Fotos im Schnee: Fotoshooting in einer Schweizer Eishöhle

Dez 28, 2018 | Event

Fotoprofi Harald Kröher und ein paar Mitglieder des Rollei-Teams zog es im März 2018 ins Schweizer Tal Val Roseg, um ein spektakuläres Eisprinzessinnen-Shooting in einer bizarren Gletscherhöhle durchzuführen – und gleichzeitig verschiedene Rollei-Produkte unter härtesten Umweltbedingungen zu testen. Die Geschichte der Anreise zum Gletscher, das Eishöhlen-Shooting und der nachfolgende Landschaftsfotografie-Abstecher waren sehr beeindruckend. Es sind großartige Fotos im Schnee entstanden. Beginnen wir also mit der Anreise …

Die Anreise zum Val Roseg

Die Teilnehmer dieser Expedition – denn als echte Expedition muss man dieses nicht ganz ungefährliche, Mensch und Material extrem beanspruchende Shooting-Projekt wohl bezeichnen – kamen mit ihren Autos gerade mal zum Taleingang des Val Roseg.

In diesem abgelegenen Berggebiet des Schweizer Kantons Graubünden ist privater Kfz-Verkehr verboten – um ins Hotel zu gelangen, musste das umfangreiche Material komplett in einem Kleinbus verstaut werden, der die gesamte Mannschaft dann durch eine vollkommen unberührte und tief verschneite Natur zum einzigen Gebäude des gesamten Tals brachte.

Bevor es dann ins Hotel ging, wurde die gesamte Ausrüstung ausgeladen und im Schnee gelagert – die Teilnehmer mussten angesichts des engen Zeitplans und aus Sicherheitsgründen direkt noch eine Schneeschuh-Übung inkl. Aufbau eines Notzeltes absolvieren.

Die gute Stunde im tiefen Pulverschnee bei minus 26 Grad überstand das Foto-Equipment und das persönliche Gepäck dank der hervorragend verarbeiteten und bestens isolierenden Rollei-Rucksäcke völlig unbeschadet. Selbst die mitgeführten Akkus behielten weitestgehend ihren hohen Ladezustand.

Der Flug mit dem Helikopter

Am nächsten Morgen brach die Truppe nach einem kurzen Frühstück um 07:30 Uhr auf, um mit den Schneeschuhen einen nahegelegenen provisorischen Hubschrauberlandeplatz zu erreichen.

Bereits nach wenigen Minuten schwebte der Helikopter ein und nahm die erste „Fuhre“ an Personen und Material auf.

Sämtliches Equipment wurde aus Platzgründen in die Außentaschen und Transportkörben des Hubschraubers gepackt und sicher verzurrt, die Innenplätze waren aus verständlichen Gründen den Expeditionsteilnehmern vorbehalten. Selbst der nur 3 bis 4 Minuten dauernde Flug setzte die exponierte Foto-Ausrüstung daher noch zusätzlichem Fahrtwind aus. Notgedrungen wurden die Rucksäcke nach dem Aufsetzen einfach an Ort und Stelle in den hohen Schnee geworfen, damit der Helikopter direkt wieder aufsteigen, die zweite Tranche aufnehmen und auf den Gletscher bringen konnte.

Der Landeplatz befand sich ca. 50 Meter unter dem von Harald Kröher bereits im Vorwege zu Fuß – bzw. Schneeschuh – erkundeten Eingang zur Eishöhle unmittelbar auf dem mächtigen Roseggletscher.

Trotz der vergleichsweise kurzen Luftlinie benötigte die Mannschaft ca. eine Stunde, um das Material aufzunehmen und mit Schneeschuhen mühsam hoch zur Location zu bringen.

Schwierige Witterungsbedingungen

Der mehrere Meter tiefe Schnee beanspruchte die Mitglieder der eisigen Fotosafari nicht nur körperlich, auch die sehr gefährlichen und auch von erfahrenen Bergführern kaum erkennbaren Schneelöcher sorgten für ein deutlich verlangsamtes und sehr vorsichtiges Fortbewegungstempo. Diese Löcher entstehen durch das partielle Abschmelzen von Gletschereis. Nachfolgende Schneefälle oder Verwehungen überdecken dann die nicht sehr breiten Öffnungen, bieten aber durch den feinen Pulverschnee kaum Halt, wenn man unglücklicherweise in eine dieser tückischen Fallgruben tritt.

Die Anreise zur Eishöhle war aber auch für das Material kein echtes „Zuckerschlecken“. Nach dem ungeschützten Helikopterflug und der Lagerung im Schnee stand in der Eishöhle erwartungsgemäß keine vorbereitete und gut isolierte Ablagefläche für die wertvolle Foto-Ausrüstung zur Verfügung. Bei minus 26,5 Grad Celsius fand das persönliche Gepäck und das technische Equipment direkt auf dem Eisboden der atemberaubenden Höhle Platz. Weder das stabile Außenmaterial noch die robusten Reißverschlüsse der Rucksäcke nahmen aber die wirklich ruppige und im wahrsten Sinne des Wortes „kaltblütige“ Behandlung übel oder ließen Feuchtigkeit ins Innere.

