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Mit diesem Gadget bessere Panoramabilder erstellen

Nov 5, 2019 | Landschaft

Profi-Fotograf Frank Fischer aus Seevetal bei Hamburg besitzt eine eigene Fotoschule und hat viel Erfahrung in der Panoramafotografie. Wir wollten von ihm wissen, was bei der Montage eines Panoramakopfes wichtig ist und was Fotografen ohne Nodalpunktadapter erwartet.

Am wichtigsten bei der Montage auf dem Stativ ist, dass der reguläre Stativkopf, also zum Beispiel der Kugelkopf, entfernt wird. Denn wo der Kugelkopf war, sollte in der Waagerechten der Nodalpunkt-Adapter angebracht werden. Besonders einfach kann man ihn in die Waage bringen, wenn man ein Stativ mit einer Nivelliereinheit hat. Bei Rollei hat sie zum Beispiel das Rock Solid Alpha XL, beim Rock Solid Alpha kann man sie optional zukaufen.

Wenn man die Einheit nicht hat, muss man die Stativbasis über die Längenverstellung der Beine in die Waage bringen und das gestaltet sich schwierig, da es drei Beine sind. Wenn man ein Bein verstellt, steht das Stativ in der Regel immer noch nicht in der Waage und man ist gezwungen auch die anderen Beine nach und nach zu verstellen und sich an die Ausnivellierung heranzutasten. Es ist wichtig, in der Waage zu arbeiten, weil sonst der Horizont nicht gerade ist. Dieser verläuft dann unter Umständen wellenförmig und das sieht auf dem fertigen Foto etwas unprofessionell aus.

So nutzt man den Nodalpunktadapter

Sobald das Stativ ausgerichtet und der Panoramakopf montiert ist, muss die Kamera auf die Mitte der Stativaufnahme ausgerichtet werden. Hierzu bringt man die Kamera über den Arm des Nodalpunktadapters Panorama 200 Mark II in die Senkrechte und positioniert das Objektiv senkrecht über der Stativmitte. Anschließend muss man für die Objektiv- und Brennweitenkombination einmalig den Nodalpunkt ermitteln.

Was den Nodalpunkt angeht, denken die meisten Fotografen, dass man einfach die Kamera in der Sensorebene schwenken muss und dann wird alles gut. Das stimmt jedoch nicht. Wenn man beispielsweise Arm und Daumen nach vorn hält und dann erst mit dem einen Auge an dem einen Daumen und dann mit dem anderen Auge am anderen vorbeiguckt, sieht man, dass der Hintergrund auch nicht an derselben Stelle hinter dem Daumen sitzt. Und das passiert auch beim Drehen der Kamera. Unseren Kopf drehen wir auch auf der Halsebene. Man muss den Panoramakopf also ebenfalls auf einer anderen Ebene drehen. Denn der Nodalpunkt sitzt immer vor der Sensorebene, also irgendwo im Strahlengang des Objektivs. Wie das geht, ist im Video zu sehen. Wenn man den Nodalpunkt für das verwendete Objektiv ermittelt hat, sollte man am besten die Millimeterangaben der Skalen auf den Panoramaschienen des Panoramakopfes 200 Mark II notieren. Das macht man, damit man beim nächsten Shooting nicht wieder erst den Nodalpunkt ermitteln muss, sondern den Kopf auf die gleichen Einstellungen bringen und so viel Zeit sparen kann.

Den Nodalpunkt zu ermitteln, ist aus folgendem Grund wichtig: Wenn man die Kamera ohne Adapter verschwenken würde, entstünden sogenannte Parallaxenfehler, die es der Software anschließend unmöglich machen, diese Einzelbilder ohne „Geisterbilder“ zu überlagern. Somit wäre kein sauber gefertigtes Panorama aus diesen Einzelbildern möglich. Bei einem Panoramabild werden aus den Einzelbildern mit einer Software die breiten Panoramen berechnet. Die Software setzt im sogenannten Stitching-Verfahren die Einzelbilder zu einem fertigen Panorama zusammen.

Das passiert ohne den Adapter

Man kann zum Beispiel die Skyline in New York nehmen. Wenn man dort am Ufer steht und der erste Bereich des Fotos ist 50 Meter entfernt, dann ist es kein Problem, die Einzelbilder ohne Einhaltung des Nodalpunktes anzufertigen, denn der Paralaxenfehler tritt entscheidend bei Bildbereichen im direkten Vordergrund auf.

Gerade bei sehr breiten und damit weitwinklig wirkenden Panoramen möchte man Vordergrund im Bild haben. Denn Fotos sind zweidimensional und werden ja erst durch den Vordergrund richtig plastisch. Sobald also richtig gute Panoramen entstehen sollen und somit Vordergrund ins Bild kommt, benötigt man den Panorama 200 MK II.

