Das Lion Rock 25 Mark II Carbon Stativ im Test bei Arnaud Bertrande

Arnaud Bertrande

Arnaud Bertrande ist Fotograf in Bordeaux, spezialisiert auf Architektur und Landschaft. Für die Firma Rollei hat er das Lion Rock 25 Mark II Carbon Stativ zum Testen erhalten. In verschiedenen Feldversuchen hat er das Stativ sowie den passenden Stativkopf getest und berichtet nun über seine Erfahrungen.


Vor ein paar Wochen habe ich eine E-Mail von dem Rolleiteam aus Frankreich erhalten. Rollei ist weltweit für ihre Serie „Rolleiflex“ berühmt. Diese Apparate waren zweiäugige Spiegelreflexkameras mittleren Formats, die Objektive von Carl Zeiss und Schneider verwendeten. Heute hat sie sich diversifiziert und bietet eine erweitere Produktreihe rund um Video und Foto an.

Das Team bat mich, ein paar ihrer Produkte zu testen. Hierzu gehörte auch ihr Filterhaltersystem und ein paar Filter sowie ein neues Stativ mit Kugelkopf. In diesem Artikel konzentriere ich mich auf das Stativ mit Kugelkopf. Ich werde einen separaten Artikel über den Filterhalter und die Filter schreiben.


DER INHALT


Das Rollei Lion Rock 25 Mark II Carbon Stativ wird mit einer Stativtasche sowie einer extra Ablagetasche geliefert. Der Rollei Lion Rock Stativkopf 25 kommt in einer Aufbewahrungsbox mit zwei Schnellwechselplatten und einem Samtbeutel.

Rollei Lion Rock 25 Mark II Carbon Stativ
Rollei Lion Rock Stativkopf 25

DER KUGELKOPF


Die Marke Rollei hat robuste und widerstandsfähige Kugelköpfe entwickelt, die „Lion Rock“ gefolgt von den Zahlen „20, 25, 30“, die der höchstzulässigen und spezifischen Traglast ihrer Stative der gleichen Kategorie entsprechen.

Zur Erinnerung, dieser Stativkopftyp hat im Vergleich zu anderen keine blockierte Achse (horizontal oder vertikal). Die Bewegung erfolgt rund um eine Kugel, die man mithilfe einer oder mehrerer Schrauben feststellt.

Dieser Stativkopftyp ist bei zahlreichen Fotografen sehr beliebt, die ein leicht verstaubares, einfach und schnell zu verwendbares Material suchen. Er entspricht den meisten Anforderungen, wie z.B. für Porträt- und Spontanfotos. Wenn Sie jedoch ein Panorama- oder Architekturfoto machen wollen, wird dies etwas komplizierter.

Auf den ersten Blick spricht das Produkt durch seine Präsentation an, es strahlt „Prestige“, ein Produkt der Spitzenklasse, aus. Die Aufbewahrungsbox ist sehr gelungen. Man merkt sofort, dass die Marke etwas ganz Besonderes bieten möchte. Ich fand es jedoch etwas schade, dass die Kugel nicht richtig hineinpasst. Sie müsste tiefer liegen, damit sie nicht mit den Schrauben der Kugel in Berührung kommt. Sie enthält den Kugelkopf mit zwei Schnellwechselplatten und eine Tasche.

Der Kugelkopf ist in der wunderschönen Aufbewahrungsbox optimal geschützt.

EIGENSCHAFTEN

  • Material: Aluminium
  • Gewicht: 660 g, kann eine Traglast bis zu 25 kg aufnehmen
  • Arca-Swiss kompatibler Halter mit Schnellwechselplatte und einer Sicherheitsvorrichtung gegen versehentliches Entkuppeln
  • 360°-Graduierung für Panoramaaufnahmen
  • 4 verschiedene an strategischen Stellen angebrachte Wasserwaagen
  • Skalierung für präzise Panoramaaufnahmen
  • Zusätzliche Dämpfungsvoreinstellung
  • 3/8 Zoll Gewinde an der Unterseite
  • 24 Monate Garantie

Dieser Kugelkopf ist ziemlich imposant im Vergleich zu meinem kleinen Benro B1, obwohl sich die beiden von nur ein paar Gramm unterscheiden, da der Benro 554 g wiegt mit einer Traglast von 12 kg und der Rollei Kopf 660 g und eine Traglast von 25 kg bietet.

