Mit Rollei auf Foto-Tour durch Europa – Teil 2: Island – Insel des mystischen Lichts

Nachdem ich, Harald Kröher, mit zahlreichen Rollei Produkten in der Bretagne war, ging es weiter nach Island. <Teil 1: Von der Bretagne in das Teassin>

Island, ein Land voller Widersprüche, unglaublich wild, mystisch, dann wieder fast mediterran, Eis, Klippen, tosender Atlantik – eine der Wetterküchen der Welt.

Zehn Tage waren wir dort, d.h. die acht Workshop-Teilnehmer, das Model Monika Dulna und ich, haben das Land zum Fotografieren und Kennenlernen bereist. Wir hatten den südlichen Part des Landes gewählt. In einer gedachten Linie auf der Karte von Reykjavik bis etwas nördlich von Höfen haben wir das Land fototechnisch zerlegt. Ausgerüstet mit allem was man für gute Landschaftsbilder, aber auch für Bilder von Menschen braucht. Mit dabei waren Kamera Filter von Rollei – vom Graufilter und Grauverlaufsfilter bis hin zu diversen Halterungen und Adaptern, Polfilter sowie Stative und mehr.

Am 24.07 begann das Abenteuer mit dem Flug von Frankfurt nach Reykjavik.

Drei Tage am Anfang hatten wir fast nur Sturm und Regen. Genau das, was wir für unsere mystischen Bilder brauchten. Gleich am ersten Tag ging es nach Pingvellir. Dort treffen zwei tektonische Platten aufeinander. Ein riesiger Graben, der sich jedes Jahr aufs Neue verformt, geht mitten durch die  Landschaft. In seiner Nähe brodelt und dampft es, so am Geysir und Strokkor. Dann ging es weiter zum Gullfoss, einem Wasserfall, der in einem der Grabenbrüche über Terrassen stürzt.

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Gicht sprüht auf, die Filter sind immer tropfnass – eine große Herausforderung für den Fotografen. Wir arbeiten mit Langzeitbelichtung; das Wasser wird zu Rauch. Oft kombinieren wir Graufilter 0.9 ND oder verwenden sie allein, immer aber zusammen mit den Rollei Filterhalterungen. Wichtig ist immer, sich den Effekt, den man erreichen will, vorzustellen: Wie soll das Wasser aussehen, fast wie Rauch oder soll man die Strömungslinien sehen? Das hängt von der Fließgeschwindigkeit des Wassers ab und wirkt somit indirekt auf die Belichtungszeit. Diese wiederum wird beeinflusst durch die Blende und somit durch das nötige Licht, das ich für ein perfektes Foto brauche. Hier greift dann der Graufilter ein; 0.9 ND zum Beispiel bringt uns eine achtfache Belichtungszeitverlängerung.

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Am nächsten Tag fuhren wir in die Vulkanlandschaft südlich von Reykjavik. Man glaubt, auf dem Mars zu sein – gigantisch. Direkt dahinter blicken wir auf eine endlose Landschaft, die nur aus wilden Lupinen besteht. Der Polfilter brachte uns hier eine unglaubliche Kontrast- und Farbsteigerung.

Am dritten Tag ging es weiter nach Dyrholaey am Atlantik, mit Vogelfelsen und diversen Torbogen mitten in der Brandung – der Atlantik hat getobt. Wir kombinierten Langzeitbelichtung, Grau- und Grauverlaufsfilter sowie Polfilter.

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So oft durchnässt wie an den ersten  3 Tagen war ich noch nie.

Dann zog ein Sturm auf. Die Ausrüstung flog fast weg, der Atlantik peitschte. Aus einer Felseinbuchtung mit dem Rollei Rock Solid Gamma Carbon und dem Polfilter gelang mir dieses Bild.

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Dann fuhren wir weiter Richtung Höfen. Das Bild unten zeigt den Skogafoss, fotografiert mit Graufilter 0.9 ND plus Polfilter.

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Die Eislagune bei Höfen. Hier der Aufstieg in den Gletscher Vatnajökull, ich war am Limit.
Eisberge treiben unten in der Lagune bei fast sommerlichen Temperaturen, oben im ewigen Eis geht ein peitschender Wind bei 4°C.

Eislagune mit Kombination Grauverlauf von oben 0.9 ND weich und Graufilter 0.9 ND. Durch die Langzeitbelichtung wirkt die Wasseroberfläche wie Eis. Der Effekt der Reflektion wird mittels Polfilter verbessert.

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Vor dem Gletschertor ein halbzugefrorener See, hier Langzeitbelichtung mit Graufilter 1.6 ND, kombiniert mit Polfilter und Grauverlauf 0.9 ND, wegen der Wolken.

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Mechanisch läuft das Ritual der Filtersetzung ab. Hier hat man keine Zeit mehr groß zu überlegen.
Wieder zurück machen wir Bilder am schwarzen Strand. Eisklötze liegen hier herum, die teilweise schon geschmolzen sind. Die Wellen treiben sie wie Geschosse vor sich her! Es entstehen sensationelle Langzeitbelichtungsbilder mit Graufiltern in diversen Kombination je nach gewünschter Wirkung.

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Am ersten August fliegen die Teilnehmer zurück. Ob ich jetzt drei Tag zum Relaxen habe? Von Wegen, ich mache mich gleich auf den Weg um erneut auf einen Gletscherbruch zu steigen.

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Grauverlauf von unten und oben gegenläufig im Einsatz. So entsteht der Sicht- oder Tiefenspalt im Foto am Eisberg.

Die Rollei Produkte haben gehalten was sie versprechen. Die Stative haben keinen Sand in den Gewinden aufgenommen, sie sind leicht transportabel und fallen im Gepäck fast nicht ins Gewicht. Die Filter verursachen keine Farbveränderungen im Foto, trotz diverser Kombinationen. Eine runde Sache – professionell in allen Belangen.
Dann der Rückflug. Kaputt liegen wir im Flugzeug. Es hat sich gelohnt.
Island, ich werde wieder kommen, das ist keine Drohung, es ist ein Hommage an das Land der Lichtillusionen und der Wetterkapriolen.

Fotograf: Harald Kröher
Autor: Harald Kröher

21. Oktober 2016 | Allgemein |

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