Das eisige Foto-Shooting

Angekommen in der sehr dunklen und etwas unheimlich wirkenden Eishöhle, mussten zuerst die mitgebrachten Rollei HS Freeze 6 Studioblitze ausgepackt, betriebsbereit gemacht und platziert werden. An natürlicher Beleuchtung waren nur die Sonnenstrahlen vorhanden, die durch den ziemlich kleinen Eingang der Höhle ihren Weg auf das reflektierende Eis fanden. Trotz der millionenfachen Spiegelungen und Reflexionen konnte man sich nur in einem Sechstel des gesamten Innenraums ohne künstliche Illumination orientieren. Insgesamt fünf Blitzköpfe gingen mit auf die eisige Foto-Safari, je nach Motiv und Kameraperspektive plante Harald Kröher, drei bis fünf HS Freeze 6 auf unterschiedlich hohen Stativen und mit den jeweils passenden Vorsätzen synchron per Funk auszulösen.

Die coole Eisprinzessin

Die grundsätzliche Idee hinter dem Shooting: Den Kontrast zwischen einer grazilen, festlich gekleideten „Eisprinzessin“ und der archaischen Naturgewalt des Gletschers möglichst spektakulär und dramatisch festzuhalten. Dabei musste das weibliche Model nicht nur in unterschiedlichen Outfits in der Gletscherhöhle und auf der Eisbrücke über dem Zugang bei minus 26,5 Grad ausharren, sondern dabei auch immer möglichst natürlich und entspannt wirken. 

Die als Aufwärm-Gelegenheit gedachten benzinbetriebenen Heat-Packs versagten angesichts der unglaublichen Kälte nach kürzester Zeit komplett den Dienst. Die enormen Herausforderungen des 2 Stunden langen Shooting hat das Model wirklich vorbildlich gemeistert und sich die Krone der „Eisprinzessin“ redlich verdient. Foto-Profi Harald Kröher war aber nicht nur von der Ausdauer und Kälteunempfindlichkeit der „coolen“ Lady extrem angetan, auch das mitgeführte Rollei-Equipment verdiente sich den uneingeschränkten Respekt des erfahrenen Künstlers. Während des gesamten Shootings belichtete er mindestens 300 Mal und steuerte drei bis fünf Rollei HS Freeze mit dem auf dem Blitzschuh montierten Funksender.

Das Equipment

Obwohl selbst seine High-End-Profi-Kamera nicht immer zuverlässig auslöste, konnte er sich auf die Funktionsfähigkeit und Leuchtkraft der Rollei-Blitze quasi blind verlassen. Die Akkus der am meisten beanspruchten Studioblitze waren nach der Abbau-Phase nicht komplett leer, die Ersatz-Akkuswurden selbst für einen Blitzkopf nicht benötigt, der die ganze Zeit über direkt auf dem klirrend kalten Boden der imposanten Eishöhle lag.

Nach eigener Aussage hatte Harald Kröher in seiner bisherigen und sicherlich sehr abwechslungsreichen Laufbahn als international anerkannter Foto-Künstler keine vergleichbare Performance unter so extremen Umweltbedingungen erleben dürfen.

Insbesondere die hohe Blitzleistung von 600 Ws in Kombination mit den sehr kompakten Maßen und dem niedrigen Gewicht von Akku und Blitzgerät beeindruckte Harald Kröher nachhaltig. Dabei konnte er zu jeder Zeit alle Blitzfunktionen uneingeschränkt in Anspruch nehmen – in der Eishöhle experimentierte er mit einer Art „umgekehrtem“ HSS-Blitzen und tauchte die eigentlich sehr dunkle Gletscherhöhle vollständig in gleißendes Licht.

Die Abermillionen natürlichen Prismen warfen das Licht in grünen und blauen Tönen zurück, der optische Effekt, den der Profi-Fotograf erzielte, wurde von den Expeditionsteilnehmer als wirklich überwältigend und surreal bezeichnet. Außerhalb des Höhleneingangs platzierte er das Model direkt auf der imposanten Eisbrücke und blitze im HSS-Modus gegen die Sonne. Sämtliche Bedienelemente blieben unabhängig von den durchweg unwirtlichen Temperaturen stets leichtgängig und voll einsatzbereit.

Die spektakuläre Einzigartigkeit dieses Shootings und der erzielten Ergebnisse speist sich aber nicht nur aus der Professionalität aller Beteiligten und der ungeheuren Zuverlässigkeit des eingesetzten Materials – auch die sich verändernden globalen Klimabedingungen sorgen dafür, dass immer weniger Gletscherhöhlen entstehen und dann auch gefahrlos betreten werden können.

