Making of the Rollei Movie: #ROLLEIMOMENTS – In the field – Teil 2

Alexander Ahrenhold on Tour…

Nachdem wir im ersten Teil unseres „Making of“ die Saarschleife abgelichtet haben, zieht es uns im zweiten Teil nach Belgien, genauer gesagt in das Hohe Venn, welches minimal hinter der belgischen Grenze liegt. Dort entschieden wir uns für Aufnahmen und Fotos vom dortigen Moorgebiet. Das Moor bot viele Schönheiten, die wir fotografieren konnten – sehr beeindruckt waren wir von der Vielfalt der seltenen Schmetterlingsarten die wir dort antrafen. Zum Fotografieren der Schmetterlinge war es allerdings viel zu warm, wodurch die kleinen Gaukler ständig in Bewegung waren, um den Nektar der Blumen zu naschen.

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Folglich konzentrierten wir uns wieder auf die Landschaft, die ebenfalls sehr fotogen war. Am ersten Abend wollten wir sehr weit in das Moor hinein. Wir packten also unsere Sachen und machten uns vom Parkplatz auf den Weg. Nach etwa 20 Minuten waren wir an einem Punkt, der uns gefiel und dort blieben wir einige Zeit. Ziemlich kaputt vom vielen Gepäck machten wir erst einmal gar nichts und genossen einfach nur die Landschaft. Nach der Verschnaufpause ging es dann los. Wir fotografierten und filmten was das Zeug hielt. Das war nicht immer ganz einfach, da kleine Beißwütige Insekten scheinbar Gefallen an uns gefunden hatten und in Scharen über uns herfielen. Dennoch gelangen uns großartige Aufnahmen, noch besser als wir sie uns vorgestellt hatten. Das Equipment war so ziemlich dasselbe, das wir auch an der Saarschleife nutzten.

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Mit Einbruch der Dämmerung wurde es immer schlimmer mit dem kleinen Viehzeug, weshalb wir schnell unsere Sachen zusammensammelten und mit dem Letzten Licht das Feld räumten. Diese Nacht verbrachten wir dann ausnahmsweise in einem Bett, was sehr erholsam war, doch wie es der Sommer so an sich hat, sind die Nächte für Naturfotografen sehr kurz und somit klingelte auch schon wieder der Wecker und die Pflicht rief uns wieder ins Moor, wo wir auf gleiche Art und Weise wie am Vortag weitermachten, womit wir am Abend aufgehört hatten. Auch die Insekten hatten uns leider nicht vergessen und machten sich direkt wieder über uns her. Nach ein Paar Szenen von schlafenden Libellen und vom Arbeiten am Stativ war die Sonne auch schon wieder so hoch, dass wir für schönes Licht wieder auf ihren Untergang warten mussten.

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Ein Abstecher führte uns an einen kleinen Wasserfall namens Cascade du Beyehorn. Schon über Mittag kundschafteten wir die Gegend aus, um den Sonnenuntergang an diesem Wasserfall zu verbringen. Wir marschierten einmal ohne Gepäck zu der Kaskade, welche sich uns nach etwa 30min Fußmarsch offenbarte. Viele Menschen liefen dort herum und badeten in dem kleinen Tümpel vor dem Wasserfall. Uns fiel sofort ein französisches Pärchen auf, welches klischeehaft zwei lecker aussehende Flutes aß. Wir hatten wie immer nichts zu essen dabei und starrten eine Weile auf das leckere Mal, bevor wir den Rückweg antraten um uns dann bei einem miserablen italienischen Restaurant eine Pizza und jede Menge Ärger bestellten. Der Wirt wollte uns ein Getränk in Rechnung stellen, welches wir nicht bestellt und nicht bekommen hatten. Seine unfreundlich hysterische Art war eine unschöne Krönung des Mittags.

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Wir mussten anschließend unsere Sachen packen, um diesmal mit Ausrüstung an den Wasserfall zu gehen, welcher möglicherweise im Sonnenuntergang schön wirken würde. Dort angekommen brauchten wir eine Verschnaufpause, bevor es losging. Diesmal kamen statt der Verlaufsfilter hauptsächlich die ND Filter zum Einsatz, welche es mir ermöglichten bei den Fotos die Verschlusszeit so zu verlängern, dass ich durch die Bewegung im Wasser einen milchigen Effekt bekam. Zusätzlich kam in meine Filterhalterung der Polfilter, welcher es mir erlaubte, die Spiegelungen aus dem Wasser zu entfernen, sodass ich bis auf den Grund des Flusses fokussieren konnte. Leider war das Licht für Wasserfälle nicht gerade ideal, doch manchmal muss man nehmen, was man kriegt. So verbrachten wir dort den Abend mit filmen und mit fotografieren, bis uns die Dunkelheit zum Abbruch zwang.

