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Fotografie vom Supermond: Der Vollmond zum Anfassen

Jan 23, 2019 | Event

Der Mond übt nicht nur als einzig natürlicher Trabant enorme Anziehungskräfte auf die ungeheuren Wassermassen unserer Erde aus, sondern zieht schon seit Urzeiten die Menschen aller Epoche durch seine unterschiedlichen Erscheinungsformen in seinen Bann. Eine besonders spektakuläre und intensive Wahrnehmung gestattet uns „Luna“ in Gestalt des Supermonds – direkt am 19. Februar um circa 16:53:58 Uhr. Erfahren Sie in diesem Blogartikel, wie Sie den „Supervollmond“ am besten ablichten können …

Der Mond hatte und hat für die Menschheit enorme Bedeutung. Bestimmt doch seinen Weg um die Erde unseren Kalender. Die Anziehungskraft seiner Masse von 7,349 · 1022 kg sorgt für den Tidenhub unserer Meere und Ozeane.

Tatsächlich rast der Mond nicht in einer sauberen Kreisbahn um unseren Heimatplaneten, sondern „eiert“ in einer Ellipse innerhalb von ungefähr 27 Tagen einmal um uns herum. Die grundsätzlich elliptische Umlaufbahn wird nämlich auch noch von der Sonne beeinflusst. Durch die Ellipsenform nimmt der Mond einmal im Monat eine besonders erdnahe (Perigäum) und eine entsprechend erdferne (Apogäum) Position ein.

Fällt dann der Vollmond (komplette Beleuchtung ohne Erdschatten durch die Sonne) mit dem Perigäum zusammen, sehen wir den zerklüfteten Trabanten als „Supervollmond“ oder einfach nur als „Supermond“. In diesem Moment ist der Mond tatsächlich bis zu 40.000 km näher an der Erde, was sich in einer sichtbaren Zunahme des Umfangs bis zu ca. 10 Prozent und einem Helligkeitszuwachs von stolzen bis zu 30 Prozent niederschlägt.

Das Verhältnis vom „normalen“ Mond (bei einer mittleren Entfernung von ca. 385.000 km) zum Supermond lässt sich ziemlich anschaulich mithilfe zweier Euro-Münzen darstellen: Legen Sie eine 1-Euro-Münze und eine 2-Euro-Münze einfach direkt nebeneinander, um eine ungefähre Vorstellung vom optischen Größenunterschied zu erhalten. Schauen wir uns den Mond  am 19. Februar kurz vor 17 Uhr mit „unbewaffneten“ Augen an, werden wir, im Gegensatz zum „Blutmond„, aber kaum einen Unterschied feststellen können, da uns die Referenzgröße fehlt und der Vollmond an sich bereits ziemlich hell erscheint.

Daher sollten wir die Chance nutzen, den – nur ca. alle 14 Monate auftretenden – Supermond fotografisch festzuhalten. Die moderate Uhrzeit erscheint auf den ersten Blick ziemlich günstig, kann aber gerade in urbanen Umgebungen für vermehrte „Lichtverschmutzung“ (siehe unten) sorgen. Wie Sie nichtsdestotrotz den Supermond bestmöglich auf die Speicherkarte Ihrer Kamera bannen können, möchten wir Ihnen gerne nachfolgend etwas genauer erläutern.

Vorbereitung ist alles

Die entscheidenden Fakten stehen bereits fest: am 19.02.2019 um 16:53:58 Uhr wird der Mond „nur“ 356.846 km von der Erde entfernt sein. Sie können somit umgehend anfangen, sich entsprechend gründlich auf das Supermond-Ereignis vorzubereiten.

Der Wahl des passenden Standorts kommt hierbei entscheidende Bedeutung zu – je nach Motiv-Idee können Sie den Supermond in einen Rahmen setzen oder ihn durch sogar auf einer Kirchturmspitze „aufspießen“. Besorgen Sie sich einen Mondkalender, damit Sie genau wissen, wann und wo der Mond auftaucht und wieder verschwindet. Setzen Sie den Supermond in Relation zu landschaftlichen Highlights, um seine Größe besonders hervorzuheben oder stellen Sie ihn in maximaler Vergrößerung in den Mittelpunkt des Bildes, damit seine raue Oberflächenstruktur bestmöglich zur Geltung kommt.

