Das Rollei Lion Rock 25 Mark II Carbon Stativ im Härtetest

Der italienische Fotograf Francesco Gola hat das Carbon Stativ Lion Rock 25 Mark II ausführlich getestet - und ist begeistert.

Sein Fazit: „Das Rollei Lion Rock 25 Mark II Stativ ist zweifellos das beste Stativ, das ich jemals verwendet habe!“.

Hier sein Erfahrungsbericht:


Einleitung zum Stativ-Test

Während der Wandschrank einer Frau voller Schuhe ist, ist meiner voller Stative. Es ist kein Geheimnis, dass ich der Meinung bin, dass es für jeden Landschaftsfotografen fundamental ist, ein gutes Stativ zu besitzen und dies ist auch nicht das erste Mal, dass ich über die Marke Rollei spreche.

Wenn Sie sich erinnern, ist seit Langem das Rollei Rock Solid Beta das Stativ meines Vertrauens, und es ist auch schon einige Zeit her, dass ich dafür eine Bewertung abgeben habe.

Obwohl dieses Stativ im Vergleich zu den populäreren Manfrotto Modellen bezüglich seiner Fertigungsqualität und Stabilität ohne Zweifel Lichtjahre voraus ist, gab es in diesen Jahren natürlich auch verschiedene Situationen, in denen ich fand, dass einige Verbesserungen praktischer gewesen wären.

Ich war hocherfreut, als ich erfuhr, dass sich Rollei entschieden hatte, all das von professionellen Fotografen erhaltene Feedback zusammenzufassen, um eine noch bessere Baureihe an Stativen zu schaffen: Das Rollei Lion Rock Mark II Stativ.

Ob dies wohl zutrifft? Lassen Sie es uns herausfinden!

Die Rollei Lion Rock Mark II Reihe

Die Carbon Stativ Linie Lion Rock Mark II ist in drei unterschiedlichen Modellen verfügbar, um verschiedenen fotografischen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Folgende drei Varianten stehen zur Verfügung:

Lion Rock 20 - größenmäßig vergleichbar mit dem Rock Solid Gamma

Lion Rock 25 - größenmäßig vergleichbar mit dem Rock Solid Beta

Lion Rock 30 - größenmäßig vergleichbar mit dem Rock Solid Alpha

Entsprechend meiner fotografischen Bedürfnisse habe ich das Lion Rock 25 Mark II Stativ gewählt, welches ich nun im Detail untersuche, sowie dessen Funktionen mit denjenigen des Rock Solid Beta vergleichen werde.

Das Rollei Lion Rock 25 Mark II Stativ – ausgepackt

Es aus seiner Verpackung zu nehmen ist bereits eine Freude. Eigentlich wird das Stativ in einer klassischen Pappverpackung geliefert, es ist aber wieder eine nette Überraschung, eine bereits integrierte Tragetasche vorzufinden.

Die Tragetasche ist im Vergleich zu der des Rock Solid sowohl hinsichtlich der Materialien als auch in Bezug auf ihr Äußeres klar verbessert worden.

Wenn man das Lion Rock 25 Mark II Stativ aus seiner Tasche nimmt, findet man wie gewohnt drei Ersatzgummifüße, die Inbusschlüssel zur Wartung und die Bedienungsanleitung.

Falls ich hier im Vergleich zu der von anderen Marken zur Verfügung gestellten, spärlichen Ausrüstung bereits auf einer anderen Ebene bin, profitiert man im Vergleich mit der Rock Solid Reihe zudem von einer Netzablage, welche am Stativ angebracht werden kann, sobald dieses geöffnet und positioniert worden ist. Dies ist besonders nützlich, wenn man sich in einer Situation befindet, in der es keinen Wind gibt und man somit eine praktische Ablage für seine Fernbedienung, Filter und alles andere, dass man brauchen könnten, nutzen kann.

