Workshop: Unterwasser-Fotos im Studio mit Manfred Zentsch – Teil 2

Im ersten Teil dieser kleinen Blogartikelreihe zum Workshop "Unterwasser-Shooting im Studio" haben wir Ihnen die zahlreichen Anforderungen – und Hindernisse – geschildert, die Foto-Profi Manfred Zentsch meistern musste, bevor er in seinem Heidelberger Studio eine beeindruckende Alternative zur herkömmlichen Unterwasser-Shooting-Praxis installieren konnte. Heute berichten wir Ihnen über den exklusiven Workshop, den Manfred Zentsch für sechs Leserinnen und Leser der Zeitschrift FOTOHITS im Dezember 2018 durchführte – die Rollei HS Freeze 6 Profi Studioblitze spielten dabei eine entscheidende Rolle…

Stringenter Ablaufplan

Profi-Fotograf Manfred Zentsch hatte für die sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen durchaus stringenten "Stundenplan" in Petto: Nach einer kurzen Einweisung in die technischen Hintergründe seiner Lösung (die Sie bereits im ersten Teil dieser Blogartikelserie erfahren konnten), waren vier Durchläufe geplant – Model Katherina sollte in vier unterschiedliche Kostüme schlüpfen und mit mehreren Accessoires vor wechselnden Background-Motiven hantieren. Die sechs Teilnehmer – fünf Männer und eine Frau montierten dann ihre Kameras mit Arca-Swiss-Schnellwechselplatten auf dem in festgelegtem Abstand und bodennaher Höhe platzierten Rollei Rock Solid Stativ, steckten den Funksender für die HS Freeze 6 auf den Blitzschuh und konnten dann das Model nach Wunsch dirigieren – und auch den jeweiligen Hintergrund auswählen. Da der Abstand zum Motiv (7 Meter) genau fest stand (das Model konnte sich lediglich in einem Bereich von 70 cm Breite hin- und her bewegen, die horizontalen und vertikalen Maße des Tanks wurden im Sucher der Kamera vorher ebenfalls genau "abgesteckt") stellten die jeweiligen Fotografen ihre Objektive manuell scharf, wählten eine 8er Blende und arbeiteten dann mit einer effektiven Brennweite von ca. 80 mm. Diese konnte aber teilweise variieren, da der eine oder andere "trockene" Unterwasser-Fotograf mit einem Objektiv-Adapter arbeitete.

Der erste Durchgang: Meerjungfrau

Die Belichtungszeit betrug lediglich zwischen 1/60s und 1/80s, da die zwei bzw. drei HS Freeze 6 für ausreichende Helligkeit im Motiv sorgten. Der Hintergrund sollte bewusst etwas unscharf bleiben, um die Illusion der räumlichen Tiefe zu erzeugen – die beschriebene Brennweiten-Blenden-Kombi stellt das Resultat zahlreicher Testreihen dar, die Manfred Zentsch im Vorwege absolvierte. Für den ersten Durchgang hüllte sich Model Katherina (immerhin eine zertifizierte Level-2-Freediverin) in ein sehr dekoratives Meerjungfrauen-Kostüm und folgte dann mit stoischer Ruhe den Anweisungen der Fotografen. Diese wurden vorher in "Kameramarken-Gruppen" eingeteilt, um nicht ständig die Funksender und Empfänger umstellen zu müssen. Beginnen durften im ersten Durchgang die Sony-Besitzer, dann folgten die Nikon-Eigentümer, dann kamen die Canon-Enthusiasten an die Reihe. Nachfolgend wechselte die Abfolge dann mehrmals durch. Als Herausforderung für die Teilnehmer, die vorher verständlicherweise noch keine vergleichbaren Erfahrungen sammeln konnten, stellte sich die jeweils passende Kombination der individuellen Kamera-Optionen dar – Manfred Zentsch gab als persönliche Empfehlung den langsamen Serienbildmodus und eine komplett manuelle Fokussierung aus – einige Teilnehmer mussten aber feststellen, dass ihre Kameras (u.a. im Liveview-Modus) Probleme hatten, die Bewegungen des Models auch zufriedenstellend abzulichten. Im Laufe des Nachmittags (der Workshop war von 11 bis 17 Uhr angesetzt) fanden aber alle Anwesenden die für sie und ihre Kamera perfekt passenden Einstellungen und Vorgehensweisen. Als Hintergrund wählten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorwiegend zwischen einem von Manfred Zentsch selbst erstellten UW-Szenario und einer eher plakativ wirkenden Luftblasen-Potpourri.

