Fotoshooting in der Eishöhle – 01: Die Anreise zum Gletscher

Fotoprofi Harald Kröher und ein paar Mitglieder des Rollei-Teams zog es im März 2018 ins Schweizer Tal Val Roseg, um ein spektakuläres Eisprinzessinnen-Shooting in einer bizarren Gletscherhöhle durchzuführen – und gleichzeitig verschiedene Rollei-Produkte unter härtesten Umweltbedingungen zu testen. Die Geschichte der Anreise zum Gletscher, das Eishöhlen-Shooting und der nachfolgende Landschaftsfotografie-Abstecher waren an sich so beeindruckend, dass dieser Bericht in drei Teile aufgeteilt werden musste – beginnen wir also mit Teil 1, der Anreise …

Die Teilnehmer dieser Expedition – denn als echte Expedition muss man dieses nicht ganz ungefährliche, Mensch und Material extrem beanspruchende Shooting-Projekt wohl bezeichnen – kamen mit ihren Autos gerade mal zum Taleingang des Val Roseg. In diesem abgelegenen Berggebiet des Schweizer Kantons Graubünden ist privater Kfz-Verkehr verboten – um ins Hotel zu gelangen, musste das umfangreiche Material komplett in einem Kleinbus verstaut werden, der die gesamte Mannschaft dann durch eine vollkommen unberührte und tief verschneite Natur zum einzigen Gebäude des gesamten Tals brachte. Bevor es dann ins Hotel ging, wurde die gesamte Ausrüstung ausgeladen und im Schnee gelagert – die Teilnehmer mussten angesichts des engen Zeitplans und aus Sicherheitsgründen direkt noch eine Schneeschuh-Übung inkl. Aufbau eines Notzeltes absolvieren. Die gute Stunde im tiefen Pulverschnee bei minus 26 Grad überstand das Foto-Equipment und das persönliche Gepäck dank der hervorragend verarbeiteten und bestens isolierenden Rollei-Rucksäcke völlig unbeschadet. Selbst die mitgeführten Akkus behielten weitestgehend ihren hohen Ladezustand.

Eisbogen mit Sonnenstern - Fotograf: Thomas Güttler

Am nächsten Morgen brach die Truppe nach einem kurzen Frühstück um 07:30 Uhr auf, um mit den Schneeschuhen einen nahegelegenen provisorischen Hubschrauberlandeplatz zu erreichen. Bereits nach wenigen Minuten schwebte der Helikopter ein und nahm die erste "Fuhre" an Personen und Material auf. Sämtliches Equipment wurde aus Platzgründen in die Außentaschen und Transportkörben des Hubschraubers gepackt und sicher verzurrt, die Innenplätze waren aus verständlichen Gründen den Expeditionsteilnehmern vorbehalten. Selbst der nur 3 bis 4 Minuten dauernde Flug setzte die exponierte Foto-Ausrüstung daher noch zusätzlichem Fahrtwind aus. Notgedrungen wurden die Rucksäcke nach dem Aufsetzen einfach an Ort und Stelle in den hohen Schnee geworfen, damit der Helikopter direkt wieder aufsteigen, die zweite Tranche aufnehmen und auf den Gletscher bringen konnte. Der Landeplatz befand sich ca. 50 Meter unter dem von Harald Kröher bereits im Vorwege zu Fuß – bzw. Schneeschuh – erkundeten Eingang zur Eishöhle unmittelbar auf dem mächtigen Roseggletscher. Trotz der vergleichsweise kurzen Luftlinie benötigte die Mannschaft ca. eine Stunde, um das Material aufzunehmen und mit Schneeschuhen mühsam hoch zur Location zu bringen.

Der mehrere Meter tiefe Schnee beanspruchte die Mitglieder der eisigen Fotosafari nicht nur körperlich, auch die sehr gefährlichen und auch von erfahrenen Bergführern kaum erkennbaren Schneelöcher sorgten für ein deutlich verlangsamtes und sehr vorsichtiges Fortbewegungstempo. Diese Löcher entstehen durch das partielle Abschmelzen von Gletschereis. Nachfolgende Schneefälle oder Verwehungen überdecken dann die nicht sehr breiten Öffnungen, bieten aber durch den feinen Pulverschnee kaum Halt, wenn man unglücklicherweise in eine dieser tückischen Fallgruben tritt.

Die Anreise zur Eishöhle war aber auch für das Material kein echtes "Zuckerschlecken". Nach dem ungeschützten Helikopterflug und der Lagerung im Schnee stand in der Eishöhle erwartungsgemäß keine vorbereitete und gut isolierte Ablagefläche für die wertvolle Foto-Ausrüstung zur Verfügung. Bei minus 26,5 Grad Celsius fand das persönliche Gepäck und das technische Equipment direkt auf dem Eisboden der atemberaubenden Höhle Platz. Weder das stabile Außenmaterial noch die robusten Reißverschlüsse der Rucksäcke nahmen aber die wirklich ruppige und im wahrsten Sinne des Wortes "kaltblütige" Behandlung übel oder ließen Feuchtigkeit ins Innere.

Im nächsten Teil dieser kleinen Blogartikelserie erfahren Sie mehr über das eigentliche Shooting, das offenbar völlig kälteunempfindliche Model und die eisige Feuerprobe der mitgeführten Ausrüstung.

 

PASSENDE ROLLEI PRODUKTE

Fotograf: Alex Ahrenhold