 

 

Technische Daten

Gewicht: 1,97 kg

Maximale Höhe: 178 cm

Max. Höhe mit nicht ausgefahrener Mittelsäule: 148,5 cm

Minimale Höhe: 16,5 cm

Packmaß: 58,5 cm

Tragkraft: 25 kg (folglich der Name Lion Rock 25)

Beinsegmente: 4

Material: Carbon (11 Lagen)

Mein erster Eindruck vom König der Stative

Die erste Reaktion ist einfach: Wow! Im Vergleich seiner Eigenschaften mit denjenigen eines Rollei Rock Solid Beta von ähnlicher Größe und Gewicht gewinnt man nun mehr als 10 cm nutzbare Höhe hinzu, was für mich absolut fantastisch ist, da ich besonders groß bin.

Selbst mit einem, nun um einige zusätzliche Zentimeter größerem Packmaß wurde der Test als aufgegebenes Gepäck mit Bravour bestanden, da es selbst innerhalb von Gepäckstücken mittlerer Größe absolut keine Probleme mit den Abmessungen gab.

Lassen Sie uns nun, im übertragenen Sinne unter die Haube schauen, um herauszufinden, welche weiteren Verbesserungen am Stativ vorgenommen wurden.

Weitere Verbesserungen der  Stativ-Funktionalitäten

Der erste Eindruck, den ich wahrnehme, wenn ich dieses Stativ in meinen Händen halte, ist zweifelsfrei dessen Leichtigkeit und Stabilität.

Wenn das Stativ eingefahren ist, bemerkt man sofort, dass alle drei Beine mit harten Schaumstoffgriffen ausgestattet sind. Diese sind absolut perfekt, wenn hohe Temperaturen herrschen und die Griffigkeit durch Schweiß beeinträchtigt werden könnte, aber auch wenn es kalt ist, da es so kein Problem ist, das Stativ mit bloßen Händen anzufassen.

Der Schaumstoff an allen Beinen garantiert zudem zusätzlichen Schutz während des Transports, da er die wertvollen, aus Carbon gefertigten Beine vor unbeabsichtigten Stößen schützt, was besonders bei aufgegebenen Gepäckstücken großartig ist.

Die Beine bestehen aus vier Carbon-Segmenten mit 11 Lagen. Ich möchte diese 11 Lagen hervorheben, da viele Stative häufig nur mit 8 Lagen gefertigt sind. Was ist der Unterschied? Ganz einfach: Stabilität. Das Stativ ist bei gleichem Außendurchmesser tatsächlich viel steifer. Die vier Beine nutzen einen Schnellverschluss- und Freigabemechanismus, welcher bereits in der Rock Solid Reihe zu finden war.

Dieser Mechanismus ist in puncto Bedienkomfort (der Freigabeknopf ist nun etwas größer, um dessen Gebrauch auch zu erleichtern, wenn Handschuhe getragen werden) und Funktionalität weiter verbessert worden.

Die neuen Dichtungen trotzen sämtlichen Elementen

Tatsächlich sind die inneren Beinführungen und das O-Ring-System vollständig verändert worden, um jegliche Möglichkeit des Eindringens von Fremdpartikeln zu beseitigen. Selbst wenn diese Funktion bereits in der Rock Solid Reihe ausgezeichnet war, gab es dennoch in bestimmten Situationen Herausforderungen, insbesondere in Gegenwart sehr feiner Partikel. Tatsächlich befand ich mich schon an Stränden, wo der Sand so fein wie Staub war, und es am Ende des Tages notwendig wurde, das Stativ vollständig auseinanderzubauen, um sicherzustellen, dass kein Sand in den Führungen und Beinen verblieben ist. Das ist kein Problem, da dies im Gegensatz zu einem Stativ im Stil von Manfrotto in weniger als 5 Minuten erfolgen kann, aber es ist dennoch eine Mühe, die besser vermieden werden sollte. Dank dieses neuen Dichtungssystems ist es nie notwendig gewesen, diese Maßnahme vorzunehmen.

