Kameraarten – Was ist die richtige Kamera für mich?

von Aug 25, 2015Equipment0 Kommentare

Wer vor der Anschaffung einer neuen Kamera steht, hat die Qual der Wahl unter fast fünfhundert aktuellen Modellen in einer Preisspanne zwischen unter 50 bis über 10.000 €. Testberichte helfen, in jeder Kameraklasse den persönlichen Favoriten zu finden. Aber welche Art von Kamera ist eigentlich die richtige?

Kameraarten mit spezifischen Vor- und Nachteilen

Kameras werden hauptsächlich nach der Baugröße und der Möglichkeit, Wechselobjektive zu verwenden, in verschiedene Klassen unterteilt. Wichtig ist, eine Kamera auszuwählen, die zum vorgesehenen Einsatzzweck und zu Ihren Erfahrungen mit der Fototechnik passt. Es macht keinen Spaß, eine Spiegelreflex-Ausrüstung mit herumzuschleppen, um die Kamera letztendlich nur im Vollautomatik-Modus zu betreiben und die Möglichkeiten des Systems gar nicht auszuschöpfen. Andererseits werden Sie mit einer Kompaktkamera bei der Sport- und Event-Fotografie unter schwierigen Lichtverhältnissen nur enttäuschende Resultate erzielen. In den folgenden Absätzen stellen wir Ihnen einige Kameratypen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen vor und hoffen, Ihnen damit die Auswahl ein wenig zu erleichtern.

Kompaktkameras

Dieser sehr großen Gruppe an Kameras wurde bereits das Aussterben wegen immer besserer Fotos und Videos durch das Smartphone vorhergesagt. In der Tat verdrängen Mobilgeräte die kleinsten Kompaktkameras, weil es einfach praktisch ist, kein zweites Gerät mitnehmen zu müssen.

Dass sich Kompaktkameras dennoch im Markt behaupten, liegt an den vielfältigen Möglichkeiten, die Handy-Kameras nicht bieten können. Wem es auf ein lichtstarkes Objektiv oder einen großen Zoom-Bereich bei relativ kleinen Außenmaßen ankommt, wird im Bereich der Kompaktkameras fündig und hat deutlich mehr Möglichkeiten als mit einem Smartphone.

Den wesentlichen Vorteilen des geringen Gewichtes und der kompakten Bauform, der einfachen Bedienung dank Vollautomatik und der Möglichkeit, Motivprogramme einzusetzen, stehen aber auch Nachteile gegenüber: Die wichtigste Einschränkung ist die unter schlechten Lichtverhältnissen deutlich nachlassende Bildqualität. Der Sensor hat oft nicht einmal die Größe eines Fingernagels. Will man auf diesem Sensor immer mehr Bildpunkte unterbringen, müssen die Pixel extrem dicht gepackt sein und stören sich gegenseitig. Das macht sich in sogenanntem Bildrauschen bemerkbar, besonders wenn Sie mit hohen ISO-Werten fotografieren müssen. Wenden Sie einen Rauschfilter an, verliert das Bild an Schärfe, Details gehen verloren. Unser Tipp: Entscheiden Sie sich bei einer Kompaktkamera lieber für ein Modell mit weniger Megapixeln. Mehr Pixel sind oft nur ein Marketing-Argument und führen nicht zu besserer Bildqualität.

Actioncams

Eine eigene Klasse im Bereich der Kompaktkameras stellen die Actioncams dar. Sie sind auf Videos unter extremen Bedingungen optimiert. Mit einem umfangreichen Zubehör-Programm, wie Sie es bei Rollei erhalten, lassen sich diese Kameras auf die Anforderungen der verschiedensten Outdoor-Sportarten anpassen.

Die sozialen Netzwerke wie Facebook, YouTube und Twitter haben sicherlich ihren Anteil an der Erfolgsgeschichte der Action Cam. Filmen ist eine Sache, aber man braucht auch eine Plattform um seine Ergebnisse präsentieren zu können. Sind früher die Alben beim Familienabend durchgesehen worden, stellt man heute seine Urlaubserlebnisse in den sozialen Netzwerken zeitnah ein oder verschickt sie an seine Freunde per Email.

Bridge-Kameras

Wie der Name schon vermuten lässt, stellen Bridge-Kameras das Bindeglied zwischen Kompaktkameras und Spiegelreflex- sowie Systemkameras dar, auf die wir später noch eingehen. Sie haben wie die Kompaktkameras ein nicht auswechselbares Objektiv, bieten aber einen größeren Sensor und benötigen deshalb auch einen größeren Objektivdurchmesser. Die Kameras werden dadurch klobiger und schwerer, haben aber auch eine bessere Bildqualität. Sie sind außerdem mit einem Blitzschuh für ein externes Blitzgerät ausgestattet.

Engagierte Fotografen finden erweiterte manuelle Einstellmöglichkeiten bis hin zum Aufzeichnen sogenannter RAW-Dateien. Aus diesem Rohdatenformat lässt sich in der Nachbearbeitung viel mehr herausholen als aus dem bereits komprimierten JPG-Format.

Spiegellose Systemkameras

Eine noch recht neue Klasse von Digitalkameras vereinen die Vorteile des großen Sensors und des Wechselobjektivs mit der kompakten Bauweise.

Weil elektronische Sucher immer besser werden, wird auf den optischen Sucher und damit auch auf den Schwingspiegel verzichtet.

Neben der einfacheren Mechanik bringt das auch Vorteile zum Beispiel bei Langzeitbelichtungen, weil die Bilder nicht mehr durch Spiegelschlag verwackeln können.

In einem elektronischen Sucher können zudem Informationen eingeblendet oder Belichtungssimulationen durchgeführt werden.

Entscheidungskriterien im Überblick

Nachdem Sie nun die Kameraarten kennengelernt haben, prüfen Sie einfach anhand der Kriterien

  • Größe und Gewicht
  • Bildqualität
  • individuelle Einstellmöglichkeiten
  • Zoombereich
  • Erweiterungsmöglichkeiten des Systems,

was für Ihre Fotografie am besten passt. Falls die Entscheidung schwer fällt und das Budget es hergibt: Der Trend zur Zweitkamera hält an!

Bildnachweis:
Kompakt, Actioncam, Bridge: Rollei
DSLR: Stefan Englert
Systemkamera Canon: „EOS M weiss – Frontal mit Speedlite 90EX“ von 35mm – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 überWikimedia Commons.

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