Ein Löwe unterwegs in Schottland

Siegfried Klingl kommt aus dem mittelfränkischen Erlangen. Der 38-jährige Betriebswirt ist begeisterter Hobbyfotograf, dessen Vorliebe der Landschaftsfotografie gilt. Auf seinem Instagram Account #siegfriedklingl zeigt er beeindruckende Aufnahmen. Auf seiner Schottlandreise hatte er das Rollei Lion Rock 30 Mark II Carbon Stativ sowie den Rollei Lion Rock Stativkopf 25 im Gepäck. Von seinen Erfahrungen berichtet er nun.


Old man of Storr

Die richtige Stativwahl

Speziell auf Reisen kann es Profi- und Hobbyfotografen zur Verzweiflung treiben, eine perfekte Aufnahme zu schießen, wenn auf das falsche Stativ gesetzt wurde. Ein herkömmliches Reisestativ mit zu geringer Arbeitshöhe und zu geringer Stabilität unter Extrembedingungen kann genau so frustrieren, wie unhandliche Stative mit hohem Eigengewicht und nicht transporttauglichen Maßen.

Gerade als Hobby Landschaftsfotograf ist es nicht leicht sich im Stativdschungel zurecht zu finden. Ich war auf der Suche nach einem robusten Stativ mit geringem Eigengewicht für meine Nikon D850. Da ich gerne mit einem Weitwinkel auf Bodenhöhe arbeite grenzte ich die Wahl auf ein Modell ohne Mittelsäule ein. Weitere Bedingung war, dass es wasserfest ist.

Nach unzähligen Recherchen und Testberichten fiel die Wahl letztendlich auf das Rollei Lion Rock 30 Mark II Carbon Stativ inkl. Stativkopf Lion Rock 25.

Das Rollei Lion Rock 30 Mark II Stativ

Was aber macht das Lion Rock 30 Mark II in vielen Belangen anders? Es sind Alleinstellungsmerkmale wie

  • die verbesserte Beinkonstruktion bestehend aus 11 Carbonfaserschichten, welche maximale Robustheit bei minimalem Gewicht gewährleisten,
  • der einwandfrei funktionierende Twist-Lock-Beinmechanismus mit einer eingebauten Dichtung in jedem Segment, welche das Eindringen von Wasser, Staub und Schmutz verhindert und natürlich
  • die integrierten Spikes mit 90° Ausrichtung, die das Kamera- und Stativgewicht gerade nach unten in den Boden drücken und somit ein Wegrutschen nach außen verhindern.
  • Diese Eigenschaften und die einzigartige Konstruktion mit einem Gewicht von weniger als 2,9 kg, bei einem Packmaß von 65 cm (mit Kugelkopf Lion Head 25), machten das Stativ zu einem perfekten Begleiter während meiner Schottlandreise.

Als Landschaftsfotograf stellt man sich vorab die Frage des Transports während des Fluges. Im Gegensatz zum Kamerarucksack geht ein Stativ dieser Kategorie nicht mehr als Handgepäck durch. Somit bleibt nur die Möglichkeit des Transports im aufzugebenen Gespäck. Hier bietet sich ein weiterer großer Vorteil durch das Schnellspannsystem, welches ein Trennen des Stativkopfs samt Basisplatte von der Stativschulter, sekundenschnell und ohne zusätzliches Werkzeug ermöglicht. Somit lässt sich während des Transports Platz sparen und der Stativkopf kann zusätzlich sicher verpackt werden. Das Schnellspannsystem ermöglicht zudem ein schnelles und unkompliziertes Wechseln von optional erhältlichem Zubehör, wie die zusätzliche Mittelsäule oder etwa einem Gimbal.

Neben den zu erwartenden schottischen Natureinflüssen wie Regen, Wind und stürmischer See war es jedoch oft der torfige Boden, der den Einsatz des Stativs speziell an Klippenrändern zur Herausforderung machte. Das feine Wurzelgeflecht macht das Erdreich zu einem instabilen und weichen Untergrund, als stehe man auf einer Turnhallenmatte. Die integrierten Spikes und die hohe Standfestigkeit ermöglichten auch in diesen schwierigen Situationen eine sichere Arbeitsweise.