Generell empfiehlt es sich, Einzelaufnahmen eines Panoramas hochkant anzufertigen. Das hat den Vorteil, dass die längere Sensorkante mit der höheren Auflösung die Höhe der Panoramaauflösung bildet. Zudem erweitert man damit den Winkel der vertikalen Panorama-Achse im Bild. Die Einzelbilder sollten dabei mindestens 30 Prozent überlappend sein, damit die Software das fertige Panorama später problemlos stitchen kann. Diese 30 Prozent lassen sich am Panoramakopf über die Rastung einstellen oder alternativ an der Skala des Rotators ablesen.

Software: Lightroom, Photoshop, PTGui

An der Kamera empfiehlt es sich, den manuellen Modus zu verwenden. Grundsätzlich sollte man im RAW-Format fotografieren. Falls man aber in JPG fotografiert, sollte der Weißabgleich ebenfalls manuell eingestellt werden. Vor dem ersten Einzelfoto sollte man manuell fokussieren, andernfalls kann es zu unterschiedlichen Schärfe-Ebenen im fertigen Panorama kommen. Denn wenn Vordergrund im Bild ist und einmal die Schärfe auf dem Vordergrund und einmal auf dem Hintergrund liegt, dann wirkt das sich als sichtbarer Fehler im fertigen Bild aus.

Wenn man ein Panorama in Einzelbildern fotografiert und plant, das Panorama in Lightroom zusammenzusetzen, dann kann unter Umständen auf die Verwendung des manuellen Modus verzichtet werden. In den aktuellen Versionen passt Lightroom die Einzelbilder in der Farbe und Belichtung aneinander an, sodass man die Übergänge nicht sieht. Die meisten Fotografen werden Lightroom oder Photoshop zum Stitchen der Panoramen nutzen. Für den Panorama-Profi empfiehlt sich Spezialsoftware, wie PTGui.

Experten-Tipp: Vor dem ersten und nach dem letzten Einzelbild kann man ein Foto von der eigenen Hand machen. Dann weiß man, welches das Startfoto und welches das letzte Foto des zu erstellenden Panoramas ist. Ansonsten leidet die Übersichtlichkeit bei vielen an einem Tag geschossenen Einzelfotos in der Foto-Bibliothek sehr.

Frank Fischer

Fototrainer, FF-Fotoschule

Was die Arbeit mit dem 200 MK II so entspannt macht

Der Panorama 200 MK II ist sehr robust und im Lieferzustand schon weitestgehend montiert, was sehr positiv ist. Bei vielen Konkurrenz-Produkten muss man die einzelnen Schienen erst zusammensetzen. Der Panorama 200 MK II ist ausklappbar und auch die Rastung der Gradeinstellung am Rotator ist gut zu spüren. Der mitgelieferte Koffer ist ideal zur Aufbewahrung und zum Transport des Panorama 200 MK II und der Kopf ist sehr leicht zu bedienen.

Für kleinere Kameras wirkt er etwas groß, er ist aber für Kleinbildkameras mit großen Objektiven absolut ausreichend, stabil und wertig. Beispielsweise ein 70-200mm Zoom trägt der Panorama 200 MK II ohne Probleme! Insgesamt ist es sehr angenehm, mit dem Kopf zu arbeiten.

Das sind die häufigsten Fehler bei der Arbeit mit einem Panoramakopf

Die Stativbasis ist nicht sauber ausgerichtet. Hauptproblem: Bei der Vorbereitung werden manchmal schon Fehler gemacht. Das ist natürlich halb so schlimm, wenn man Panorama-Spezialist ist und die nötige Software besitzt. Diese beiden Voraussetzungen vereint aber nicht jeder Fotograf, daher ist Vorbereitung sehr wichtig!

Problematisch kann es auch sein, wenn man ein breites Panorama am Meer machen möchte und in einer Felsenbucht steht. Dann kommt es vor, dass eines der Einzelfotos ausschließlich aus Meer und Horizont besteht. Hier hat es eine automatische Berechnungssoftware wie Lightroom dann sehr schwer beim Stitchen. Oft schlägt die Panoramaerstellung in Lightroom dann fehl. In diesem Fall ist dann möglicherweise von der 30-Grad-Überlappung abzusehen. Es hilft Lightroom und auch jeder anderen Software in diesem Fall sehr, wenn auf jedem Einzelbild Objekte sind, die auf dem nächsten Einzelbild im Überlappungsbereich eindeutig zu erkennen sind. Und das ist bei Meer oder auch Wiesen, Weiden und flachen Horizonten oft schwer und bereits bei der Aufnahme zu berücksichtigen.

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Panoramakopf 200 Mark II (updated version)

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