Totale Mondfinsternis mit Blutmond am 27.07.2018 -

Fotografieren mit Erfolg

Eine totale Sonnen- oder Mondfinsternis ist für jeden Fotografen eine seltene und vielversprechende Möglichkeit, um sich an neuen Techniken und einem einzigartigen Fotomotiv auszuprobieren. Besonders beliebt sind die Zeitrafferaufnahmen der Mondfinsternis. Aber auch die Einbindung der Umgebung in das einzigartige Licht eines Blutmonds stellt Fotografen vor viele Herausforderungen, die Sie jedoch gemeinsam mit Tipps & Zubehör von Rollei meistern können. Wie Sie eine Mondfinsternis fotografieren, worauf zu achten ist und mit was für einzigartigen Bildern man dafür belohnt wird, das verraten wir Ihnen auf dieser Seite. Die gute Nachricht: bereits mit einfachen Digitalkameras kann man Bilder einer Mondfinsternis erstellen. Viel wichtiger ist die Wahl der richtigen ISO-Werte, der Belichtungszeit, des wertigen Zubehörs wie Stativ, Astroklar Nachtlicht Filter & Fernauslöser und die Berücksichtigung einiger unserer Tipps zum Fotografieren einer Mondfinsternis.

Regelmäßig stellen gerade Amateure fest, dass es gar nicht so einfach ist, die beeindruckende Szenerie einer totalen Mondfinsternis am Firmament so einzufangen und in Szene zu setzen wie man sie mit dem Auge vor Ort wahrnimmt. Damit das Fotografieren der Mondfinsternis zum Erfolg wird und man nicht mit einem Haufen verwackelter oder unscharfer Bilder bis zum nächsten Termin für einen Blutmond warten muss, verraten wir Ihnen, wie man eine Mondfinsternis und den besonderen Blutmond am 27.07.2018 richtig fotografiert, welches Zubehör Sie benötigen und worauf man achten sollte. Denn wenn die Bilder nicht gelingen, dann muss man mitunter sehr lange auf seine nächste Chance warten. Der größte Vorteil der kommenden Mondfinsternis am 27.07.2018: sie ist mit einer Dauer von 103 Minuten die längste Mondfinsternis des 21ten Jahrhunderts und von Südamerika, Europa, Afrika, Asien und Australien aus zu sehen. Bei dieser Dauer bleibt jede Menge Zeit, unsere Tipps und Tricks auszuprobieren und beeindruckende Bilder des Blutmonds zu machen. Erste spannende Bilder des Eintritts des Mondes in den Halb- und Kernschatten der Erde kann man bereits ab 19:14 Uhr machen. Auch das Phänomen des Blutmonds kommt dabei nicht ständig vor und häufig muss man Monate oder Jahre darauf warten. Eine Liste aller Mondfinsternisse im 21ten Jahrhundert finden Sie auf Wikipedia.

Was ist eine Mondfinsternis?

Anders als die Sonne bei einer Sonnenfinsternis verdunkelt sich der Mond bei einer Mondfinsternis nie vollständig. Sobald er in den Kernschatten der Erde eintritt, leuchtet er häufig oft in einer fahlen bzw. kupferroten Färbung, weshalb man auch von einem Blutmond spricht. Bei einer Mondfinsternis befindet sich die Erde zwischen Mond und Sonne. Bei einem Blutmond wird das Sonnenlicht in der Erdatmosphäre gebrochen und fällt rötlich leuchtend als Schatten auf den Mond.

Blutmond von Rachel Powers

Blutmond von Rachel Powers

Das Besondere an der diesjährigen Mondfinsternis ist nicht nur die Dauer von 103 Minuten, sondern auch die Position des Planeten Mars, der am 27.07.2018 in Opposition zur Sonne steht und deshalb ebenfalls hell am abendlichen Himmel leuchten wird - ein besonders reizvolles Motiv für Fotografen aus aller Welt. Denn so begleitet der Mars den Mond auf seiner Bahn. In der folgenden Tabelle finden Sie die Phasen und die jeweiligen Uhrzeiten der Mondfinsternis.