Behind the scenes Model im Abendkleid

Zweites Kostüm - Abendkleid

Das zweite Kostüm, das Katherina für den Workshop in ihren "Meerjungfrauen"-Koffer gepackt hatte – das enorm fotogene Model betreibt übrigens seit geraumer Zeit und sehr erfolgreich tatsächlich eine eigene "Mermaid-Schule" – war ein knallrotes Abendkleid. Im Gegensatz zum zweifelsohne an den Unterwassereinsatz besser angepassten Meerjungfrauenkostüm musste Katherina wesentlich mehr Aufwand betreiben, um das Eigenleben des wallenden Stoffs im Sinne der Fotografen zu unterbinden. Diese hatten sich aber nun bereits im ersten Durchlauf mit den unbekannten Rahmenbedingungen einigermaßen vertraut machen können und erhöhten die Blitzfrequenz entsprechend, um die einzigartigen Momente dann auch entsprechend einzufangen. Als Hintergrund wechselte Manfred Zentsch zwischen einem sehr abstrakten und geometrischen Motiv und den bereits bewährten "Blubberblasen". Seine beiden Auszubildenden setzte der Fotograf ein, um die Blasenpumpe zu betätigen – zwei mit zahlreichen Löchern versehene Rohre, die innen am Boden des Tanks befestigt und mit einem Kompressor mit Luft versorgt wurden.

Dritte "Staffel": Tunnelbaustelle

Für die dritte "Staffel" sprang Katherina im Bikini ins Wasser, streife sich eine orange Warnweste über und nahm eine massive Spitzhacke in die Hand. Der Zweck dieser Kostümierung erschloss sich den Teilnehmern durch die Einblendung einer historischen Tunnelbaustelle. Mit anmutigen – und angesichts des empfindlichen Glases – auch sehr kontrollierten Bewegungen posierte die wasserbegeisterte Katherina dann für die Fotografen. Diese sprachen der schwarzhaarigen Freediverin wiederholt ihre uneingeschränkte Bewunderung aus – obwohl das Wasser vor dem Workshop auf ca. 23 Grad vorgeheizt wurde, machte auch der geübten Meerjungfrau im Laufe der Stunden der zwangsläufige Körperwärmeverlust zu schaffen.

Zum Schluss: Gegenlicht-Shooting

Für die vierte Shooting-Reihe nahm das Model zwei Stoffstreifen mit in den Tank – um den Teilnehmern auch die Möglichkeit zu geben, einen dritten Rollei HS Freeze 6 als Gegenlicht-Blitz einsetzen zu können. Dieser Durchlauf wurde von einer ganz besonderen Stimmung begleitet, da Studiobesitzer Manfred Zentsch nach jedem Kamera- und Fotografenwechsel das meiste Licht im Raum löschte. Die Silhouetten der umstehenden Teilnehmer, das dreifache Stroboskop-Licht der Rollei Blitzköpfe und die anmutigen Bewegungen des Unterwasser-Models verbanden sich zu einem enorm stimmungsvollen "Flow". Zum Schluss des Gegenlicht-Shootings drückte Manfred Zentsch dann noch einmal jedem Teilnehmer seine eigene Sony in die Hand, um freihändige Close-Ups machen zu können.

Der dritte Teil in Kürze

Nach einem ungemein abwechslungs- und lehrreichen Praxisteil stieg Katherina nach der letzten Blitzauslösung dann unter lautem Beifall der "Trockengebliebenen" endgültig aus dem Tank und hüllte sich in ihren wärmenden Bademantel.

Im dritten und letzten Teil der Blogartikelreihe zum Thema "Inhouse Unterwasser-Shooting-Workshop" in Heidelberg informieren wir Sie über die optischen Besonderheiten des erzielten fotografischen "Rohmaterials" und die notwendigen Nachbearbeitungsmaßnahmen. Sie erfahren auch, wie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Workshop gefallen hat und ob alle Erwartungen erfüllt bzw. eventuell sogar übertroffen wurden.

 

Fotograf: Manfred Zentsch

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