Die stabile Stativ-Mittelsäule

Die Mittelsäule (immer entfernbar!) besteht ebenso aus Carbon und ist aufgrund des größeren Durchmessers sehr stabil. Wie immer sollten man sie jedoch nur dann als Erweiterung einsetzen, wenn dies wirklich nötig ist, damit man nicht die gesamte Stabilität des Systems beeinträchtigen. Aber, seitdem ich sie bereits oft verwendet habe, kann ich sagen, dass ich mit dieser Verbesserung absolut zufrieden bin.

Der Haken am Stativ?

Ebenso wie bei der Rock Solid Reihe gibt es einen Haken, um ein zusätzliches Gegengewicht am Stativ anzubringen, sowie einen O-Ring neben dem Haken, damit sich die Carbon-Beine beim Zusammenlegen des Stativs nicht berühren und somit nicht eingedrückt werden.

Die Basisplatte kann durch Abschrauben entfernt werden. Zusätzlich zum Entfernen der Mittelsäule ist es ebenso möglich, die Schraube auf der Basisplatte so einzusetzen, dass man ein 3/8-Zoll- oder ein 1/4-Zoll-Gewinde hat, wodurch es mit jedem Stativkopf auf diesem Planeten kompatibel ist.

Neue Spikes – eine tolle Innovation!

Eine der Verbesserungen, die ich gewiss am meisten schätze, betrifft die Füße. Mein Rock Solid hatte Gummifüße, die entfernt werden konnten, um Spikes zu installieren. Absolut großartig, aber es gab zwei Herausforderungen: Die erste Herausforderung war, dass, wenn Sie unterwegs sind, um Aufnahmen zu machen, Sie für viele Dinge Zeit haben, aber nicht dafür drei Objekte abzuschrauben und auszutauschen.

Die zweite Herausforderung ist, dass Spikes nicht immer zur Stabilität des Stativs beitragen. Wenn die Belastung des Stativs zu hoch ist, wird ein Druck nach unten verursacht, welcher die Beine dazu veranlasst, sich seitwärts zu öffnen. Diese Herausforderung kann dort sogar bei reduzierter Belastung auftreten, wenn das Stativ auf Oberflächen wie Eis steht.

Rollei hat diese Herausforderungen erfolgreich behoben. Zuallererst sind die Spikes nun ständig installiert und werden einfach von Gummifüßen bedeckt. Wenn man sie nutzen möchten, braucht man einfach nur die Gummifüße zu entfernen, worunter sich direkt die Spikes befinden.

Die Geometrie der Spikes ist ebenfalls modifiziert worden. Anstatt gerade zu sein, besitzen sie nun eine Neigung, welche es ihnen ermöglicht, senkrecht im Boden zu stecken, mit dem sie daher einen Winkel von etwa 90 Grad bilden. Sie ähneln den Stacheln von Wespen … oder, um beim Motiv zu bleiben, den Klauen eines Löwen!

Sobald die Spikes im Boden stecken, liegt das Gewicht dank ihres Winkels vollständig auf der vertikalen Achse, was wesentlich zu Erhöhung der Stabilität des Systems beiträgt, anstatt dass die Beine sich öffnen!

Wie wäre es, wenn ich das Lion Rock Stativ nun in Aktion testen?

Das Lion Rock 25 Mark II Stativ im Härtetest auf den Lofoten

Seit seiner Markteiführung hatte ich bereits Gelegenheit, das neue Lion Rock 25 Mark II Stativ in verschiedenen Situationen auszuprobieren. Der zweifellos signifikanteste Test fand jedoch während meiner Reise zu den Lofoten in Norwegen statt, wo die Umweltbedingungen alles andere als günstig waren.

Das Stativ wurde überall bei Schnee, bei starkem Wind, auf dem Eis, bei Temperaturen im Bereich von -4°C bis -19°C und bei Berieselung mit Meerwasser getestet. Kurz gesagt… mein Paradies!