Phasen der totalen Mondfinsternis am 27. Juli 2018

 Phase  Uhrzeit (MESZ)
 Eintritt des Mondes in den Halbschatten  19:14 Uhr
 Eintritt des Mondes in den Kernschatten  20:25 Uhr
 Mondaufgang  21:02 Uhr
 Beginn der Totalität  21:31 Uhr
 Mitte der Finsternis  22:22 Uhr
 Ende der Totalität  23:14 Uhr
 Austritt aus dem Kernschatten  00:20 Uhr (28.07.2018)
 Austritt des Mondes aus dem Halbschatten  01:31 Uhr (28.07.2018)

Tipps & Zubehör von Rollei zum Fotografieren der Mondfinsternis

Die wichtigsten Tipps und Zubehör Artikel, die Sie für den 27.07.2018 brauchen listen wir nachfolgend auf. Insgesamt ähneln sich die Tipps natürlich jenen Empfehlungen für die allgemeine Mondfotografie. Doch es gibt einige besondere Herausforderungen, die man während einer Mondfinsternis meistern muss.

Um die Mondfinsternis beobachten und fotografieren zu können, sollte ein möglichst dunkler Beobachtungsort gewählt werden. Ideal sind Orte fernab von Großstädten (!). Der Himmel über Großstädten ist i.d.R. zu hell, um den verfinsterten Mond zu beobachten. Da der Mond nur etwa 10 bis 20 Grad über dem Horizont stehen wird, sollte die Sicht in Richtung Süden und Osten möglichst frei und nicht durch Bäume, Berge oder Häuser beeinträchtigt sein. Eine Skyline, aber auch ein Bergrücken oder Baumwipfel können ihre Mondbilder natürlich auch aufwerten, sind aber vor allem für Fortgeschrittene Fotografen empfehlenswert.

Wichtig ist es, sich einen Plan zu machen. Man sollte folgende Dinge vor der Mondfinsternis im Auge behalten:

  • Wettervorhersage - ein paar Wolken mögen Akzente setzen und Stimmung erzeugen, eine geschlossene Wolkendecke macht Bilder der Mondfinsternis allerdings unmöglich
  • Phase des Mondes und der Mondfinsternis - je nach Phase der Mondfinsternis sind verschiedene Belichtungszeiten und Objektive empfehlenswert. Ein Vollmond ist aufgrund der Lichtmenge außerdem eine besondere Herausforderung
  • Zeiten für Mondaufgang und Untergang berücksichtigen - der Mond am Horizont ist ein besonders reizvolles Motiv
  • Zeiten für Sonnenaufgang und Untergang berücksichtigen - der rötliche Himmel nach Sonnenuntergang erzeugt eine besondere Stimmung
  • Horizont - die online angegebenen Zeiten für Sonnenauf- und Untergang, ebenso wie Mondauf- und Untergang beziehen sich auf einen geraden Horizont. Fotografieren Sie im Gebirge o.ä., dann verschieben sich auch die Zeiten.

Equipment Check für Mondfinsternis-Fotografie:

