Zeitrafferaufnahmen - eine kleine Einführung: Tipps & Anleitung

Einführung in das Thema Zeitraffer

Langsam, kaum sichtbar ziehen die Wolken am Himmel und die Sonne senkt sich zum finalen Touchdown bis die Dunkelheit langsam eintritt. So oder ähnlich laufen schöne Sonnenuntergänge ab. Bilder von diesen zeigen den Moment, doch vermögen sie nicht das gesamte Schauspiel widerzuspiegeln. Ein Video, das den Sonnenuntergang dokumentiert, würde es zwar in seiner vollen Pracht zeigen, doch schaut sich wohl niemand ein zweistündiges Video eines Sonnenuntergangs an. Wie kann man also das Geschehen so dokumentieren, dass innerhalb weniger Sekunden das gesamte Schauspiel wiedergegeben werden kann. Die Antwort liegt natürlich auf der Hand: Mit einem Zeitraffer. Sie verkürzen die Zeit, die ein Vorgang benötigt, auf ein Minimum, dadurch, dass bewusst viele einzelne Bilder eines Schauspiels weggelassen werden und/oder in hoher Geschwindigkeit abgespielt werden und genau darum soll es nun gehen.

 

Allgemeines zum Thema Zeitraffer

Zunächst wird natürlich das Wissen benötigt, wie ein Zeitraffer funktioniert. Ein Zeitraffer (auch genannt Timelapse) ist prinzipiell nichts anderes als eine schnell abgespielte Diaschau von einer sich mit der Zeit verändernden Szenerie.

 

Vorgehensweise bei Zeitraffern

Um einen Zeitraffer anzufertigen, gibt es zwei verschiedene Prinzipien. Die erste Möglichkeit ist die einfachste: Man filmt einen Vorgang und spielt das entstandene Video später einfach mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit ab. Problematisch wird dies, wenn man einen Zeitraffer über eine enorm lange Zeitspanne laufen lässt. Die Videodaten wären so groß, dass Probleme mit dem Speicherplatz entstehen könnten.

Die zweite und deutlich bessere Variante ist das Erzeugen von Einzelbildern in einem bestimmten Intervall, die anschließend zu einem Video zusammengesetzt werden. Viele Kameras und auch Smartphones können dies mittlerweile. Sie fertigen in bestimmten Zeitabständen Bilder an und setzen diese dann automatisch zu einem Zeitraffervideo zusammen. Dadurch kann recht einfach und ohne viel Aufwand ein Zeitraffer angefertigt werden. Soll allerdings die Kontrolle über jedes einzelne Bild bestehen bleiben und will man beim Zusammenfügen der Einzelbilder nach eigenen Vorstellungen arbeiten, ist das auch möglich und im Zweifel die bessere Wahl. Dann wartet zwar etwas Arbeit, doch das Ergebnis wird beeindruckend sein.

Verschlusszeiten bei Timelapse

Passend zum Intervall sollte auch die Verschlusszeit gewählt werden. Dazu möchte ich aber erstmal ein Negativbeispiel zur Verdeutlichung beschreiben:

Ziehen am Himmel die Wolken sehr schnell und haben Sie sich für ein Intervall von drei Sekunden entschieden, ist soweit erst einmal alles perfekt. Nun kommen Sie aber zum Einstellen der Kamera. Die Sonne scheint und es ist sehr hell, sodass Sie sich für eine Verschlusszeit von 1/500 s entscheiden. Diese Verschlusszeit ist so kurz, dass sie die Wolken in ihrer Bewegung einfriert. Bis zum nächsten Bild fehlen allerdings noch knappe drei Sekunden in denen sich die Wolken weiterbewegen. Das zweite Bild wird gemacht. Wieder werden die Wolken in ihrer Bewegung eingefroren und wieder sind es noch knappe drei Sekunden bis zum nächsten Bild. Kurz gesagt haben Sie immer einen Raum von knappen drei Sekunden, den die Wolken plötzlich weitergezogen sind. Dies wird im finalen Zeitraffer zu kantig wirken, da die Bewegungen von Bild zu Bild Lücken aufweisen und dadurch sehr abrupt aussehen. Versuchen Sie bei dem gleichen Beispiel die Verschlusszeit auf 1,5 Sekunden zu erhöhen, was mittels Abblenden, Veränderung der ISO-Einstellungen oder dem Einsatz eines ND Filters geschehen kann, dann haben Sie die Wolkenbewegung in den 1,5 Sekunden auf Ihrem Foto und der Sprung zum nächsten Bild ist nur noch 1,5 Sekunden entfernt, was dann zur Folge hat, dass die Lücken zwischen den Bildern geringer gehalten werden und das Ergebnis flüssiger wirkt. Sie sollten also darauf achten, dass zumindest annähernd die Hälfte des Intervalls als Verschlusszeit der Kamera eingestellt ist. Bei sehr kurzen Intervallen ist es sehr wichtig zu beachten, dass die Kamera etwas Zeit zum Abspeichern der Bilder benötigt. Viele Speichervorgänge sind zu lang, als dass ein sehr kurzes Intervall überhaupt möglich wäre. Beachtet man dies alles, dann haben Sie die optimalen Grundvoraussetzungen für einen großartigen Zeitraffer geschaffen.