Nicht so genau wie ein Mondkalender informiert Sie der regionale Wetterbericht über die meteorologischen Rahmenbedingungen am 19. Februar. Bei geschlossener Wolkendecke erzielen Sie nur unbefriedigende Ergebnisse – werfen Sie aber die Flinte (oder Kamera) noch nicht ins Korn, wenn 1 oder 2 Wochen vor dem jeweiligen Termin ungünstige Witterung vorausgesagt wird, die Verlässlichkeit nimmt mit fortschreitendem Datum stetig zu, selbst erfahrene Meteorologen erleben immer wieder ordentliche Überraschungen.

Unser Tipp: Machen Sie sich einen Tag vorher – am 18. Februar – schon mit Ihrem gesamten Equipment auf den Weg, um am geplanten Standort eine Generalprobe zu absolvieren. Zugegeben: erst am 19.02. steht der Supermond in voller, runder Pracht am Himmel und wartet auf sein Publikum – einen Tag vorher macht er aber auch schon eine ziemlich gute Figur und Sie haben zudem ausreichend Gelegenheit, den genauen Ablauf ganz in Ruhe und ohne Erfolgsdruck „live und in Farbe“ durchgehen zu können. Nichtsdestotrotz hilf es bereits am 18. Februar ungemein, wenn Sie Ihre Kamera auch bei Dunkelheit sicher und intuitiv bedienen können. Weiterhin sollten Sie auch das benötigte Equipment zur Hand und im Vorwege ausgiebig getestet haben.

Unsere Empfehlung zur Ausrüstung:

Alles dabei? Was am 19.02.2019 in Ihren Supermond-Fotorucksack gehört

Der wichtigste und selbstverständlichste Bestandteil Ihrer 2019er Supermond-Ausrüstungs-Liste: Ihre Kamera. Tatsächlich benötigen Sie keine ausgewiesene High-End-Kamera der höchsten Preisklasse, selbst gute Kompaktkameras eignen sich für das anstehende Supervollmond-Event, sofern sie einige grundlegende Eigenschaften aufweisen:

  1. Sie können alle Einstellungen manuell vornehmen. Selbst der raffinierteste Automatik-Modus stößt bei der Mondfotografie an seine Grenzen, zudem „verschlimmbessern“ manche „Kreativ“-Programme gerade in Ausnahmesituationen das bestmöglich zu erzielende Ergebnis erheblich.
  2. Die Kamera verfügt über ein (eingebautes oder wechselbares) Zoom-Objektiv, das Ihnen die Wahl einer Brennweite erlaubt, die einem DSLR (APS-C)-Objektiv von 200 bis 300 mm entspricht. Nutzen Sie sogar eine professionelle Vollformatkamera, sollten es eher Richtung 500 mm gehen.
  3. Ihre Kamera verfügt über einen Anschluss für ein Stativ – in Form eines 1/4 Zoll-Gewindes. Dieses Ausstattungsfeature ist selbst bei sehr günstigen Einsteiger-Kompaktkameras vorhanden.
  4. Das vierte Feature findet man hingegen nicht bei allen Kameras: der Anschluss für eine Kabel-Fernbedienung oder sogar ein integrierter Funkempfänger zeichnet üblicherweise erst Kameras oberhalb der Einsteiger-Klasse aus. Alternativ können Sie aber – weniger flexibel – mit der Selbstauslöser-Funktion arbeiten, die wiederum zum „Standard-Repertoire“ von ansonsten eher spartanisch ausgestatteten Digitalkameras gehört.