  1. Solides Stativ für wackelfreie und scharfe Langzeitbelichtung und Fokussierung. Um das dunkle Mondlicht einzufangen wird schon bei der normalen Mondfotografie durchaus mit mehreren Sekunden Belichtungszeit gearbeitet. Bei einer Mondfinsternis verlängert sich diese entsprechend. Trotzdem die Belichtungszeit so kurz wie möglich halten, da der Mond sich relativ zur Erde bewegt und sich das bereits ab einer Belichtungszeit von über einer Sekunde bemerkbar macht, was für Bewegungsunschärfe sorgen kann. Wir empfehlen:
    1. Für DSLR und DSLM Kameras mit großen Optiken unsere Lion Rock Stative und Rock Solid Stative. Dazu die passenden Köpfe.
    2. Für DSLM Kameras alternativ auch C5i Carbon / C6i Carbon
    3. Für digitale Kompaktkameras mit großen Brennweiten auch das Stativ C5i
  2. Für erschütterungsfreie Aufnahmen eignen sich die Rollei Funk-Fernauslöser und unsere Kabelfernauslöser. Sie garantieren ein wackelfreies Auslösen.
  3. Astroklar Nachtlicht Filter gegen die Lichtverschmutzung durch künstliche Lichtquellen, die bei der Nachthimmel- und Astrofotografie für Gelbstiche sorgen
  4. ND Filter / Neutralgraufilter werden auch Mondfilter genannt, da sie die einfallende Lichtmenge reduzieren (Achtung: Belichtungszeit verlängert sich stark), aber die Farbe des Mondes nicht verfälschen. Der Einsatz der ND Filter ersetzt das Abblenden des Kameraobjektivs. Durch den Einsatz von Graufiltern erhöht man den Kontrast auf der Mondoberfläche
  5. Für die Entfernung zum Mond werden entsprechend lange Brennweiten benötigt. Ein 70-300 Millimeter Teleobjektiv (Vollformat eher 500mm) ist eine gute Orientierung, wobei es gerne noch mehr sein darf. Auch ein Extender kann ggf. zum Einsatz kommen. Die Wahl der Brennweite hängt auch stark davon ab, ob man Mondbilder mit Bezug zur Umgebung erstellen möchte, oder Superzoom-Bilder der Mondoberfläche in der Mondfinsternis, ohne Gebäude, Landschaften usw. als Teil des Bildes
  6. Kamera: man kann prinzipiell mit allen Kameras eine Mondfinsternis fotografieren. Für optimale Bilder ist es allerdings wichtig, dass man eine vollmanuelle Einstellung vornehmen kann. Hochwertiger Kompaktkameras mit großem Zoombereich sind gut geeignet, so wie Kameras mit Wechseloptik (DSLR / DSLM) wie System- und Spiegelreflexkameras mit Teleobjektiv. Bei Vollformatsensor benötigen Sie 500mm Teleobjektive, für APS-C Kameras reichen i.d.R. 300mm Teleobjektive aus

Rollei Astroklar Nachtlicht Filter

Rollei Lion Rock Stative

Rollei Kamera Fernauslöser

Allgemeine Tipps zur Mondfotografie bei Mondfinsternis:

  • Am besten in RAW-Format aufnehmen, um mit Belichtungsserien und Stacken die Rauschreduktion zu erzielen. Am besten 40 Aufnahmen aufeinanderfolgend belichten und dann eine Einzelbelichtung vornehmen. Die 40 Aufnahmen mit AviStack2 o.ä. stacken und mit Funktionen wie z.B. dem Mexican Hit Filter von Giotto schärfen, um anschließend den Tonwertverlauf in Photoshop einzustellen.
  • Belichtungsreihen eignen sich auch deshalb, da Mondhelligkeit und Phasen variieren und von der Klarheit der Atmosphäre und der Höhe des Mondes über dem Horizont abhängen. Außerdem reduziert man so wie gesagt das Bildrauschen, indem man die hintereinander angefertigten Bildserien stackt. Denn Bildrauschen ist eine statische Erscheinung
  • ISO-Automatik deaktivieren, um ISO-Werte manuell anpassen zu können. Mondfotografie erfordert ISO-Werte zwischen 100 und 200 und Blende bei f/8
  • Manuell über Live-View reinzoomen und fokussieren, Autofokus aber danach unbedingt abschalten. Im Live-View können Sie Belichtung über Verschlusszeit einstellen. Den Mond scharf stellen und beim Verändern der Verschlusszeit beobachten, wie hell der Mond abgelichtet wird. Belichtungszeit so wählen, dass die Kontur des Mondes klar erkennbar ist. Die automatische Belichtungsmessung versagt häufig, da der Großteil des Bildes schwarz ist. Kameras mit Sportbelichtungsmessung bieten hier den Vorteil, da man die Belichtung auf Basis der Helligkeit im aktiven Fokusfeld berechnen kann. Den Mond also mittig platzieren, Blende wählen (gerne auch im „A“ Modus), Belichtung messen und dann im „M“ Modus übernehmen
  • VR/IS Stabilisierung abschalten, da mit Stativ fotografiert wird
  • Objektiv 1-2 Drittelstufen abblenden, für optimale Schärfe (auch bei Zeitraffern, was man bei der Nachbearbeitung der RAW-Datei mit LRTimelapse deflickern kann)
  • Spiegelvorauslösung oder Selbstauslöser verwenden (Vorlaufzeit 1 bis 2 Sekunden) um Verwackeln zu verhindern
  • Auf einem Mondkalender überprüfen, dass die Größe des Mondes optimal für das gewünschte Foto ist
  • Ein Vollmond garantiert eine optimale Größe und stets beeindruckendere Aufnahmen
  • Wählen Sie einen Ort mit genügend Platz zum Bewegen. Denn wenn man keinen Plan oder Planungsfehler gemacht hat, muss man sich ggf. schnell ein paar Meter bewegen, um den optimalen Bildausschnitt bzw. den Mond an die richtige Position zu bekommen
  • Wählen Sie ein Gebäude, einen Baum oder ein Objekt, das groß ist, um es neben dem Mond zu fotografieren. Beim Vergleich können Sie sich die Größe des Mondes vorstellen
  • Die Helligkeit des Mondes während der Totalität (Blutmond) und die davon abhängige Belichtungszeit sind schwer einzuschätzen, weshalb man eine Belichtungsreihe anfertigen sollte, die von kurzen bis zur maximal möglichen Belichtungszeiten reicht
  • Bei Teleobjektiven mit Brennweiten ab 200mm bis 300mm sollte man vor allem zu Beginn und gegen Ende der Totalität fotografieren, weil der Kernschatten zum Rand heller ist und so die Belichtungszeiten reduziert werden können
  • Während der Totalität können Autofokus-Sensoren kaum noch fokussieren. Deshalb am besten vorher fokussieren und dann am Objektiv auf manuelle Fokussierung umstellen
  • Umgebung mit einbeziehen - ja, Superzoom-Fotos einer Mondfinsternis mit hohen Brennweiten können spannend sein. Allerdings sind vor allem Bilder auf denen der Mond einen Bezug zur Umgebung hat vielseitiger und für viele Fotografen reizvoller. Ein spannendes Bild entsteht dann, wenn Landschaft, Bäume oder Häuser in das Bild miteingebaut werden