Wahl der Wiedergabegeschwindigkeit 

Sind die Fotos im Kasten, dann sollte später mit Hilfe von Software wie Lightroom, LRTimelapse oder Adobe Premiere Pro die Einzelbilder zusammengesetzt werden, sodass der fertige Film entsteht. Man sollte dabei im Hinterkopf behalten, dass auch ein Video nichts Anderes ist, als schnell zusammengesetzte Einzelbilder, die in einer bestimmten Wiedergabegeschwindigkeit abgespielt werden. Gängige Video-Wiedergaberaten oder framerates, wie sie genannt werden, sind 24 fps (Fotos pro Sekunde/frames per second), 30fps, 60fps und diverse Zwischenstufen. In einer solchen Geschwindigkeit sollten dann auch die erstellten Fotos wiedergegeben werden, um einen Film zu erzeugen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass ab einer Wiederholrate von 20 Bildern pro Sekunde, das menschliche Auge einen Film als flüssig wahrnimmt. Spielt man also die erzeugten Bilder mit 10 Bildern pro Sekunde ab, dann wird das Video sehr ruckelig und unschön.

Kameraverschleiß und Framerate

Wer aufgepasst hat, wird gemerkt haben, dass die Produktion von Zeitraffern mit Einzelbildern ganz schön auf den Verschluss einer Spiegelreflex-Kamera geht, da die Zahl der gemachten Bilder für einen Film enorm groß ist. Es bietet sich daher an, eine Kamera zu nutzen, die spiegellos ist. Nutzen Sie dennoch eine Spiegelreflexkamera, dann sollten Sie sich im Vorfeld Gedanken über das Resultat machen. Vor allem darüber, mit welcher Framerate Sie das Video abspielen möchten. Sinnvoll ist es dabei eine niedrige Framerate von beispielsweise 24 fps zu nutzen, da dann das Video schon flüssig wahrgenommen wird und nur 24 Einzelbilder für eine Sekunde fertigen Zeitraffer benötigt werden. Möchten Sie es mit 60 fps abspielen, müssen Sie aber für eine Sekunde fertigen Zeitraffer 60 Fotos anfertigen.

Ausrüstung für ansprechende Zeitrafferaufnahmen

Für einen einfachen Zeitraffer benötigen Sie nicht viel. Es ist ausreichend, wenn Sie eine Kamera mit Objektiv haben, ein separates Intervalometer – falls dies nicht in der Kamera integriert ist – und ein stabiles Stativ. Haben Sie diese Gerätschaften zur Hand, können Sie schon sehr hochwertige Zeitraffer anfertigen.

Darüber hinaus kann man, für den besonderen Look, motorisierte Kameraslider einsetzen, die für eine zusätzliche Bewegung bzw. Kameraführung während des Zeitraffers sorgen. Diese Slider lassen sich zusätzlich mit 360°-Panoramaköpfen, die ebenfalls motorisiert sind, kombinieren, was zu sehr beeindruckenden Ergebnissen führen kann. Außerdem ist es sinnvoll, wenn die Kamera an ein Handy angeschlossen werden kann, um bei Tag-zu-Nacht-Zeitraffern den Übergang zwischen Tag und Nacht möglichst gut hinzubekommen. Eine App wie zum Beispiel QDSLR Dashboard interpretiert dabei regelmäßig das Histogramm und regelt, sobald die Dunkelheit einen bestimmten Referenzwert unterschritten hat, die Verschlusszeit der Kamera nach. Das fertige Ergebnis wird sehr beeindruckend sein, solange alles gut abläuft.