Idealerweise rücken Sie dem Supermond mit einer guten Kamera auf den Pelz, um größtmögliche Freiheit und Flexibilität beim anstehenden Nacht-Shooting nutzen zu können. Für die erfolgreiche Ablichtung des sehr hellen Supermondes benötigen Sie erfreulicherweise nicht zwingend ein besonders lichtstarkes (und entsprechend teures) Zoom-Objektiv. Die Eignung eines Festbrennweiten-Objektivs sollten Sie im Einzelfall prüfen – eventuell ein weiterer Punkt für Ihre ToDo-Liste für den 18. Februar.

Vielleicht haben Sie es schon erfahren müssen – unsere Städte werden immer heller. Und in Folge des stetig steigenden Einsatzes von Energiesparleuchten unterschiedlichster Leistungsklassen bildet und verfestigt sich über unseren Städten förmlich eine Lichtglocke, die mittlerweile in ihrer Ausdehnung und Intensität mit dem SMOG (ein Anfang des 20. Jahrhunderts in London geprägtes Kofferwort aus „Smoke“ – Rauch und „Fog“ -Nebel) verglichen und dementsprechend auch umgangssprachlich als „Licht-Smog“ bezeichnet wird. Diese „Lichtverschmutzung“ tritt bereits bei Gemeinden ab einer Einwohnerzahl von 25.000 Menschen auf und hellt schon in der kleinsten Erscheinungsform die Umgebung in einem Radius von ca. 20 Kilometern künstlich auf. Der Himmel erscheint innerhalb dieser Lichtglocke ungewohnt kontrastarm und unspannend. Ein möglicher Ausweg besteht darin, sich so weit wie möglich von diesem Störfaktor zu entfernen – und idealerweise sich gleichzeitig auch eine möglichst hohe Kameraposition zu suchen.

Wenn Sie allerdings nicht die Möglichkeit haben, sich ausreichend vom Licht-Smog-Schirm Ihres Heimatorts zu entfernen, sollten Sie über die Anschaffung eines passenden Rollei Astroklar Nachtlicht Filter nachdenken.

In runder Form ist der Astroklar für Objektivdurchmesser von 39 mm bis 105 mm erhältlich, wenn Sie vorwiegend mit Rechteckfiltern arbeiten, steht Ihnen dieses wertvolle optische Hilfsmittel in den Breiten 100 mm und 150 mm zur Verfügung. Der hochwertige Rollei Astroklar Filter hindert die Gelb- und Orangeanteile im Licht zuverlässig daran, ins Objektiv einzutreten und verbessert gleichzeitig den allgemeinen Bildkontrast. Kleinste Details des Sternenhimmels kommen wieder zum Vorschein, der Himmel gewinnt seine natürliche „Kälte“ zurück.

Um bei voller Ausnutzung einer Brennweite von 200 bis 300 mm den ungemein strahlfreudigen Erdtrabanten auch gestochen scharf ablichten zu können, sollten Sie Ihre Kamera auf einem möglichst standfesten und vibrationsarmen Outdoor-Stativ montieren. Je nach Kameragewicht und verwendeter Objektiv/Filter-Kombi empfehlen wir unsere Profi-Stative der Lion Rock oder der Rock Solid Familie.

Leichtere DSLMs finden beispielsweise auf dem bewährten C5i sicheren und ruhigen Halt. Nicht unwichtig: der passende Stativkopf, um die Objektivlinie exakt auf den gewünschten Punkt ausrichten und spielfrei fixieren zu können. Bei der Wahl des Standorts sollten Sie darauf achten, dass Sie in alle Richtungen noch genügend Bewegungsspielraum haben, um spontane Ideen direkt umsetzen zu können.

Abhängig von Kamerastandpunkt und Witterungsverhältnissen könnte es nötig werden, mit der Belichtungszeit zu variieren. Sie sollten aber Blendenöffnungen vermeiden, die mehr als 1 Sekunde andauern. Der Mond bewegt sich bekanntermaßen am Nachthimmel kontinuierlich weiter, in einer Sekunde legt er auf seiner Bahn ungefähr eine Strecke von einem Kilometer zurück. Gemessen an der mittleren Entfernung zur Erde von 385.000 Kilometern erscheint diese Distanz natürlich auf den ersten Blick relativ unbedeutend, kann sich aber nichtsdestotrotz negativ auf die Bildschärfeauswirken und bei längerer Belichtung einen Wischeffekt verursachen. Ganz bewusst eingesetzt sicherlich eine interessante Variation des bereits millionenfach fotografierten Motivs – unbeabsichtigt leider ein echter „Bildkiller“.