Beispiel für das Fotografieren des Vollmondes

Um den Vollmond hinter der Caravaca de la Cruz in Murcia, Spanien, optimal in Szene zu setzen, hat der Fotograf Antonio Carrillo im Vorhinein die Location und die Bildkomposition genau geplant. Das Ergebnis ist ein spannendes Bild, in dem der Mond in die Umgebung mit einbezogen ist.

Karte zum Fotografieren des Vollmondes in Murcia
Full Moon in Murcia

Checkliste für die Fotografie der Mondfinsternis 2018:

  • Astroklar Filter und Filterhalter einsatzbereit
  • Beobachtungsort geeignet? (klarer Himmel, freie Sicht, dunkel, windstill)
  • Kamera-Bedienung bekannt?
  • Blitz und jegliche Blitzautomatiken ausgeschaltet?
  • Belichtungsautomatik (auch für ISO) ausgeschaltet?
  • Spiegelvorauslösung aktiviert? (bei DSLR)
  • Linse sauber? Ansonsten mit Reinigungssets von Rollei säubern
  • Akku geladen / Ersatzakku dabei?
  • Speicherkarte groß genug / Ersatzkarte dabei?
  • Rollei Kabelauslöser dabei?
  • Rollei Stativ dabei?
  • Taschenlampe geladen und dabei?

Häufige Probleme beim Fotografieren der Mondfinsternis

 Der verfinsterte Mond kann nicht fokussiert werden Die Fokussierung sollte möglichst noch vor Beginn der Verfinsterung vorgenommen werden. In der Regel sollte der Autofokus gute Ergebnisse liefern. Nach erfolgreicher Fokussierung den Autofokus (AF) ausschalten und danach den Fokus nicht mehr verändern!
 Bild zu dunkel Es kann helfen, die Blendenzahl zu verringern, je nach Objektiv 2.8 bis 5.6.

Auch die Belichtungszeit kann ggf. verlängert werden. Achtung: Erdrotation und Mondbewegung beachten, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden!

