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Glaskugel Fotografie: Der komplette Guide für Fotos mit einem Lensball

Apr 25, 2019 | Trend

Wenn Sie in letzter Zeit häufig auf Social Media Plattformen unterwegs waren, besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen Trend in der Fotografie vermehrt gesehen haben:

Die Glaskugel (auch Lensball genannt).

Diese Art der Fotografie gibt uns einen einzigartigen Blick auf die Welt. Eine scheinbar auf dem Kopf stehende Welt, die im Inneren in einer Glaskugel gefangen ist. Mit eindrucksvollen 180°-Ansichten der Szene ist es eine neue Interpretation des Wunsches, „ultraweite“ Landschaften zu sehen. Gleichzeitig gibt es auch viel Raum für Kreativität!

Aufgrund der besonderen optischen Eigenschaften der gläsernen Kugeln eignen Sie sich nicht nur als vielseitige Accessoires für die kreative Landschaftsfotografie, sondern können auch hervorragend für aufmerksamkeitsstarke Portraits eingesetzt werden.

Glaskugeln sind in vielen verschiedenen Größen erhältlich. Sie sind ein einfaches Werkzeug, um Ihre Erkundung der Natur auf beeindruckenden Fotos festzuhalten.

Anleitung: Wie Sie mit einer Glaskugel fotografieren

Den einzigartigen „Kugeleffekt“ erhalten Sie, indem Sie die Kamera auf das Bild im Inneren fokussieren, bevor Sie auf den Auslöser klicken. Dabei sollten Sie einige wichtige Dinge beachten:

1. Stellen Sie sicher, dass sich der Ball auf einer stabilen Oberfläche befindet oder in der Hand gehalten wird (und achten Sie darauf, dass er nicht wegrollt und jemanden verletzt!).

2. Stellen Sie Ihre Kamera auf Weitwinkel und eine große Blende ein (das ist eine kleine „f-Zahl“ in den Einstellungen). Wenn Sie Ihre Blende nicht kontrollieren können, sollten Sie selbst sehr nah an die Glaskugel herankommen. So stellen Sie sicher, dass der Hintergrund nicht ablenkt.

3. Bei Nachtaufnahmen muss Ihre Kamera entweder auf eine hohe ISO-Empfindlichkeit eingestellt sein oder auf ein Stativ gestellt werden. So können Sie sicherstellen, dass ein scharfes Bild aufgenommen wird.

4. Achten Sie auf große Motive in Ihrer Nähe. Der Versuch eine weit entfernte Stadt oder Landschaft einzufangen, führt zu einem Bild mit einem zu kleinen Motiv

5. Experimentieren Sie mit Symmetrie und Linien. Benutzen Sie Stege, Gebäude und Berge, um die Aufmerksamkeit auf die Glaskugel im Rahmen zu lenken.

6. Versuchen Sie den Lensball nicht bei jeder Aufnahme in der Mitte des Bildes zu haben. Experimentieren Sie! Versuchen Sie  die Glaskugel auf einem seitlichen Drittel zu halten. Und bleiben Sie offen für andere Perspektiven vom gleichen Motiv.

7. Achten Sie darauf nicht im eigenen Bild zu sein! Das ist nicht ganz einfach, aber wenn Sie Ihr Spiegelbild im Lensball sehen können, wird es der Betrachter des fertigen Bildes mit Sicherheit auch sehen.

8. Platzieren Sie die wichtigen Bildelemente möglichst in einem runden oder zumindest quadratischen Bereich, damit die Person im Portrait nicht durch die extreme Randverzerrung optisch in Mitleidenschaft gezogen wird. Hierfür sollten die Augen bzw. das Gesicht auch immer genau in der Mitte der Kugel zu sehen sein.

9. Wenn Sie mit Blitz(en) arbeiten, positionieren Sie diese möglichst in der optischen Achse der Kristallkugel, damit ungewünschte Reflexionen auf der runden Oberfläche nicht das Motiv ruinieren.

Sobald Sie Ihr Lieblingsmotiv gefunden haben, lohnt es sich zu experimentieren: Wie viel vom Motiv können Sie im Lensball einfangen? Sie werden überrascht sein, wie viel in so einer kleinen Glaskugel (aufgrund der runden Form) zu sehen ist.