Dank der verwendeten Materialien und Dichtungen gestaltete sich auch der Einsatz im Salzwasser als Leichtigkeit. Trotz unruhiger See oder steinigem Untergrund hatte ich nie das Gefühl, dass etwas wackelt oder einem die Situation im wahrsten Sinne entgleitet. Nach dem Einsatz wurden die Beine einfach unter der Dusche in der Unterkunft abgebraust. Der intensive Einsatz zeigte auch nach 3 Wochen keine Rückstände von Sand, Schmutz oder Salzwasser in den Beinsegmenten.

Fotograf Siegfried Klingl im Einsatz
Fairy Pools Skye

Nicht ganz so gut gefällt mir die manuelle Winkelverriegelung der Beinabspreizung. Wenn man das Stativ zusammengeklappt unter dem Arm trägt rutschen die Winkel (bei 90°) aufgrund einer fehlenden Fixierung bis zum Anschlag aus der Verankerung. Die abstehenden Winkel verhedderten sich des öfteren während des Gehens in der Hose. Eine Fixierung der Winkel wäre hier ganz hilfreich. Ebenso gehen für meinen Geschmack die Beine etwas schwer, was bei montierter Kamera ab und an zum Kraftakt wurde. Die Beine lassen sich jedoch dank beiliegendem Inbusschlüssel in die gewünschte Härte justieren. Letzter Punkt betrifft die im Lieferumfang befindliche Stativtasche. Diese hätte minimal länger ausfallen können, denn mit aufgesetztem Stativkopf passt diese nur noch knapp (die Basisplatte des Kugelkopfes muss schräg fixiert werden) in die an sich sehr hochwertige Tasche.

Der Lion Head 25 Kugelkopf

Der Lion Head 25 ist ein aus hochwertigen Aluminium verarbeiteter Kugelkopf. Mit seinen 660 Gramm inklusive der Arca-Swiss-kompatiblen Schnellwechselplatte ist er kein Leichtgewicht, ist jedoch auf bis zu 25 Kilogramm Traglast ausgelegt. Vier Wasserwagen helfen bei der Ausrichtung und eine zusätzliche Skalierung für Panorama-Aufnahmen ist ebenfalls angebracht. Sehr gut gefallen hat mir die Hauptverriegelungsschraube. Sie ist schön griffig und das Fixieren des Kopfes läuft butterweich. Zudem ist sie nicht gummiert, was ich sehr positiv finde, da sich bei älteren Stativen nach längerem Einsatz und bei hoher Hitze/Kälte meist das Gummi löst. Professionell gelöst ist auch die Dämpfungsvoreinstellung, die verhindert, dass die Kamera versehentlich zu schnell wegkippt, wenn die Hauptverriegelungsschraube gelöst wird. Diese lässt sich je nach verwendetem Equipment einstellen.

Fotograf Siegfried Klingl bei der Arbeit

Fazit

Nach 3 wöchigem Dauereinsatz bei Wind und Wetter, auf Asphalt, Lehm, Morast und im Süß- und Salzwasser kommen wir nun zur abschließenden Frage: Bereue ich die Anschaffung des Lion Rock 30 Mark II zusammen mit dem Lion Head 25?

Um diese Frage zu beantworten möchte ich anmerken, dass dieses Stativ samt Kugelkopf nicht das Günstigste ist und als Hobby Fotograf muss jeder für sich selbst entscheiden, ob man aktuell 1.299,00 € (Promo) dafür ausgeben möchte. Gemessen jedoch am Wert erhält man ein ausgereiftes Produkt mit einer enormen Ausstattungspalette. Die hochwertige Verarbeitung, die verwendeten Materialien verbunden mit
einer benutzerfreundlichen Bedienung hinterlassen einen sehr guten Eindruck. Um aber nun auf meine einleitende Frage zu kommen: Nein - im Gegenteil! Das Lion Rock 30 Mark II ist für mich das beste Stativ, welches ich bis jetzt hatte. Das speziell für die Outdoor- und Landschaftsfotografie konzipierte Stativ macht einfach nur Spass und es sieht obendrein noch richtig cool aus. Es ist ein idealer Begleiter und hat man es erst mal aufgebaut, steht es wie ein „Rock“.

Neist Point Cam

Finale Impressionen aus Schottland

Glen Fairy
Dunnet Head Lighthouse
Rua Reidh Lighthouse
Dunnather Castle Stonehaven
Stacks of Duncansby

Fotograf: Siegfried Klingl

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