Meine Foto-Ausrüstung

Die verwendete Ausrüstung (und ebenso die Belastung) war eine Kombination aus einer DSLR mit Weitwinkelobjektiven, verschiedenen Typen von Kugelköpfen sowie Filtern und erreichte ein Gewicht, das deutlich unter der maximalen Traglast lag.

Meine Stativ-Testparameter

Wie immer habe ich mich auf folgende Eigenschaften konzentriert, die für mich fundamental sind:

Gesamtstabilität

Verhalten bei niedrigen Temperaturen

Beständigkeit gegenüber Sand

Durch Eintauchen verursachte Schäden

Verhalten auf unebenen Oberflächen

Verhalten auf rutschigen Oberflächen

Absorption von Vibrationen

Meine Lion Rock Testergebnisse

Die Ergebnisse machten mich absolut ekstatisch. Uneingeschränkte Stabilität: Starker Seitenwind war nie ein Problem, insbesondere, wenn die Spikes im Erdboden steckten. Ich habe sogar versucht, die Beine manuell in verschiedene Höhen zu zwingen, um deren Verhalten in Bezug auf Verbiegen zu überprüfen. Sogar mit vollständig herausgenommenen Beinen ist das Verbiegen minimal. Dies ist auf die 11 Lagen Carbon und ebenso auf die Tatsache zurückzuführen, dass ein guter Teil des verlängerten Beines innerhalb des größeren Beinsegments bleibt, wodurch Flexibilität reduziert wird.

Auf Eis machen die Spikes wirklich einen Unterschied, und nach Gebrauch an einem Strand, konnte ich wirklich kein einziges Sandkorn in den Beinen finden, als ich sie dann reinigte.

Wie immer kann die Verlängerung und Neigung der Beine unabhängig voneinander angepasst werden. Dies hat mir ermöglicht, selbst anspruchsvollste Bildmotive in Szene zu setzen (die minimale Höhe von ungefähr 16 cm ist einfach perfekt, um Bildmotive mit wichtigen Vordergründen zu handhaben!).

Die Materialien haben die Situation gemeistert. Jede einzelne Komponente reagiert perfekt bei niedrigen Temperaturen und das Gefühl von Solidität und Zuverlässigkeit ist ständig gegeben.

Bei Windstille habe ich ebenso versucht, einen Rucksack am Haken zu befestigen, aber dank der Spikes, war diese auf die Erhöhung der Stabilität ausgelegte Maßnahme, selbst bei niedrigen Lasten, wie meiner Konfiguration, unnötig.

Mein Fazit zum Rollei Lion Rock Mark II Stativ

Es ist schwierig, Umschreibungen zu nutzen: Das Rollei Lion Rock 25 Mark II Stativ ist zweifellos das beste Stativ, das ich jemals verwendet habe. Sicher wird es noch Elemente geben, die in Zukunft verbessert werden können, und dann im Laufe der Zeit während der Nutzung erscheinen werden. Aber offen gesagt kann ich zurzeit keine sehen.

Zweifellos ist der Preis hoch, aber die Eigenschaften dieses Stativs machen es zu einem der allerbesten Stative für Profis: Falls der Bezugsparameter zur Rock Solid Reihe Manfrotto ist, sind wir hier wirklich in einer anderen Liga.

Die Stabilität ist wirklich absolut und es gibt kein RRS oder Gitzo, das dem gleichkommt. Die Eigenschaften seiner Konstruktion bringen es auf ein Level, das nur von einigen wenigen Mitbewerbern erreicht wird. Das Rollei Lion Rock 25 Mark II bietet dies jedoch zu einem wettbewerbsfähigeren Preis.

Das Rollei Lion Rock Mark II verdient in meiner Ausrüstung zweifellos eine Rolle als regelmäßiger Begleiter und ich bin sicher, dass Sie sich ebenso in es verlieben werden, sobald Sie es ausprobieren!

Rollei-Tipp:

Tauschen Sie sich über Ihre Ideen und Fototouren aus in der Facebook-Gruppe "Malen mit Licht" zum Thema Filterfotografie.

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Fotograf: Francesco Gola