren Erfahrungen sammeln konnten, stellte sich die jeweils passende Kombination der individuellen Kamera-Optionen dar – Manfred Zentsch gab als persönliche Empfehlung den langsamen Serienbildmodus und eine komplett manuelle Fokussierung aus – einige Teilnehmer mussten aber feststellen, dass ihre Kameras (u.a. im Liveview-Modus) Probleme hatten, die Bewegungen des Models auch zufriedenstellend abzulichten.

Im Laufe des Nachmittags (der Workshop war von 11 bis 17 Uhr angesetzt) fanden aber alle Anwesenden die für sie und ihre Kamera perfekt passenden Einstellungen und Vorgehensweisen.

Als Hintergrund wählten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorwiegend zwischen einem von Manfred Zentsch selbst erstellten UW-Szenario und einer eher plakativ wirkenden Luftblasen-Potpourri.

Das zweite Motiv: Abendkleid

Das zweite Kostüm, das Katherina für den Workshop in ihren „Meerjungfrauen“-Koffer gepackt hatte – das enorm fotogene Model betreibt übrigens seit geraumer Zeit und sehr erfolgreich tatsächlich eine eigene „Mermaid-Schule“ – war ein knallrotes Abendkleid.

Im Gegensatz zum zweifelsohne an den Unterwassereinsatz besser angepassten Meerjungfrauenkostüm musste Katherina wesentlich mehr Aufwand betreiben, um das Eigenleben des wallenden Stoffs im Sinne der Fotografen zu unterbinden. Diese hatten sich aber nun bereits im ersten Durchlauf mit den unbekannten Rahmenbedingungen einigermaßen vertraut machen können und erhöhten die Blitzfrequenz entsprechend, um die einzigartigen Momente dann auch entsprechend einzufangen.

Als Hintergrund wechselte Manfred Zentsch zwischen einem sehr abstrakten und geometrischen Motiv und den bereits bewährten „Blubberblasen“.

Seine beiden Auszubildenden setzte der Fotograf ein, um die Blasenpumpe zu betätigen – zwei mit zahlreichen Löchern versehene Rohre, die innen am Boden des Tanks befestigt und mit einem Kompressor mit Luft versorgt wurden.

Das dritte Motiv: Tunnelbaustelle

Für die dritte „Staffel“ sprang Katherina im Bikini ins Wasser, streife sich eine orange Warnweste über und nahm eine massive Spitzhacke in die Hand. Der Zweck dieser Kostümierung erschloss sich den Teilnehmern durch die Einblendung einer historischen Tunnelbaustelle.

Mit anmutigen – und angesichts des empfindlichen Glases – auch sehr kontrollierten Bewegungen posierte die wasserbegeisterte Katherina dann für die Fotografen.

Diese sprachen der schwarzhaarigen Freediverin wiederholt ihre uneingeschränkte Bewunderung aus – obwohl das Wasser vor dem Workshop auf ca. 23 Grad vorgeheizt wurde, machte auch der geübten Meerjungfrau im Laufe der Stunden der zwangsläufige Körperwärmeverlust zu schaffen.

Das vierte Motiv: Gegenlicht-Shooting

Für die vierte Shooting-Reihe nahm das Model zwei Stoffstreifen mit in den Tank – um den Teilnehmern auch die Möglichkeit zu geben, einen dritten Rollei HS Freeze 6 als Gegenlicht-Blitz einsetzen zu können. Dieser Durchlauf wurde von einer ganz besonderen Stimmung begleitet, da Studiobesitzer Manfred Zentsch nach jedem Kamera- und Fotografenwechsel das meiste Licht im Raum löschte.

Die Silhouetten der umstehenden Teilnehmer, das dreifache Stroboskop-Licht der Rollei Blitzköpfe und die anmutigen Bewegungen des UW-Models verbanden sich zu einem enorm stimmungsvollen „Flow“. Zum Schluss des Gegenlicht-Shootings drückte Manfred Zentsch dann noch einmal jedem Teilnehmer seine eigene Sony in die Hand, um freihändige Close-Ups machen zu können.

Nach einem ungemein abwechslungs- und lehrreichen Praxisteil stieg Katherina nach der letzten Blitzauslösung dann unter lautem Beifall der „Trockengebliebenen“ endgültig aus dem Tank und hüllte sich in ihren wärmenden Bademantel.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Keine/keiner der der Teilnehmerinnen und Teilnehmer plante, sich direkt nach der Heimreise selbst an die Errichtung eines eigenen UW-Shooting-Tanks zu machen. Die Entscheidungen, diesen wirklich einzigartigen Workshop in Heidelberg zu buchen, speisten sich aus ganz anderen Motivationen.

Ein Großteil der Anwesenden erfuhr tatsächlich erst aus der Fachzeitschrift FOTOHITS vom Indoor-UW-Studio und waren einerseits schlichtweg neugierig, welche Steine Profifotograf Manfred Zentsch aus dem Weg räumen musste, um seinen lang gehegten Traum zu verwirklichen – andererseits versprachen sie sich aber auch eine inspirierende Abwechslung von ihrer „normalen“ Foto-Praxis und wollten gleichfalls herausfinden, welche Ergebnisse sie beim durchaus anspruchsvollen Live-Shooting im Studio mit ihren eigenen Kameras erzielen würden.

Nach den verschiedenen Durchgängen mit wechselnden Aufgabenstellungen zeigten sich aber ausnahmslos alle Teilnehmer vom Ablauf und ihren Ergebnissen begeistert – und bewunderten ebenfalls das Durchhaltevermögen und den Gleichmut des UW-Models Katharina.

Zwischen den Sessions und natürlich auch nach dem Praxisteil gab es zahlreiche Gelegenheiten, sich miteinander auszutauschen – und fachkundiges Feedback zu geben und zu erhalten.