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Der erste Teil des Projektes war geschafft und es war an der Zeit den zweiten Teil zu drehen. Hierzu machten wir uns auf den Weg in das Elbsandsteingebirge, wo die Felsformationen und Lichtstimmungen, die sich dort bieten, einzigartig sind. Das erste Ziel war natürlich die Basteibrücke, die wir uns anschauten, denn dieses Bauwerk ist das Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz und somit sollte man es mal gesehen haben. Die Touristenströme zeigten, dass wir nicht allein dieser Meinung waren. Nach der Besichtigung suchten wir uns etwas weiter östlich ein abgelegenes Plätzchen, wo wir einen Blick auf das Elbtal und die Basteibrücke hatten. Hier verschlug es nur sehr wenige Besucher hin, was uns ganz recht war. Die Ausrüstung war schnell platziert und wir konnten mit den Dreharbeiten beginnen.

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Eine wunderbare Atmosphäre bot sich uns als kurz nach Sonnenuntergang der Mond vom Osten aufzog und über dem Elbtal stand. Es war mittlerweile mucksmäuschenstill – nur alle 20 Sekunden wurde die Stille durch den Verschluss der Kamera unterbrochen, die unermüdlich eine „Day to night Timelapse“ machte. Wir stellten auch das Fotografieren allmählich ein und begannen unser Lager auf dem Felsen in enormer Höhe aufzuschlagen. Dadurch, dass der Slider die Nacht über laufen sollte, mussten wir direkt vor Ort bleiben, was schon abenteuerlich war. Wie Silikon in einer Fuge mussten wir uns zwischen die Felsspalten legen. Die Hunde wollten zusätzlich noch so dicht wie möglich an uns liegen, um nicht zu frieren, also begann ein nerviges Gedrängel, um die besten Plätze. Uns war klar, dass dies eine eher schlaflose Nacht werde würde und so war es auch.

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Gegen Mitternacht wurden wir aus unserem leichten Schlaf gerissen, da wir Geräusche vernahmen, die unmittelbar neben uns waren. Ein Kratzen an Baumstämmen und merkwürdige Laute waren zu hören. Gelegentlich konnten wir ein wildes Rascheln hören und im Schimmer des Mondlichts sahen wir wie sich die Äste hektisch bewegten. So schön die Aussicht auf den klaren Sternenhimmel auch war, die Geräusche waren beängstigend. Schnell war die Taschenlampe gegriffen und der Bereich hinter unserem Lager ausgeleuchtet – natürlich war nichts zu sehen und plötzlich herrschte wieder Stille. Wir machten die Lampen aus und warteten ab.

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Plötzlich war das Rascheln und das Kratzen wieder zu hören. Im Hintergrund hörten wir auch noch einen Kauz rufen. Die Taschenlampen, die wir schnell wieder in der Hand hatten, offenbarten die Störenfriede: Es waren Siebenschläfer, die ihr Unwesen trieben. Da ich nun eh wach war und mein Hund die hektische Situation nutzte, um den Kampf um den Schlafplatz ganz für sich zu entscheiden, entschloss ich mich nochmal Fotos zu machen und den Slider zu überwachen. So verging die Nacht recht schleppend und der Morgen kündigte sich allmählich an.

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Die kurze Nacht sah man jedem Einzelnen von uns an und so fühlten wir uns auch. Die Kommunikation beschränkte sich auf ein Minimum. Ohne viel Spektakel stieg die Sonne über den Horizont und gab der Landschaft ihre Farben zurück. Wir schossen Fotos und es wurde wieder gefilmt, bis das Licht zu stark war um weiter zu arbeiten. Somit schafften wir die Ausrüstung zurück zum Auto, das verlassen auf dem großen Parkplatz stand. Nicht mehr lange würde es dauern, bis die Ruhe vroüber war, die Drehorgel vor der Bastei wieder spielt und die Touristenbusse mit perfekt gestylten Besuchern ankamen.

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Wir suchten das Weite und besorgten uns Frühstück, welches wir auf einer schönen Wiese zu uns nahmen. Hier holten wir auch den fehlenden Schlaf nach, den wir dringend brauchten, denn am Nachmittag wartete eine sehr anstrengende Wanderung auf uns. Das nächste Ziel war die Aussicht am kleinen Winterberg, die meine Lieblingsaussicht der Sächsischen Schweiz ist. An dieser Aussicht sollte wirklich alles passen, dementsprechend hatten wir alles mit, was unser Equipment zu bieten hatte, was sich im Gewicht bemerkbar machte, als wir die Rucksäcke aufsetzten. Selbst die Hunde hatten kleine Rucksäcke, in denen sie leichte Dinge tragen konnten.

