Workshop: Unterwasser-Fotos im Studio mit Manfred Zentsch – Teil 1

Die Unterwasser-Fotografie erfordert nicht nur spezielles (und meistens auch sehr teures) Equipment, sondern auch umfassendes Experten-Know-how und langjährige Erfahrung. Foto-Profi Manfred Zentsch hat mit viel Erfindergeist und Geduld jetzt eine Möglichkeit gefunden, direkt im Studio mit vergleichsweise wenig Zeit- und Kostenaufwand selbst eigentlich unmögliche Bildideen professionell umzusetzen. Für sechs neugierige Leser der Zeitschrift FOTOHITS öffnete er sein Studio für einen exklusiven Workshop …

Unterwasserworkshop Trompete

Hersteller von Bademoden, Wassersport- und Tauchartikeln möchten ihre neusten Kreationen natürlich gerne in dem Element präsentieren, für die sie entwickelt wurden – im Wasser. Professionelle Unterwasser-Foto-Shootings ließen sich bisher aber nicht "mal so eben" im Wasserrückhaltebecken am Stadtrand realisieren, öffentliche Schwimmbäder reagieren immer zurückhaltender auf Anfragen von Fotografen – absolut verständlich angesichts des großen Aufwands und der mittlerweile nahtlos ineinander übergehenden Belegungen von Schwimm- und Wassersportvereinen. Die teure Ausweich-Lösung: in die Tropen oder in die Karibik ins warme, helle und ruhige Meerwasser auszuweichen. Angesichts stetig knapper werdender Marketing-Budgets stellt diese Option das Worst-Case-Szenario der unternehmensinternen Controller dar.

Der Heidelberger Profi-Fotograf Manfred Zentsch hat nun eine kosten- und zeitsparende Alternative gefunden. Mit einer erstaunlichen Experimentierfreudigkeit, viel Geduld und trotz etlicher Rückschläge ist es im schließlich gelungen, in seinem Studio einen Wassertank zu installieren, der eine Vielzahl bisheriger Fotografie-Probleme auf äußerst pfiffige Art und Weise löst. Die Ergebnisse seiner Inhouse-Unterwasser-Shooting beeindrucken selbst mit allen Wasser gewaschene Tauch- und Foto-Profis.

Die Zeitschrift FOTOHITS konnte den erfahrenen Werbe- und Architektur-Fotografen überreden, einen Ein-Tages-Workshop für interessierte Leser zu veranstalten. Rollei war auch mit dabei, da die mobilen HS Freeze 6 Akku-Studioblitze erheblichen Anteil an der erfolgreichen Umsetzung der ungewöhnlichen Setting-Idee hatten.

Unterwasserworkshop Teilnehmer

Ein ganz besonderes Studio

Sein Studio richtete der erfahrene Foto-Profi auf dem Gelände des ehemaligen Heidelberger Schlachthofs ein – als passenden Rahmen für seinen außergewöhnlichen Wasser-Tank dient ihm die Halle der damaligen Lehr-Schlachterei. Wer mit 9 Kubikmeter Wasser und 2 cm starken, jeweils 700 kg schweren Scheiben aus Spezialglas arbeitet, kann sich verständlicherweise nicht in einer "normalen" Büro-Etage oder in der eigenen Garage niederlassen. Das Gebäude der ehemaligen Lehrschlachterei verfügt immer noch über eine sehr effiziente Entwässerungs-Infrastruktur – die Manfred Zentsch dann auch beim Bau der 1.0-Version des Tanks unfreiwillig in Anspruch nehmen musste: innerhalb von zehn Minuten lief das künstliche Bassin komplett aus und flutete auch die restlichen Studioräume auf Erdgeschoß-Niveau. Beim zweiten Anlauf konnte der handwerklich geschickte Fotograf dann die gewonnenen Erfahrungen direkt umsetzen und die ursprüngliche Grundkonstruktion an den neuralgischen Punkten umfassend verstärken. Mittlerweile verlassen an einigen Stellen nur noch wenige Tropfen den Tank. Mit diesem Ergebnis kann der Heidelberger Fotograf nach eigener Aussage hervorragend leben – von einer hundertprozentigen Dichtheit hat er sich schon relativ früh komplett verabschiedet.