Ich finde, dass dieser Kugelkopf wirklich ästhetisch gelungen ist, und der Griff, der einem Flugzeugreaktor ähnelt, verleiht dem Ganzen einen Touch aus der Raumfahrt. Die Verbindung zwischen Aluminium und dem orangefarbenen Farbakzenten ist ein absoluter Blickfang.

Von der praktischen Seite her, befindet sich das Rändelrad für die Dämpfungseinstellung auf der Innenseite der Schwenkbewegungsachse. Ich finde dies originell und besonders praktisch.

Damit alles perfekt horizontal ausgerichtet ist, verfügt der Rollei Lion Rock 25 Stativkopf über 4 sinnvoll platzierte Wasserwaagen. Die auf der Montageplatte und auf der Unterseite des Kopfes integrierte Skalierung sorgt für präzise Panoramaaufnahmen.


DAS STATIV


Das Stativ „Lion Rock 25 Mark II“ wurde zur Erstellung von komplizierten Aufnahmen entwickelt und ist ideal für anspruchsvolle Natur- oder Tierfotografen, die ein Stativ benötigen, das schwere Lasten tragen kann, und dies je nach Wetterverhältnissen.


DIE STATIVBEINE


Sie lassen sich in drei Positionen verstellen und bestehen zu 100% aus Carbon unter Verwendung von elf Lagen. Der Kohlenstofffaser verstärkte Kunststoff hält den extremsten Bedingungen stand (Salzwasser, Sandkörner oder Schlamm). An den unteren Teilen der Füße befinden sich Skalierungen, mit denen man ein schnelles Ausrichten des Stativs mit dem Horizont ermöglicht, sogar bei schwierigen Lichtverhältnissen.

Die integrierten Stahlspikes mit den stabilen Gummifüßen bilden einen perfekten 90° Bodenwinkel (drei Ersatzgummifüße werden mitgeliefert).

EIGENSCHAFTEN

  • 4 Segmente
  • 100% Carbon (11 Lagen)
  • Maximale Belastbarkeit: 25 kg
  • Gewicht: unter 2 kg
  • Maximale Arbeitshöhe: 178 cm
  • Alle Einsatzorte, auch im Sand und Salzwasser
  • Schaumstoff an allen Stativbeinen
  • Haken zum Aufhängen eines Gegengewichts
  • Umkehrbare Mittelsäule (Länge 37 cm)
  • Montageplatte mit 3/8“ und 1/4“ Gewinde
  • Schnellverschlüsse zum stufenlosen Einstellen der Beinlänge
  • Skalierung am untersten Beinsegment aller drei Stativbeine zum schnellen Einstellen der Höhe
  • Einstellwinkel der Füße in drei Positionen
  • Integrierte Spikes – speziell geformte Stahlspitzen verankern sich ideal im Boden und bilden einen 90° Winkel zum Untergrund für einen stabilen Stand

Wenn man das Stativ in der Hand hält, hat man sofort ein Gefühl der Solidität und Leichtigkeit in einem. Breite Stativrohre und sehr gelungenes Carbon-Finish. Das System zum Auseinanderklappen der Mittelsäule ist originell in seiner Konzeption und sehr einfach zu bedienen. Ein echtes Plus, wenn man sie ganz schnell braucht. Die Montageplatte zur Aufnahme des Kugelkopfes ist ebenso sehr gelungen, schlicht und elegant mit einfachem Zugang zu den Befestigungsschrauben. Das System zum Einstellen der Neigung der Segmente ist das Gegenteil von dem, was ich bisher verwendet habe. Zunächst muss man es vollständig herausziehen, die Neigung wählen und anschließend wieder zusammenklappen. Daran muss ich mich im Vergleich zu meinem Benro oder Manfrotto erst einmal gewöhnen. Dagegen finden Sie Rastereinstellungen für jedes geneigte Segment, um Ihnen die Wahl des Neigungswinkels zu erleichtern, ohne erst einmal abtasten zu müssen, dies ist ein echter Komfort.