Am Anfang sollten Sie es jedoch vielleicht lieber bei der Grundausstattung belassen, denn zu viele Köche verderben in der Anfangsphase eventuell den Brei, da Sie zu viele Parameter und Variablen haben, auf die Sie gleichzeitig achten müssen. Sie sollten sich daher zuallererst darauf konzentrieren Zeitraffer ordentlich anfertigen zu können, da dieses Ihnen einiges abverlangen wird. Meiner persönlichen Erfahrung nach ist es auch nützlich eine Checkliste anzufertigen, die dafür sorgt, dass nichts zu Hause liegen bleibt. Bei der Grundausstattung mag einem dies vielleicht noch etwas albern vorkommen, aber spätestens dann, wenn Slider und Co. zum Einsatz kommen, ist dies eine enorme Hilfe. Zum Thema Slider und Kameraführung kommen wir dann in Teil zwei dieser Serie.

Location und Bildaufbau

Das wichtigste bei einem Zeitraffer ist die Wahl der Location und der richtige Bildaufbau, denn diesen können Sie nicht mehr verändern, sobald Sie den Zeitraffer gestartet haben. Daher empfehle ich hierbei lieber mehr Zeit auf der Suche nach der Location und dem richtigen Bildausschnitt aufzuwenden, als sich im Nachhinein über den ungünstig gewählten Bildausschnitt zu ärgern. Sie sollten es außerdem unbedingt vermeiden Fotos im Hochformat zu schießen, da es im Nachhinein mühselig ist, den Fernseher auf die Seite zu kippen, um das Video in seiner vollen Pracht ansehen zu können.

Bei der Wahl des Bildausschnittes sollten Sie beachten, dass sich nach Möglichkeit irgendetwas im Bild verändert, sonst könnte der Zeitraffer sehr langweilig werden. Ziehende Wolken, ein Sonnenauf- oder -untergang, eine stark befahrene Kreuzung oder fließendes Wasser sind nur einige Bespiele für sich verändernde oder bewegende Motive, die sich hervorragend für einen Zeitraffer eignen. Wenn Sie Einzelfotos machen und am Ende ein Video daraus erstellen, ist es gut zu beachten, dass das gängigste Videoformat 16:9 ist, wohingegen die meisten Kameras im 4:3 Format Fotos aufnehmen. Dadurch fällt zumindest in der Höhe der Bilder etwas weg. Hierbei kann der Videomodus helfen, wenn sich das Format in der Kamera nicht umstellen lässt: Sie stellen den Videomodus ein und bekommen dann im Liveview der Kamera einen 16:9 Ausschnitt gezeigt, mit dem Sie dann Ihren Bildaufbau wählen können. Sie fixieren die Kamera anhand dessen mit Hilfe des Stativkopfs und verändern am besten daher nichts mehr. Sie schalten nun lediglich vom Videomodus zurück in den Fotomodus und können dann die Aufnahme starten.

Einstellungen bei Zeitraffern

Die Kamera sollte manuell eingestellt werden, um zu vermeiden, dass sich die Parameter in der Kamera verändern, sobald die Lichtverhältnisse schwanken. Eine Ausnahme bieten Tag-zu-Nacht-Zeitraffer, bei denen die Kamera stetig nachreguliert werden muss, wie bereits oben kurz beschrieben. Um den Rahmen in diesem ersten Teil nicht zu sprengen, gehen wir aber an dieser Stelle nicht näher darauf ein.

Den Fokus stellen Sie optimal auf die Szenerie ein und schalten den Autofokus danach ab, sodass dieser nicht während der Fotos versucht scharf zu stellen. Das sähe in der Regel sehr unschön aus und könnte das gesamte Filmmaterial ruinieren. Stellen Sie ebenfalls eventuelle Stabilisatoren aus. Die Belichtung wählen Sie, wie bereits erwähnt, so, dass sie im Idealfall halb so lang wie das Intervall ist. Hierbei ist der Einsatz von ND Filtern teilweise sehr hilfreich. Dabei sollten Sie allerdings beachten, dass Sie die Sucherabdeckung bei längeren Verschlusszeiten geschlossen halten, um unschöne lilafarbene Verfärbungen in der Bildmitte zu vermeiden. Bei großen Kontrasten sollte auch vor dem Einsatz von Verlaufsfiltern nicht zurückgeschreckt werden. Prinzipiell kann man sagen, dass restliche Einstellungen und Variablen wie bei der Landschaftsfotografie vorgenommen werden, d.h. eine geschlossene Blende und eine niedrige ISO. Für eine optimale Nachbearbeitung sollten Sie immer im RAW-Format arbeiten, da Sie so die besten Möglichkeiten haben in den Höhen und Tiefen der Bilder noch Veränderungen vorzunehmen.