Der Wassertank

Um den Tank bei Bedarf auch bewegen zu können, kaufte Manfred Zentsch eigens einen gebrauchten Gabelstapler. Nichtsdestotrotz kann auch nur die leere Hülle bewegt werden. Ohne Wasser wiegt der Tank "lediglich" und die 2 Tonnen, gefüllt mit 9 Kubikmeter Wasser ca. 11 bis 12 Tonnen. Die Seitenteile bestehen aus fachmännisch geschweißtem Stahl, die speziellen Glasscheiben wurden von der GLAS-MAYER GRUPPE entwickelt und gefertigt. Der Boden des Unterwasser-Foto-Bassins bestehen aus 3 cm dicken Holz-Schiffsbohlen, um problemlos Einleitungen und Ventile einbauen zu können. Der besondere Clou besteht aber in der Hintergrund-Projektion. Manfred Zentsch stattete einen handelsüblichen, 6.500 Lumen lichtstarken LCD-Beamer mit einer Weitwinkel- und einer speziellen Shift-Linse aus, um aus einer genau festgelegten bodennahen Position eine Hohlkehle hinter dem Tank mit jedem gewünschten Motiv weitestgehend verzerrungsfrei "bespielen" zu können. Etliche Herausforderungen musste der Foto-Profi lösen, damit sich Kamera-Position, Größe und Tiefe des Wassertanks und der Background zu einem harmonischen Ganzen schließlich zusammen fügen ließen. Dank der sehr aufwendigen Knobelei kann Manfred Zentsch nun die perfekte Unterwasser-Illusion erzeugen – seinen Bildern sieht man es auch auf den zweiten Blick nicht an, dass sie nicht in den unendlichen Weiten eines Ozeans aufgenommen wurden, sondern lediglich eine 70 cm breite Wasserwand die Wahrnehmung des Betrachters "hinters Licht führt".

Alles im richtigen Licht dank HS Freeze 6 Studioblitz

Für das richtige Licht sorgen drei Rollei HS Freeze 6 Profi-Studioblitze, die über, vor und hinter dem Tank exakt positioniert wurden. Für diesen sehr anspruchsvollen Einsatz prädestinierten sich die von der Fachpresse hoch gelobten Blitzgeräte durch drei Eigenschaften:

Zum einen lassen sich die drei HS Freeze Modelle problemlos über einen Funksender absolut synchron und – je nach eingesetztem Kameramodell – in kreativen Blitz-Betriebsarten wie HSS, Freeze und Stroboskop-Modus vollkommen unkompliziert aus der gewünschten Entfernung auslösen.

Zum zweiten benötigen die HS Freeze 6 weniger als eine Sekunde, um nach einer Auslösung wieder die volle Leuchtkraft zur Verfügung zu stellen – für das Model-Shooting absolut unverzichtbar, da auch die geübtesten Freitaucherinnen nicht unendlich unter Wasser bleiben können und auch nur einen sehr begrenzten Bewegungsradius nutzen können – hier müssen die Fotografen dann im Serienbildmodus "draufhalten".

Die dritte Eigenschaft ist hingegen wirklich lebenswichtig: Da auch bei extrem sorgfältiger Vorbereitung niemals komplett ausgeschlossen werden kann, dass durch einen dummen Zufall oder eine unachtsame Bewegung des Models Wasser an die Blitzgeräte kommt, dürfen aus Sicherheitsgründen keine netzbetriebenen Geräte mit 220 Volt eingesetzt werden. Die Akkus der Rollei Profi-Blitze sorgen selbst im Serienbild-Modus für ca. 500 Auslösungen.

Im nächsten Teil dieser kleinen Blogartikelserie erfahren Sie, wie sich die sechs FOTOHITS-Leserinnen und -Leser im Workshop geschlagen haben – und ob Model Katherina aufgrund des kontinuierlichen Körperwärmeverlust das Handtuch im übertragenen Sinne werfen musste …

Fotograf: Manfred Zentsch

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