Der erfahrene Berg-Guide war sich überhaupt nicht sicher, ob sich eine vergleichbare Eishöhle wohl auch in der nächsten Saison bilden wird.

Landschaftsaufnahmen

Es folgte das abschließende Landschafts-Shooting. Um die nachfolgend beschriebenen Eindrücke der Teilnehmer des exklusiven Landschafts-Shooting im Anschluss an das spektakuläre Gletscherhöhlen-Event richtig einordnen zu können, müssen noch ein paar erklärende Worte über die „Hardware“ verloren werden:

Die neuen Rollei Extremium Rundfilter weisen Eigenschaften auf, die den Umgang mit schraubbaren Objektivvorsätzen grundsätzlich verändern. Bisher konnte man Filter und Objektive nur dann zusammenfügen und wieder trennen, wenn keine Temperaturdifferenzen dafür sorgten, dass sich die einzelnen Materialien in unterschiedlichem Umfang zusammenzogen oder ausdehnten. Im schlimmsten Fall waren Objektiv und Filter dann nämlich auf ewig miteinander verbunden – wenn man keinen Glasbruch riskieren wollte. Mit den Titanringen der Extremium-Rundfilter haben sich diese Probleme schlichtweg in Wohlgefallen aufgelöst. Das extrem temperaturunempfindliche Titan sorgt dafür, dass man die Filter selbst bei brütender Hitze, klirrender Kälte oder enormen Materialtemperaturunterschieden völlig bedenkenlos immer wieder an- und abschrauben kann.

Vor diesem Hintergrund taten sich die Expeditionsteilnehmer verständlicherweise etwas schwer, bei -26,5 Grad „einfach so“ verschiedene Filter aus den wärmeren Filtertaschen und den Rollei-Fotorucksäcken zu nehmen und auf den bereits sehr kalten Objektiven zu montieren. Oder schon im warmen Hotel die Favoriten anzubringen und unter freiem Himmel problemlos wieder abzuschrauben.

Diese unerwartete Flexibilität ermöglichte es den Fotografen, unter eigentlich sehr „filterfeindlichen“ Bedingungen die bezaubernde Bergwelt des Val Roseg durch die verschiedenen Filter zu betrachten und auf der Speicherkarte der mitgeführten Profi-Kameras festzuhalten. Gerade angesichts eines schier endlosen Himmels tritt das Verbesserungspotential eines Premium-Polfilters sehr augenscheinlich zutage: satteres Blau des Himmels und knackigere Kontraste direkt bei der Aufnahme.

Die ND-Filter der Extremium-Familie wurden verständlicherweise hauptsächlich für Langzeitaufnehmen eingesetzt – pünktlich erschienen dann auch direkt ein paar Wolken und dienten als ideale Testobjekte, um mit der Belichtungszeit frei experimentieren zu können.

Darüber hinaus sorgte das sehr intensive Sonnenlicht und die weitläufigen Schneeflächen auch dafür, dass bei verschiedenen Perspektiven schon eine grundsätzliche Überbelichtung ausgeglichen werden musste.

Von den möglichen Bildvariationen waren selbst ausgewiesene Profis mehr als beeindruckt – auch angesichts der extremen Witterungsbedingungen, die normalerweise einen sehr behutsamen Umgang mit dem Material einfordern.

Dabei geht die Qualität der Ergebnisse weit über das „ungefilterte“ Potential selbst von High-End-Kameras hinaus. Weiterhin lassen sich eben auch nicht alle Effekte im Nachhinein bei der digitalen Bildnachbearbeitung erzielen.

Im Hochgebirge empfiehlt es sich weiterhin, neben den „kreativen“ Filtern auch stets einen passenden UV-Filter einzusetzen, der dauerhaft als Schutzglas auf dem Objektiv verbleiben kann – ohne das Risiko einzugehen, sich irgendwann überhaupt nicht mehr von ihm trennen zu können.

Nicht nur ein Teilnehmer war sich bei der abendlichen Sichtung der fotografischen Ausbeute mehr sicher, auch wirklich körperlich dabei gewesen zu sein – die qualitativen Unterschiede bzw. die enorme Zunahme an visueller Intensivität durch den Einsatz verschiedener Extremium-Filter ließ keinen der Tester unbeeindruckt.

Das Fazit

Die mitgeführten Rollei-Produkte haben nicht nur Ihre „Eistaufe“ mit Bravour bestanden, sondern konnten auch noch zum Erfolg dieser wirklich einzigartigen und erinnerungswürdigen Expedition in eine der fotogensten und gleichzeitig auch unwirtlichsten Regionen der Schweiz im vollen Umfang mit beitragen.

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