Nachbearbeitung der Fotos

Wenn Sie mit Einzelbildern arbeiten, kommen Sie nicht Drumherum am PC die Fotos zusammenzusetzen. Mit Hilfe einer geeigneten Software werden die Bilder chronologisch angeordnet und vorher einheitlich bearbeitet, damit das Ergebnis auch den Look hat, den Sie in das Video bringen möchten. Anschließend wird der fertige Zeitraffer als Video abgespeichert, sodass Sie sich ihr Werk zum ersten Mal „in flüssiger Form“ anschauen können. Für das Zusammenfügen des Zeitraffers gibt es diverse Möglichkeiten. Ob Freeware oder kostenpflichtige Programme zum Einsatz kommen sollen, ist jedem selbst überlassen. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Kombination von LRTimelapse und Lightroom gemacht, weshalb ich diese jedem anstandslos empfehlen kann.

Ich hoffe, diese erste Einführung hat Ihnen gefallen und freue mich über ein „Wiederlesen“ im nächsten Teil!

Day to night und bewegte Zeitraffer

Neben dem einfachen Zeitraffer gibt es noch komplexere Verfahren, um das Geschehen interessanter darzustellen. Zusätzliche Bewegung in den Zeitraffer einzubringen, ist zum Beispiel ein Effekt, der häufig genutzt wird. Zeitlupenartige Kamerafahrten gepaart mit sich schnell bewegenden Wolken bringen dabei beispielsweise einen großartigen Kontrast in das Video, der einfach nur fasziniert.

Saechsische Schweiz Abendrot Zeitraffer

Zeitraffer per Eieruhrmethode

Manche Bewegungen kann man mit ganz einfachen Haushaltsmitteln erstellen. Stellt man seine Kamera zum Beispiel auf eine Eieruhr und lässt die Kamera im Intervall Bilder schießen, während die Eieruhr sich dreht. So erhält man als Resultat einen sich bewegenden Zeitraffer und das mit einfachen Mitteln. Die Qualität der Kameradrehung hängt dann von der Gleichmäßigkeit der Eieruhr ab. Die Eieruhrmethode bringt allerdings mögliche Probleme mit sich. Sie können beispielsweise in der Regel maximal eine Stunde einen Zeitraffer laufen lassen (normale Laufzeit einer Eieruhr), was bei längeren Vorhaben natürlich nicht ausreicht. Große Kameras sind auch meist zu schwer, als dass man die Eieruhr damit belasten könnte. Außerdem dreht sich die Uhr häufig kontinuierlich, was bei längeren Verschlusszeiten suboptimal ist, da die Bilder bei solchen Belichtungszeiten grundsätzlich unscharf werden.

Für diese Probleme gibt es allerdings eine Lösung: Motorisierte und programmierbare Kameraslider und 360°-Panoramaköpfe die zusätzlich auf dem Slider montiert werden können, bieten die Möglichkeit all diese Probleme zu umgehen und Bewegung nach Wunsch in das Video zu bringen.

Slider für Kamerafahrten nach Wunsch

Der Slider ist eine Schiene mit einem vormontierten Schlitten, auf dem die Kamera hin und her fahren kann. Dies passiert im Idealfall ruckelfrei und häufig durch einen Riemen, der zwischen dem Anfang und dem Ende des Sliders gespannt ist. Slider sollten vor allen Dingen für einen Zeitraffer motorisiert und programmierbar sein. Der Motor sorgt dafür, dass die Kamera während der Aufnahmen gleichmäßig über den Schlitten befördert wird und nicht ruckartig. Dabei stoppt der Motor für jede Aufnahme die Fahrt, um zu garantieren, dass die Aufnahme nicht verwackelt wird. Nach jeder Aufnahme wird die Kamera wieder ein Stück weiterbefördert, um das nächste Foto zu schießen. Da diese Fahrtintervalle nur wenige Millimeter bis Zentimeter betragen, wäre es sehr unangenehm und fehleranfällig dies manuell vornehmen zu müssen. Slider gibt es in verschiedenen Ausführungen, Materialien und Längen und natürlich auch in verschiedenen Preisklassen. Ich persönlich setze dabei immer auf Carbon, da mir die Gewichtsersparnis sehr wichtig ist, denn zum Slider hinzu kommt noch eine ganze Menge Material, das zum Aufnahmeort befördert werden muss.

