Makrofotografie – Kleine Lebewesen ganz groß

Intro

Es summt und brummt, krabbelt und hüpft. Manchmal treibt es einen in den Wahnsinn und ein anderes Mal entzückt einen die Schönheit. Die wärmere Zeit des Jahres hat ein beachtliches Aufgebot an Insekten zu bieten, welche so häufig wie keine andere Spezies auf unserem Planeten vertreten ist. Sie zu fotografieren bietet eine fast unerschöpfliche Motivvielfalt und umfasst auch einige Herausforderungen, die es zu überwinden gilt. Die Makrofotografie ist gut dafür geeignet, den Lebensraum dieser kleinen Wesen zu erkunden und zu visualisieren. Neben Insekten können auch Spinnentiere, Amphibien, Reptilien, Pflanzen und Pilze hervorragende Motive sein, um auf der großen Leinwand dargestellt zu werden. Doch wie ist die Vorgehensweise bei dieser Art der Makrofotografie und was wird benötigt?

Auf der Suche nach Insekten

Autor: Alexander Ahrenhold

Spezielles Stativ für die Makrofotografie: Rock Solid 180 Beta

Rock Solid 180 Beta Carbon: Einsatz bei der Makrofotografie

Die Technik für Makrofotografie

Wichtiger als die Kameraart ist das richtige Objektiv, das das Bildresultat bei der Makrofotografie maßgeblich beeinflusst. Optimal ist es ein spezielles Makro-Objektiv zu nutzen oder, falls nicht zur Hand, ein Objektiv, das sich entsprechend eignet. Zu erkennen sind Makro-Objektive an der Bezeichnung 1:1, welches den Abbildungsmaßstab bezeichnet. Es besteht dadurch die Möglichkeit das Motiv in Originalgröße, also im Maßstab 1:1, auf dem Sensor abzubilden. Das macht diese Objektive zu etwas Besonderem. Meist handelt es sich um Festbrennweiten, die sich zwischen 60 mm und 200 mm Brennweite bewegen und eine sehr geringe Naheinstellgrenze haben.

Lupenobjektiv oder Telekonverter

Sollte der Wunsch bestehen, etwas so Kleines wie Blattläuse zu fotografieren, reicht der Maßstab von 1:1 nicht aus, sodass ein Lupenobjektiv zum Einsatz kommen sollte. Alternativ kann auch ein Telekonverter zwischen Objektiv und Kamera eingesetzt werden. Diese Konverter verlängern die Brennweite und die Offenblende, um den jeweiligen Faktor. Bei einem 90 mm Makro-Objektiv würde ein 1,4-fach Konverter 126 mm, ein 1,7-fach Konverter 153 mm und ein 2-fach Konverter 180 mm erzeugen. Die Naheinstellgrenze verändert sich nicht, die Brennweite wird allerdings größer und somit kommt man dem Motiv näher. 

Weitere Vergrößerungsmöglichkeiten und Hilfsmittel

Andere Möglichkeiten, um ein Motiv größer abzubilden sind Zwischenringe oder Balgengeräte, die, wie die Konverter, zwischen Kamera und Objektiv gesetzt werden. Sie besitzen allerdings keine optischen Elemente und sorgen lediglich dafür, dass der Abstand zwischen Rücklinse und Sensor größer wird. Dadurch verkürzt sich die Naheinstellgrenze. Daraus folgt, dass das Motiv wieder dichter heranrückt und dadurch einen größeren Abbildungsmaßstab erreicht.
Eine weitere Möglichkeit wären noch die Nahlinsen oder Achromaten. Hierbei handelt es sich salopp gesagt um Lupen, die vor das Objektiv geschraubt werden, um so die Naheinstellgrenze zu verringern und wiederum die Möglichkeit zu haben, näher an das Motiv zu gelangen. Diese Hilfsmittel kann man auch vor Standardobjektive setzen, um daraus ein Makro-Objektiv zu machen. Weitere wichtige Hilfsmittel sind der Fernauslöser, evtl. ein kleiner Reflektor, einen Bohnensack und/oder ein Stativ.