FELDVERSUCH


ERSTER TEST: "SCHWERE LAST"

Meine erste Frage war, ob dieses Stativ, so leicht es auch sein mag, auch wirklich stabil genug ist, um die Last eines professionellen Fotoapparates und eines Teleobjektivs aushalten zu können.  Ich habe das Stativ mit dem Kugelkopf eines D3 und einer Sigma 120-300mm belastet.

Das Einrichten der Platte auf der Befestigungssohle des Objektives war nicht ganz einfach. Tatsächlich brauchen Sie einen Schraubenzieher, wenn Sie nicht wollen, dass sich das System plötzlich lockert. Mit der Hand festzuziehen ist unmöglich, da dieser kleine Spannring zur Aufnahme von der Hand nicht groß genug ist. Zum Beispiel habe ich eine Manfrottoplatte, die mit diesem System ausgestattet ist und das ist wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Sobald das Objektiv installiert ist, führt der Kugelkopf einwandfrei seine Arbeit durch. Er hält problemlos das Gewicht der D3s und der Sigma 150-300 mm aus, d.h. über 4 kg. Das Ganze ist angenehm, sanft und reibungslos zu bedienen. Eine schöne Überraschung für dieses Stativ aus Carbon mit geringem Gewicht. Der Wechsel von den Gummifüßen auf die Stahlspikes lässt sich auf schwierigem Untergrund sehr einfach durchführen.

 

ZWEITER TEST: "AM MEER"

Ich habe das Stativ den Verhältnissen von Sand und Meerwasser (Salzwasser) ausgesetzt. Den drei Elementen, die einem Stativ im Allgemeinen gar nicht behagen. Die Marke betont in ihrer Beschreibung, dass es sich hier um ein Stativ für jeden Untergrund handelt. Dies wollte ich folglich testen. Ich bin ziemlich lange im Salzwasser und im Sand geblieben. Schon jetzt kann ich sagen, dass ich meine Stative im Allgemeinen nicht solchen schwierigen Bedingungen aussetze. Die Befestigungsschrauben zum Aufklappen der Füße sind sehr angenehm zu bedienen. Man muss sie nicht besonders stark festziehen, damit der Fuß richtig gehalten wird. Die Rastpunkte zur Neigung der Füße sind gut konzipiert und in extremen Verhältnissen äußerst nützlich.

Ich habe einige Versuche mit den Füßen in verschiedenen Positionen gemacht. Das Stativ hat sich gut verhalten. Es hat sich nicht bewegt und keine Erschütterung hat das Bild unscharf gemacht. Ich sage BRAVO.

Hier das Ergebnis eines Fotos, dass ich mit dem Stativ über einen langen Zeitraum im Wasser gemacht habe.

Parameter: 29 mm – Iso 40 – F13 – 107s

Verwendete Filter: Polarisationsfilter – Filter ND1000


SCHLUSSFOLGERUNG


Insgesamt bin ich sehr mit dem Stativ der Marke Rollei zufrieden. Ich habe keine bösen Überraschungen bei der Verwendung desselben erlebt. Die Qualität ist ganz eindeutig vorhanden. Es ist ein Stativ, das seine Versprechen hält. Es ist robust und leicht zugleich. Es vermag die Erwartungen der anspruchsvollsten Fotografen erfüllen. Der Kugelkopf ist einfach perfekt.

Nach einer Demontage in fünf Minuten und einer gründlichen Reinigung, ist das Stativ wieder einsatzbereit. Ich bestätige, dass das Stativ seinem Namen "Lion Rock“ mit seiner Robustheit alle Ehre macht und sich für jedes Gelände eignet.

Noch einmal vielen Dank an das Rollei-Team für sein Vertrauen.

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Fotograf: Arnaud Bertrande