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Der Weg verlief für mich zunächst bekannt, doch änderte sich das nach einer halben Stunde. Merkwürdige Wege und bisher unbekannte Gebiete zeigten sich, wobei ich doch bereits mehrfach dort hochgestiegen war. Wir gingen weiter, denn es sollte vom Parkplatz maximal eine Dreiviertelstunde dauern, bis man oben an der Aussicht vom kleinen Winterberg ankommen würde. Nach etwa einer Stunde trafen wir Wanderer, die uns aufgrund unseres hochrot gefärbten Kopfes und des vielen Gepäcks sehr belustigt anschauten. Auf ihre Aussage, dass es etwa noch eine Stunde zu gehen sei, entgleisten uns die Gesichtszüge. Mit dem Gepäck noch eine weitere Stunde zu gehen, war nicht das was wir hören wollten, aber es blieb uns nichts Anderes übrig.

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Wenigstens war der Weg, den wir genommen hatten, sehr schön anzusehen. Tiefe Täler und hohe Felswände waren zu sehen und gelegentlich mussten wir über Felsen klettern, um unseren Weg fortsetzen zu können. Nach und nach schwand die Kraft, aber die Motivation diese schönen Aufnahmen zu machen, trieb uns an. Also marschierten wir trotzdem weiter. Nach guten zwei Stunden hatten wir es dann endlich geschafft, wir waren am kleinen Winterberg. Völlig erschöpft machten wir nun erstmal gar nichts und sammelten wieder Kräfte. Unsere Wasservorräte litten ziemlich unter dieser Aktion, doch zum Glück hatten wir mehr als gewöhnlich eingepackt.

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Langsam wurde es Abend und wir begannen damit unseren Kram aufzubauen und Fotos zu machen. Leider bleib das Licht sehr unspektakulär und wir machten die ersten ordentlichen Bilder erst, als der Mond aufging und die Landschaft in ein schönes rotes Licht tauchte. Zum Filmen war es nun schon zu dunkel, weshalb wir den Abend so ausklingen ließen und uns mit einem Freund, der am Nachmittag zu uns gestoßen war, über die neusten Dinge austauschten. Wir bauten wieder ein kleines Lager auf und verbrachten die Nacht oben auf dem Berg. Bald kamen wieder bekannte komische Geräusche, die die Siebenschläfer ankündigten, welche auch hier ihr Unwesen trieben. Wir schauten noch einmal in das Tal und überlegten ein paar Aufnahmen zu machen, doch der nun sehr starke Vollmond sorgte für extremes Gegenlicht, weshalb wir auf Fotos verzichteten.

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Lediglich die roten Kopflampen, die vermutlich von Timelapsern stammten waren, abgesehen vom Mond, in der Dunkelheit zu sehen. Dicht mit den Hunden zusammengekauert lagen wir nun an dem steilen Abhang des Kleinen Winterbergs. Mitten in der Nacht begann es plötzlich heftig zu stürmen, wodurch wir wach wurden. Die Siebenschläfer waren nicht mehr zu hören und auch kein Ruf der Eulen drang durch das Pfeifen des Windes, welcher zudem die Bäume heftig zum schwanken brachte. Wir zogen die Schlafsäcke zu und verkrümelten uns darin, bis die Nacht vorüber war und ein rotes Glühen am Horizont den bevorstehenden Sonnenaufgang ankündigte.

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Der Wind hatte sich nun wieder gelegt und wir konnten wunderbar Fotos und tolle Videos machen. Der Slider war aufgebaut bevor sich die Sonne zeigte und machte munter viele Einzelbilder für einen sehr schönen Zeitraffer. Der glatte Horizont und das Gegenlicht ließen es zu, dass wir beim Fotografieren mit dem Reversefilter arbeiten konnten. Er bietet sich sehr gut für direktes Gegenlicht an, da er in der Mitte seinen dunkelsten Teil hat, wo dann auch die Sonne zu finden ist. Da dieser Filter nach untern einen harten Verlauf hat, ist es ratsam ihn dann einzusetzen, wenn sich einem ein glatter Horizont bietet, wie es beispielsweise am Meer oder aber am kleinen Winterberg der Fall ist.

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Wie immer war das Licht sehr schnell zu hart und von der Seite näherten sich Regenwolken, welche uns dann zum Aufbruch zwangen. Also packten wir alles ein und machten uns wieder auf den Weg zum Auto. Dieses Mal war es aber der schnelle Weg, den wir wählten. Dieser begann mit einer gefühlt nie endenden Treppe, die mit dem Gepäck am frühen Morgen echt anstrengend war. Der einsetzende Regen trieb uns aber an schnell zum Auto zu kommen. Dort angekommen hatten wir es geschafft!

Alle Aufnahmen waren auf den Speicherkarten und die Bilder, die wir haben wollten, hatten wir ebenfalls. Wir verabschiedeten uns vom Elbsandsteingebirge und ließen es bald hinter uns am Horizont verschwinden.

 

25. November 2016 | Allgemein |

2 Antworten auf „Making of the Rollei Movie: #ROLLEIMOMENTS – In the field – Teil 2“

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