Alle Teilnehmer agierten im Verlauf des Workshops von Session zu Session immer routinierter und proaktiver. Waren die anwesenden Fotografinnen und Fotografen anfangs noch sehr damit beschäftigt, die passenden Kameraeinstellungen zu finden und auszuprobieren, beanspruchte selbst im finalen Shooting, das fast in kompletter Dunkelheit stattfand, das Herstellen der Einsatzbereitschaft wesentlich weniger Zeit und Feedback von Manfred Zentsch.

Auch das Dirigieren des Models, das natürlich nur in der relativ kurzen „Lufthol-Phase“ akustisch überhaupt aufnahmefähig war, gestaltete sich mit zunehmender Praxis immer klarer und zügiger.

Die Meinungen der Teilnehmer

Die Teilnehmer nutzten die Pausen zwischen ihren Einsätzen dann auch sehr engagiert, um Behind-the-Scenes-Fotos zu schießen – und während des Shooting das Potential der Rollei Funkfernbedienungen für die drei HS Freeze 6 Studioblitze immer weiter auszuschöpfen.

Vor der Post-Production-Phase, die dann im Obergeschoß des Indigo-Studios von Manfred Zentsch stattfand, hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Zeit und Muße, die bisherigen – und nach einhelliger Meinung viel zu schnell verflogenen letzten Stunden – Revue passieren zu lassen.

Während der Studioinhaber den Inhalt aller Speicherkarten für die nachfolgende Sichtung geschlossen auf seine zentrale Festplatte lud, waren Statements wie „Das hat sich jetzt schon gelohnt“ und „Tolle Inspiration und Blick über den Tellerrand“ zu hören.

Einige Anwesenden freuten sich auch, endlich mal Funktionen ihrer Kamera „live und in Farbe“ ausprobieren zu können, die bisher einfach noch nicht angemessen ausgereizt werden konnten.

Weiterhin wollten sich die Fotografen, die sich vorwiegend mit Porträts beschäftigen, mehr über die mobilen und leistungsfähigen Rollei HS Freeze Profi-Studioblitze – und natürlich auch über die verschiedenen Stativ-Familien – erfahren.

Die Nachbearbeitung

Als dann alle Fotos – etliche Teilnehmer hatten etliche Hundert Bilder geschossen – auf dem Bearbeitungs-Server von Manfred Zentsch lagen, ging es beispielhaft an die notwendige Post-Production. Dabei standen nicht die Verfremdung oder das Hinzufügen von Effekten im Vordergrund.

Bedingt durch die optischen Rahmenbedingungen und die technischen Restriktionen standen einige Maßnahmen auf der To-Do-Liste, die bei diesem sehr speziellen Set-up einfach nicht außer Acht gelassen werden können, um zufriedenstellende Ergebnisse mit nach Hause nehmen zu können:

Farbkorrektur: Da Manfred Zentsch echtes Glas für den Bau des Wassertanks verwendete, muss der leichte Grünton des ansonsten hochtransparenten Materials ausgeglichen werden. Diese minimale Färbung hätte nur unter Verwendung von erheblich teurerem und dickerem Plexiglas erheblich reduziert werden können. Da dieser Grünhauch aber vergleichsweise einfach korrigierbar ist, verzichtete der Profifotograf verständlicherweise auf unnötige Mehrkosten.

Optische Verzerrung: Wasser sorgt durch seine Molekularstruktur für eine Brechung der Lichtstrahlen, die vom Strahlenverlauf bei „normaler“ Luft abweicht. Der 70 cm breite Wassertank wirkt wie eine überdimensionierte Leselupe – und benötigt daher auch eine entsprechende Korrektur.

Kontrast und Schärfe: bedingt durch die Bewegung des Models und die optischen Besonderheiten des Tanks bietet es sich an, mit manuellem Fokus und einer Schärfentiefe zu arbeiten, die ungefähr der breite des Tanks entspricht. Sollen bestimmte Bereiche des Motivs dagegen mehr in den Hintergrund geraten oder mit mehr Kontrast versehen werden, sind natürlich auch entsprechende Nachjustierungen erforderlich.

Weichzeichnung: Model Katharina setzte die beiden sehr dekorativen Stoffbahnen wohlweislich erst zum Ende des Shootings ein. Naturtextilien verlieren kontinuierlich Material – und „flusen“ natürlich auch unter Wasser aus. Die Fusseln trüben das Wasser nach und nach immer weiter ein und sorgen dafür, dass das Blitzlicht von Millionen kleinster Schwebeteilchen reflektiert wird. Um diesem Prozess entgegenzuwirken, bietet sich das leichte Weichzeichnen „belasteter“ Regionen an.

Hintergrund in neuer Ebene: Die Hintergrund-Projektion verschwindet aufgrund der Wasser-Eintrübung dann natürlich auch ein wenig – hier legt Fotograf Manfred Zentsch das jeweilige Hintergrundbild als neue Ebene im Bildbearbeitungsprogramm in Teilen über das Motiv, löscht es hier und da oder passt die Transparenz an.

Das Fazit

Die sechs Stunden des UW-Studioworkshops von Manfred Zentsch gingen tatsächlich wie im Fluge vorbei – hinterließen bei allen Teilnehmern aber zahlreiche neue Erkenntnisse und spannende Inspirationen.

Wer gerade nicht hinter der Kamera stand, hatte auch noch zahlreiche Gelegenheiten, sich mit dem erfahrenen Studiobesitzer und den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern auszutauschen.

Die facettenreichen Eindrücke dieses Samstags in Heidelberg werden wohl noch lange in Erinnerung bleiben und nachhaltigen Einfluss auf die tägliche Fotopraxis der Anwesenden haben.

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