ISO-Zahl erhöhen (je höher die ISO-Zahl, desto mehr Rauschen)

 Bild zu hell Die Belichtungsautomatik der Kamera wird vermutlich ein zu helles Bild bekommen. Abhilfe schafft hier die manuelle Belichtung. Jegliche Belichtungsautomatiken sollten ausgeschaltet werden, auch die ISO-Automatik.
 Sehr starkes Bildrauschen Mit Belichtungsserien arbeiten (50 oder mehr) später mittels stacken. So kann das Rauschen e reduziert werden, da es ein statisches Phänomen ist. Es kann auch helfen, die ISO Zahl zu verringern und die Belichtungszeit zu erhöhen.
 Bild unscharf Hier muss nach dem Ausschlussverfahren vorgegangen werden. Ist der Fokus korrekt eingestellt und der AF deaktiviert worden, dann liegt das Problem bei einer zu langen Belichtungszeit. Der Mond wandert und das Bild verwischt. Dann muss mit einer kürzeren Belichtungszeit gearbeitet werden, während der ISO erhöht wird.

Außerdem sollte die Stabilität des Stativs sichergestellt werden. Auch eine Windböhe kann hier bereits für das Verwackeln des Bildes ausreichen.

Um wackelfreies Auslösen sicherzustellen sollte vor allem auch mit Kabelauslöser, Selbstauslöser und bei DSLR mit Spiegelvorauslösung gearbeitet werden.

Beobachtung des Ein- und Austritt des Mondes in den Kernschatten

 Phase  Azimut / Höhe
 Eintritt des Mondes in den Kernschatten um 20:25 Uhr (MESZ)  Ab Mondaufgang um 21.02 Uhr beobachtbar Azimut 121 Grad
 Austritt des Mondes aus dem Kernschatten am 28.07.2018 um 00:20 Uhr (MESZ)  Azimut 162 Grad / Mindesthöhe 17 Grad

Um den Helligkeitsabfall während des Eintritts in den Halbschatten zu dokumentieren, sollte man den Mond alle paar Minuten fotografieren. Nun stellt man fest, dass bei gleicher Belichtungszeit die Helligkeit stetig abnimmt (Histogramm beobachten). Nun kann und sollte man bei fortschreitender Mondfinsternis die Belichtungszeit verlängern und anpassen. Vor allem kurz vor der Kernschattenphase treffen am Rand nur noch wenige Prozent des Sonnenlichtes auf den Mond, der sich entsprechend verdunkelt bevor er zum Blutmond wird. Dies äußert sich auf den Bildern wesentlich stärker als man es bei der Wahrnehmung mit dem eigenen Auge wahrnimmt.

Möchten Sie die partielle Phase fotografieren, ohne dass die im Kernschatten befindlichen Bereiche auf dem Bild sichtbar sind, könnte die Belichtungszeit bei Blende 5,6 und ISO 400 ca. 1/250 bis 1/10 Sekunde betragen, damit die Bereiche des Mondes am Kernschattenrand deutlich abgebildet werden. Auch hier hilft die Belichtungsreihe und das Stacking, um den optimalen Mittelwert zu finden. Soll der Mond im Kernschatten deutlich abgebildet werden, gelten die gleichen Belichtungszeiten wie für die Totalität.

Der Blutmond - Fotografie der Mondfinsternis während der Totalität

 Phase  Azimut / Höhe
 Beginn der Totalität um 21.31 Uhr (MESZ)  Azimut 126 Grad / Mindesthöhe 2 (!) Grad
 Mitte der Totalität um 22.22 Uhr (MESZ) Azimut 135 Grad
Mindesthöhe 8 Grad
 Ende der Totalität um 23.14 Uhr (MESZ) Azimut 147 Grad / Mindesthöhe 14 Grad

In der Phase der Totalität fällt das in der Erdatmosphäre gebrochene rote Sonnenlicht als Schatten auf den Mond und färbt diesen tiefrot, weshalb man auch vom Blutmond spricht. Zum Kernschattenrand hin variiert die Farbe von orange bis gelb. Während es beim Wandern des Mondes in Halb- und Kernschafften ständig dunkler wurde, so muss man beim Fotografieren des Blutmonds nun unbedingt die Helligkeitszunahme zum Kernschattenrand berücksichtigen. Diese führt dazu, dass der Rand mitunter überbelichtet und weiss erscheint, wenn man kurz nach Beginn bzw. vor Ende der Totalität Bilder macht. Auf den Fotos kann dies den Effekt haben, dass man teilweise nicht mehr zwischen einer totalen und hochgradig partiellen Finsternis unterscheiden kann.