Spezielles Stativ für die Makrofotografie: Rock Solid 180 Beta

Typisches Fokussieren bei der Makrofotografie

Motivsuche für Makroaufnahmen

Insekten sind nahezu überall, was die Motivsuche einfach gestaltet, jedoch sollte nicht der Anspruch bestehen nicht das zu nehmen, was gerade vorhanden ist. Vor allem Insekten, die mit dem bloßen Auge nicht direkt wahrgenommen werden können, stellen interessante Motive dar. Widmet man sich einer bestimmten Art, ist es natürlich von Vorteil zu wissen, wo man diese findet. Eine gewisse Artenkenntnis ist für gezielte Insektensuche unumgänglich. So kann man beispielsweise Bläulinge an trockenen, nährstoffarmen Standorten finden, wohingegen Libellen eher an und um Teiche zu finden sind. Wichtig ist es außerdem die Phase im Jahr zu kennen, in der die potenziellen Motive am aktivsten sind, um die richtige Zeit zum Fotografieren zu erwischen. Ist dieses Wissen vorhanden, beginnt die Suche nach dem Lieblingsmotiv, was sehr zeitaufwändig sein kann, aber trotzdem selten langweilig ist. Während der Suche ergeben sich nämlich Möglichkeiten für andere spannende Motive.

Wann finde ich ein passendes Motiv für die Makrofotografie?

Der Zeitpunkt der Suche sollte für Insekten auf den Abend oder den Morgen gelegt werden, da die wechselwarmen Tiere zu diesen Zeiten am ehesten still sitzen. Falls die Chance auf ein gutes Bild erhöht werden soll, ist es sinnvoll, am Abend zu schauen, wo die Schlafplätze der Insekten sind, um sie dann am Morgen im ersten Licht dort erneut aufzusuchen und die Fotos zu machen. Bei Amphibien, Reptilien und Blumen empfiehlt es sich, ebenfalls das weiche Licht des Abends oder des Morgens zu nutzen.
Wurde das Motiv gefunden, muss nur noch das Zusammenspiel von Technik, Licht und Motiv passen, um ein möglichst schönes Bild zu bekommen. Die Vorlieben und Bildideen sind allerdings so unterschiedlich und subjektiv, dass es sich kaum lohnt darüber viele Worte zu verlieren.

Fünf Tipps für das optimale Ergebnis bei der Makrofotografie

  1. Stativ oder Bohnensack:
  2. So gut Sie auch freihändig fotografieren können, sollten Sie trotzdem eine feste und stabile Unterlage nutzen, um das Bild mit größter Sorgfalt zu gestalten und die Kamera in Ruhe ausrichten zu können. Längere Verschlusszeiten sind damit auch kein Problem mehr.

  3. Kabelauslöser:
  4. Ein weiterer Garant für eine hohe Schärfe bietet ein Kabelauslöser, da er es zulässt, die Kamera auszulösen, ohne sie zu berühren. Gerade bei dieser Abbildungsgröße, der Makrofotografie, ist dies von größter Wichtigkeit. Nun sollte noch die Spiegelvorauslösung aktiviert sein, damit der Spiegelschlag die Schärfe nicht trübt.

  5. Fokussieren:
  6. Liegt oder steht die Kamera sicher und fest, sollte über den Liveview manuell auf das Motiv fokussiert werden. Durch das Einsetzen der Bildschirmlupe kann man so enorm präzise arbeiten.

  7. Stabilisator:
  8. Dieser sollte beim Fotografieren auf einer festen Unterlage deaktiviert werden, um falsches Korrigieren zu vermeiden. Dies hätte ein unscharfes Bild zur Folge.

  9. Reflektor:
  10. Ein kleiner Faltreflektor kann Wunder wirken. Es besteht die Möglichkeit zu hartes Licht vom Motiv durch Abschatten fernzuhalten oder durch den Einsatz der Goldfolie warmes Licht hinzu zu reflektieren.

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