360° Panoramakopf

Wem der Slider auf Dauer zu langweilig ist und eine Achse für eine Kamerafahrt nicht reicht, der kann entweder eine Eieruhr auf den Slider stellen (mit den bereits beschriebenen Problemen) oder aber einen motorisierten Panoramakopf verwenden. Beim Slider-System von Rollei zum Beispiel ergänzt der X2 Motion Kopf den Slider um zwei weitere Achsen. Sie können eine 360° Drehung um die horizontale und/oder um die vertikale Achse mit in den Zeitraffer einbringen, was richtig rockt. Der Kopf ist ebenso wie der Motor des Sliders programmierbar. In Kombination funktionieren Kopf und Slider als eine Einheit, sodass Sie nur einen Controller haben, in dem Sie die Fahrt einprogrammieren. Gerade bei Zeitraffern, mit denen man mit der Kamera die Milchstraße oder die Sonne verfolgen will, ist ein 360° Panoramakopf bestens geeignet.

Bildgestaltung bei bewegten Zeitraffern

Bei bewegten Zeitraffern sollten Sie noch einmal mehr auf den Bildaufbau achten, denn um die Bewegung sichtbar zu machen, benötigen Sie einen Vordergrund, der sich gegen den Hintergrund verschiebt. Je näher der Vordergrund an der Kamera ist, desto besser wird die Fahrt sichtbar.

Day to night - „Holy Grale“ der Zeitrafferaufnahmen

Was lange Zeit fast unmöglich war, ist das Erstellen eines Zeitraffers vom Tageslicht bis zur absoluten Finsternis, weshalb sich der Name Holy Grale, für die Unmöglichkeit dieser Aufnahmen, durchgesetzt hat. Der Grund dafür ist ganz einfach: Das sich stark verändernde Licht. Um vom Tageslicht bis in die Nacht etwas auf den Bildern zu erkennen, ist man gezwungen, die Einstellungen der Kamera regelmäßig nachzustellen. Je dunkler es wird, desto länger muss die Verschlusszeit werden, eine höhere ISO eingestellt werden oder aber die Blende weiter geöffnet werden. Dies hat zur Folge, dass bei jeder Veränderung der Kamerawerte das Video eine deutlich sichtbare Veränderung bekommt, indem es sprunghaft entweder heller oder dunkler wird. Mit Hilfe eines Programms, wie zum Beispiel LRTimelapse, ist es allerdings möglich diese Lichtsprünge zu glätten, sodass am Ende ein gleichmäßiges Video entsteht.

QDSLR Dashboard

Beim Übergang vom Tag zur Nacht wird man gezwungen, die Parameter der Kamera ständig nachzustellen, um die Helligkeit im Bild möglichst konstant zu halten. Dies hat zur Folge, dass man eine ganze Weile an der Kamera hockt und die Rädchen dreht, was sehr nervig sein kann. Außerdem läuft man Gefahr, dass man beim Verändern der Kameraeinstellungen die Kamera verwackelt. Da aber so ziemlich jeder mittlerweile über ein Smartphone oder sogar ein Tablet verfügt, kann man diesen Arbeitsgang automatisieren. Die App QDSLR Dashboard kann die Kontrolle über die Kamera übernehmen. Man muss dazu das Handy oder auch das Tablet, über WLAN oder ein Kabel mit der Kamera verbinden, die Kamera auf JPG und RAW gestellt haben und schon kann es losgehen.

Die App ist nun in der Lage, mit Hilfe der JPG-Vorschau, die nach jeder Auslösung auf dem Mobilgerät gezeigt wird, das Histogramm des Bildes, über Referenzwerte, zu interpretieren. Im Laufe des Tages wird sich die Helligkeit im Bild verändern und das Bild wird beispielsweise dunkler. Die App sorgt dafür, dass die Werte der Kamera wieder so angepasst werden, dass das Histogramm ausgeglichen ist, bis das Bild erneut zu dunkel und die App wieder aktiv wird.

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     Autor / Fotograf: Alexander Ahrenhold