Motive: Wie Sie mit einer Glaskugel fotografieren

Formatfüllender Einsatz: Kristallkugeln haften immer noch ein mystischer und exotischer Touch an, der sich nutzen lässt, um den gläsernen Rundkörper als „Hero“ abzulichten. Das gesamte Setting inklusive Porträtmodel muss dann innerhalb der Kugel Platz finden. Idealerweise positionieren Sie die Person genau zentriert (sitzend oder sogar liegend). Da das Bild in der Kristallkugel auf dem Kopf steht, können Sie das gesamte Bild in der Präsentation dann um 180 Grad drehen, damit man das eigentliche Motiv wieder richtig herum sieht. Diese Maßnahme macht das endgültige Foto sogar noch spektakulärer. Das gilt vor allem, wenn Sie eine besonders dekorative Auflagefläche für die Kugel finden, die dann als eine Art „Krone“ am oberen Bildrand erscheint. Die Kugel sollte etwas über der zu fotografierenden Person liegen, um ungewünschte Reflektionen zu vermeiden. Die Unschärfen außerhalb der Kugel ergeben bei einer relativ langen Brennweite und entsprechender Blendenöffnung dann ein sehr schönes Bokeh. Je näher Sie die Kamera an der Kugel positionieren, desto einfacher stellen sich die notwendigen Kamera-Einstellungen dar.

Platzierung im Vordergrund: Soll die Kristallkugel nicht die Hauptrolle spielen, aber vielleicht als optisches Tor zum Porträt-Model fungieren, können Sie die Kugel in der vorderen Bildebene ablegen. Der Glaskörper nimmt dann höchstens 15 bis 20 Prozent der Bildfläche ein. Das Objektiv mit einer eher geringeren Brennweite stellen Sie auf die Kristallkugel scharf. Der Hintergrund und Model versinken dann in einer ganz bewusst gewählten Unschärfe. Diese pendeln Sie dann wunschgemäß zwischen ausgeprägtem Bokeh und leichtem Verschwimmen ein. Wenn Sie bei der Platzierung der Kugel alles richtig gemacht haben, sieht man das Model und den Hintergrund (natürlich um 180 ° Grad gedreht) im runden Glas gestochen scharf. Dieses Setting erfordert ein paar Experimentierphasen, um den gewollten Effekt auch entsprechend erzielen zu können. Hier hat es sich bewährt, das Bild am Schluss nicht noch mal auf den Kopf zu stellen, da man den grundsätzlichen Bildaufbau ja mehr oder weniger verschwommen erkennen kann.

Verwendung als dramaturgisches Accessoire: Natürlich kann man eine Kristallkugel auch einfach „nur“ als Kristallkugel benutzen. Legen Sie sie Ihrem Model vielleicht direkt in die Hand und in den verträumten Blickfokus und Sie erhalten im Handumdrehen eine neue Bild-Aussage. Kristallkugeln stehen als starkes Synonym für die gedankliche Beschäftigung mit der Zukunft und/oder neuen Ideen. Wer es noch etwas raffinierter möchte, arrangiert Model und Kugel so, dass man im Glaskörper noch ein zweites Motiv mit eigener „Geschichte“ oder Aussage sieht.

Damit ist es aber noch nicht vorbei:

Tipps: Wie Sie noch kreativere Glaskugel-Aufnahmen machen

  1. Versuchen Sie verkehrt herum zu fotografieren. Normalerweise steht das Bild im Lensball auf dem Kopf und der Hintergrund ist ganz normal. Das muss aber nicht so herum sein. Das vertikale Spiegeln des Bildes kann einen sehr coolen Effekt erzeugen.
  2. Wenn Sie auf einem Stativ fotografieren, versuchen Sie eine Langzeitbelichtung im Inneren des Balls aufzunehmen – es liefert einzigartige Ergebnisse!
  3. Verwenden Sie ein Mikrofasertuch, um die Glaskugel frei von Fingerabdrückenzu halten. Es ist einfacher den Lensball zu reinigen, als das Bild später auf Ihrem Computer zu bearbeiten!
  4. Warum nur einen Lensball verwenden? Es entstehen großartige Effekte, wenn Sie mehrere Lensballs von der Kamera weg „stapeln“. Die Bilder sind dann übrigens auch „richtig“ herum.

Hinweis: Passen Sie auf die Sonne auf!

Abschließend noch eine Sicherheitswarnung:  Lassen Sie Ihren Lensball NIEMALS in direktem Sonnenlicht stehen – unabhängig von der Tagestemperatur! Unbeaufsichtigt verursacht der Lensball ein Feuer, da das gesamte Licht der Sonne auf einen Punkt fokussiert wird!

Das war’s – ein einfaches Werkzeug für einige wirklich coole Fotos! Jetzt müssen Sie nur noch Ihre Glaskugel einpacken und ausprobieren!

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Produkte zu diesem Beitrag

Rollei Lensballs – 60 mm, 90 mm & 110 mm

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