Strahlt der Supermond am 19.02.2019 aber in voller Herrlichkeit am komplett wolkenfreien Himmel in Ihr Objektiv, könnten andererseits auch die Situation entstehen, dass Sie mit einem Verdunklungsfilter arbeiten müssen. Auf der sicheren Seite befinden Sie sich, wenn Sie entweder einen passenden Rundfilter oder einen Rechteckfilter mit sich führen. Diese leisten Ihnen nicht nur bei der Astro- und Nachfotografie hervorragende Dienste, sondern eigenen sich natürlich auch, um übermäßig helles Sonnenlicht zu reduzieren oder kreative Langzeitbelichtungen durchzuführen. Ein weiteres, gerade bei längeren Belichtungszeiten sehr nützliches Ausrüstungsbestandteil stellt eine Kabel- oder Funkfernbedienung dar – insbesondere, wenn Sie Belichtungszeiten realisieren möchten, die von der Kamera-Elektronik nicht mehr unterstützt werden.

Den Supermond perfekt fotografieren – konkrete Tipps für den 19.02.2019

Das benötigte Equipment haben Sie nun zusammengestellt und sich auch mit den einzelnen Bestandteilen Ihrer Fotoausrüstung so vertraut gemacht, dass Sie selbst bei kompletter Dunkelheit alle Einstellungen zügig und ohne nachzudenken vornehmen können. Um während des Shootings keine bösen Überraschungen zu erleben, empfehlen wir Ihnen, alle Kontrollelemente auf „Manuell“ zu stellen.

Eine ungewollte Blitzauslösung wird den mehr als 350.000 km entfernten Supervollmond nicht merklich aufhellen, Ihre Umgebung aber unnötig blenden. Den Autofokus im Live-View-Modus sollten Sie nur ganz zu Beginn für die Scharfstellung auf den Erdtrabanten nutzen, danach aber umgehend deaktivieren, damit nicht im entscheidenden Moment eine überraschende (und eigentlich vollkommen unnötige) Refokussierung die gesamte Aufnahme ruiniert.

Probieren Sie verschiedene Blenden durch, um die für Sie perfekte Helligkeit zu ermitteln. In der Mondfotografie haben sich ISO-Werte von 100 bis 200bewährt, höher sollten Sie gerade beim Supermond nicht gehen müssen, um das Bildrauschen möglichst gering zu halten. Auch die ansonsten sehr nützliche Bildstabilisierung hilft Ihnen in diesem Spezialfall nicht, da Sie ja mit einem standfesten Stativ und einer Fernbedienung arbeiten.

Um zusätzlich auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen erfahrene Nacht- und Astro-Fotografen, mit Belichtungsreihen zu arbeiten, vielleicht schießen Sie am Vortage mehr Serien, als eigentlich nötig sind und analysieren nachfolgend die Ergebnisse. Am 19. Februar können Sie dann direkt Ihre Erkenntnisse in der Praxis umsetzen. Bietet Ihre Kamera die Funktion der Spiegelvorauslösung an, sollten Sie diese auch unbedingt nutzen, um sämtliche Erschütterungsquellen im und am Gehäuse zu eliminieren.

Der nächste Supermond

Andernfalls haben Sie dann wieder bis zum 8. April 2020 Zeit sich umfassen vorzubereiten, der dann anzutreffende Supermond ist aber minimal kleiner, näher als am 19. Februar kommt der Erdtrabant unserer Erde erst am 24.12. 2026 – eigentlich ein schönes Weihnachtsgeschenk, würde der Termin nicht mitten in der Nacht (2:28 Uhr) liegen.

Wir wünschen Ihnen daher schon am 19.02.2019 viel Erfolg!

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Astroklar Nachtlicht Filter

Lion Rock

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