Hier sind besonders lichtstarke Optiken bei der Fotografie des Mondes im Kernschatten empfehlenswert. Auch die ISO-Empfindlichkeit zwischen 400 bis 800 ist hier hilfreich.

Die benötigte Belichtungszeit hängt von der sog. Größe der Finsternis ab, welche nicht prognostizierbar ist. Die Größe bezeichnet die nicht vorhersagbare Resthelligkeit des Mondes im Kernschatten und seine Eindringtiefe. In der Regel liegt die Belichtungszeit ohne ND Filter für eine Blende von f/10 und ISO 400 zwischen drei und zehn Sekunden. Diese hängt allerdings stark vom verwendeten Objektiv bzw. der Brennweite ab. Denn der Mond bewegt sich am Himmel genau wie die Sterne von Osten nach Westen. Bei längeren Belichtungszeiten kommt es also relativ schnell zu Bewegungsunschärfe. Je höher die gewählte Brennweite, desto kürzer muss also die Belichtung ausfallen.

Maximal mögliche Belichtungszeit bei Vollformat & Mondfinsternis

 Brennweite   Max. Belichtungszeit
 28 mm Brennweite  25 Sekunden
 50 mm Brennweite  10 Sekunden
 100 mm Brennweite  5 Sekunden
 300 mm Brennweite  1,5 Sekunden
 500 mm Brennweite  Ca. 0,7 Sekunden / 1 Sekunde bei großem Abstand vom Himmelsäquator

Diese Werte wurden experimentell ermittelt und haben keine mathematische Grundlage.

Quelle: https://eclipse.astronomie.info/lunar/foto/

Mondfinsternisse bis 2025 in Deutschland

 Datum  Zeit  Art der Mondfinsternis
 27.07.2018  22:22 Uhr (MESZ)  Total - Totalität, Austritt Kernschatten komplett beobachtbar
 21.01.2019  06:12 Uhr (MESZ)  Total - Nur Kernschatten komplett beobachtbar
 16.07.2019  23:31 Uhr (MESZ)  Partiell - Mond tritt nach Mondaufgang in den Kernschatten ein
 10.01.2020  20:10 Uhr (MESZ)  Halbschatten - Kaum sichtbar
 28.10.2023  21:14 Uhr (MESZ)  Partiell - Kompletter Verlauf der Mondfinsternis sichtbar
 18.09.2024  04:44 Uhr (MESZ)  Partiell - Kompletter Verlauf der Mondfinsternis sichtbar
 14.03.2025  07:58 Uhr (MESZ)  Total - Mond geht komplett verdunkelt auf
 07.09.2025  20:11 Uhr (MESZ)  Total - Mond geht komplett verdunkelt auf

Start Gewinnspiel Mondfinsternis auf Facebook

Am Montag, den 9. Juli geht unser Facebook-Gewinnspiel zur Mondfinsternis los. Kommentieren Sie den von uns geposteten Mondfinsternis-Post „Mondfinsternis Juli 2018“ mit dem Kommentar „Ich bin dabei“ und nennen Sie uns die gewünschte Größe des Rollei Astroklar Nachtlicht Rundfilters für Ihre Kameraausrüstung.

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Alle Bilder werden auf unserer untenstehenden Social Media Wall gepostet. Zudem werden die Gewinnerbilder auf der Rollei Facebook Seite erscheinen.

Das Gewinnspiel startete am 27.07.2018 und läuft bis zum 30.07.2018. Die Gewinnermittlung erfolgt am 31.07.18 unter allen Instagram-Posts mit dem Hashtag #RolleiMondfinsternis. Die Gewinnerbilder werden am Montag der darauffolgenden Kalenderwoche auf der  Facebook-Seite von Rollei veröffentlicht. Den Gewinner wird per Direktnachricht auf Instagram benachrichtigt. Hier finden Sie alle Teilnahmebedingungen für das Rollei Mondfinsternis Gewinnspiel.


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