Jens Klettenheimer, geboren 1967 in Karlsruhe, arbeitet als Fotograf bei schiefLicht Fotografie. Seine große Leidenschaft gilt der Landschaftsfotografie in nordischen Ländern. Seit 2014 bietet der Autodidakt internationale Fotoworkshops vornehmlich auf Island und den Lofoten an. Seine natürlichen Landschaftsaufnahmen werden regelmäßig in verschiedenen Online- und Printmedien veröffentlicht.

Gemeinsam mit seiner Familie und zwei Dalmatinern lebt der studierte Technomathematiker in der Nähe von Heidelberg. 2018 erschien im dpunkt.verlag sein Fotoscout "Lofoten fotografieren: Im Bann des arktischen Lichts", ein Reiseführer für Fotografen. Weitere Fotos und Informationen zu seinem Workshopangebot finden Sie unter schieflicht.de, weitere Fotos auf seinem Instagram-Account instagram.com/schieflicht.


Toskana

Toskana als fotografisches Reiseziel

Die Toskana ist als Reiseziel - besonders im Frühjahr, wenn die sanft geschwungenen Hügel in satten Grüntönen leuchten und der morgendliche Bodennebel den entstehenden Fotos eine mystische Stimmung verleihen kann - nicht nur bei Landschaftsfotografen sehr beliebt. Auch Reisende, die einfach mal die Seele baumeln oder sich kulinarisch verwöhnen lassen wollen, kommen hier voll auf ihre Kosten. Pasta, Käse, Trüffel, Schinken und Wein aus der Region sind gleichermaßen berühmt wie lecker, die historischen Stadtkerne der meistens auf Hügeln liegenden Ortschaften laden zur Erkundung ein.

Schon seit langer Zeit Stand der Besuch der Toskana auf meinem fotografischen Wunschzettel. Allerdings wünschte ich mir für den ersten Besuch dieser mittelitalienischen Region eine andere Jahreszeit. Ich wollte die Toskana im Herbst erleben, wenn die Felder abgeerntet und ursprünglich in fein abgestuften Erdtönen bis zum Horizont reichen. Das Spiel von Licht und Schatten - besonders dann, wenn die Sonne am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang tief steht - verleiht den endlos erscheinenden Hügelketten eine gewisse Plastizität. Am besten lässt sich in der Toskana mit einer Telebrennweite fotografieren, wodurch die weite Landschaft optisch komprimiert erscheint, aber natürlich gibt es auch Situationen, in denen ein klassisches Weitwinkelobjektiv von Nutzen sein kann. Fast überall finden sich Zypressen, die sich entweder alleinstehend als bildgebendes Motiv oder - in Reihe gepflanzt - zum Experimentieren mit Linienführung anbieten.

Auch zur blauen Stunde, wenn der Umriss der Zypresse sich auf eine Silhouette reduziert, ergeben sich sehr reizvolle Motive. Die prinzipiellen Zutaten für großartige Fotos sind also gegeben, die Rahmenbedingungen sind klar. Auch hatte ich mir vorgenommen, nicht nur die vier oder fünf bekannten Spots zu fotografieren, die man immer wieder auf Fotos aus dem Val d‘Orcia zu sehen bekommt, sondern offenen Auges auch neue Blickwinkel zu erkunden - Landschaft und Natur halten fast überall unverbrauchte Motive bereit, und auch die kleinen Städte, deren historische Gebäude zu großen Teilen aus naturfarbenen Steinen errichtet sind, fügen sich wunderbar in die Kulisse ein - zur goldenen Stunde im Gegenlicht fotografiert entstehen so auch hier eindrucksvolle Silhouetten.

Spiel mit Licht und Schatten

Fotografischen Erkundung des Val d'Orcia

Unsere Unterkunft in einem der für Tourismus umgewidmeten ehemaligen Landwirtschaftsbetriebe "Agriturismo" war am Fuße von Pienza mitten zwischen den Hügeln gelegen - ein idealer Standort zur fotografischen Erkundung des Val d'Orcia und der umliegenden Ortschaften.

Ausgestattet mit dem Profi-Filterhalterset (inkl. Polfilter und Adapterringen) sowie diversen ND- und GND-Filtern von Rollei durchstreifte ich gemeinsam mit meiner Frau und unseren beiden Dalmatinern für eine Woche die herbstliche Toskana.

Ganz Italien wurde zu Beginn unseres Aufenthalts von einem Sturmtief getroffen, und auch die Toskana blieb vom extremen Wetter nicht gänzlich verschont: Starke Winde und Dauerregen prägten die ersten Tage, im Gegenzug kam es dafür am Himmel ab und an zu dramatischen, aus fotografischer Sicht sehr attraktiven Wolkenformationen. Farbenfrohe Sonnenauf- oder -untergänge blieben allerdings Mangelware.

atemberaubende Wolkenformationen

Einsatz von Verlaufsfiltern

Durch den Einsatz passender Verlaufsfilter konnte ich starke Hell-Dunkel-Kontraste in den Landschaftsmotiven weitgehend ausgleichen, so dass ich bei fast allen Lichtsituationen mit einer einzelnen Aufnahme des Motivs auskam, ohne dass die resultierenden Tiefen bereits rein schwarz oder die Lichter rein weiß gewesen wären, der Dynamikumfang meiner Kamera war also in Kombination mit den verwendeten Filtern ausreichend. Durch die hervorragende Farbneutralität der Filter kam es dabei auch nicht zu Farbverschiebungen, die natürlichen Braun- und Grüntöne der Landschaft wurden nuanciert abgebildet, dunkle Wolken am Himmel teilweise dramatisch verstärkt, ohne ihre Farbe zu verändern.

Die richtige Ausrüstung

Sehr praktisch erwies sich auch die Tatsache, dass die mitgelieferten Adapterringe alle meine verwendeten Objektive mit den verschiedenen Durchmessern abdeckten, so dass ich das Filterhalterset bei Bedarf immer schnell auf das jeweilige Objektiv montieren konnte. Bei sich schnell bewegenden Wolken griff ich immer wieder gerne zum ND1000- oder auch zum ND64-Filter, um die Strukturen verschwimmen zu lassen und die Bewegungsrichtung der ziehenden Wolken anzudeuten. Auch hier schlugen sich die Filter von Rollei sehr gut, was die Farbneutralität anging, so dass ich den Weißabgleich in der digitalen Nachbearbeitung in der Regel kaum mehr anpassen musste.

Hügellandschaft in der Toskana

Fazit

Aus meiner Sicht ist die Toskana auch im Herbst unbedingt eine Reise wert, und ich bin mit meiner fotografischen Ausbeute dieser Woche durchaus zufrieden: Die herrliche Landschaft, die natürlichen Farben, das dramatische Wetter und das Licht ermöglichen auch zu dieser Jahreszeit einzigartige Fotos, auch wenn sich die weite Hügellandschaft deutlich rauer und weitaus weniger sanft als im Frühling präsentiert – hieraus ergibt sich ein ganz besonderer Reiz!

Wolken

Fotograf: Jens Klettenheimer

PASSENDE ROLLEI PRODUKTE