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Highspeed Fotografie: Eine Anleitung für eindrucksvolle Aufnahmen

Jun 12, 2019 | Equipment, Fotoshooting

Ein extrem vielfältiger Trigger soll der Miops Smart+ sein – und für die Highspeed-Fotografie laut Hersteller ideal geeignet.

Auslösen kann das Gerät durch Bewegungen, Sound oder auch per Laser, der auf den Trigger gerichtet wird.

Welche Aufnahmen dieses speziellen Bereichs der Fotografie mit dem Smart+ möglich sind, wollten wir bei Rollei genauer wissen und haben es mit Profi-Fotograf Paul Reiffer getestet.

Die Methode: Auslösung per Sound

Zu Beginn haben wir uns der Auslösung per Sound gewidmet und bildgewaltig ein gefülltes Rotweinglas mit einem Hammer zerschlagen. Exakt für ein solches Bild eignet sich der Miops Smart+.

Welches Setup benötige ich für diese Highspeed-Fotografie mit Miops Smart+?

Fotografie lebt auch von Vorbereitung. Deshalb haben wir unser Rollei-Studio vor der Aufnahme ausführlich präpariert, damit alles auf Glasscherben und auch verschütteten Wein ausgelegt ist.

An dieser Stelle sei auf Schutzbrille und Schutzhandschuhe hingewiesen, die bei der Arbeit mit fliegenden Glasscherben wirklich unerlässlich sind.

Auch ein Kittel, der Rotwein abbekommen darf, ist ein wichtiges Utensil.

Highspeed-Fotografie am Beispiel eines Tischfeuerwerks

Auch haben wir unseren Rollei HS Freeze 6 mit einem Spotvorsatz versehen.

Einem Lichtformer, der dafür sorgt, dass in diesem Fall vor allen Dingen das Rotweinglas für das Bild gut ausgeleuchtet ist und kein Licht zu den Seiten wegströmt.

Das Glas mit dem Wein wurde von uns in der Mitte des Tisches platziert und das Miops Smart+ so eingestellt, dass es den Blitz auslöst und nicht den Shutter. Grund dafür ist, dass der Sound erst an die Kamera gehen und dort verarbeitet werden muss.

Das Problem: Dafür ist die Kamera nicht schnell genug, was man sich anhand der Highspeed-Fotografie eines Tischfeuerwerks sehr gut vorstellen kann. Die Lunte brennt und das Schwarzpulver zündet das Feuerwerk – nach dem Knall verteilt sich dann der Inhalt des Tischfeuerwerks und die Kamera macht die Aufnahme.

Gut vorstellen kann man es sich auch, wenn man an die Aufnahme einer Pistole denkt, die eine Kugel abschießt:

  • Je moderner die Pistole, desto schneller verlässt die Kugel den Lauf, desto schwerer ist diese Art der Highspeed-Fotografie zu realisieren.
  • Je älter die Pistole, desto langsamer die Kugel, desto besser ist das Bild einzufangen.

Im schlechtesten Fall ist das Motiv bereits vorbei, wenn die Kamera auslöst. Man muss also umdenken, wenn man Explosion und Kugel im Bild haben will.

In der Studiofotografie gibt es für diesen Fall drei Szenarien:

  • Das Studio ist sehr, sehr hell und man kann die Kamera ohne Blitz nutzen
  • Das Studio ist sehr dunkel und man kann für die Aufnahme den Blitz nutzen
  • Das Studio ist mittelmäßig ausgeleuchtet und man gibt dem Objekt genug Zeit, um alles ohne Blitz zu triggern

Paul Reiffer erklärt:

„Wenn man mit dem Smart+ den Shutter abfeuern würde, dann läge bei einer Canon der schnellste Shutter bei 1/4000. Dabei braucht man für ein gutes Bild entweder sehr viel Licht, oder eben viel ISO, was wiederum zu viel Rauschen im Bild führt. Da kommt man an die Grenzen der Kamera. Deshalb muss man den Blitz triggern, damit der Fotoapparat das Motiv bereits sehen kann, wenn es da ist und nicht erst danach. Das Licht muss also besonders schnell sein. An der Stelle gibt es die nächste Schwierigkeit. Denn wenn das Licht sehr schnell ist, kommt der Fotoapparat auch nicht hinterher.“

Paul Reiffer

Fotograf

Auslösung per Laser ist für die Highspeed-Fotografie leichter

Die Lösung: Der Shutter des Geräts muss schon geöffnet sein, erst dann wird der Blitz ausgelöst.

Dafür sollte allerdings die Umgebungshelligkeit für die Aufnahme sehr niedrig sein.

Sound ist deshalb für Highspeed-Fotografie vermutlich die schwierigste Möglichkeit, den Miops Smart+ auszulösen, weil der Sound um uns herum nicht gefiltert wird, und sich ausbreitet wie er will.

Laser wäre für die Aufnahme deutlich leichter zu kontrollieren, wobei man aber sehr genau sein muss, erklärt Reiffer.

In jedem Fall geht es bei dieser Art der Fotografie um Trial-and-Error, bis das perfekte Ergebnis schließlich da ist.

Aber das macht ja auch ein bisschen den Reiz aus.

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