Einbeinstative – Empfehlungen, Tipps & Produkte

Eine weit verbreitete Weisheit ist: „Ein Stativ hat immer Sinn, wenn es um Bildschärfe geht“. Das stimmt. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Einbeinstativen und dem klassischen Dreibeinstativen? Wann setzt man ein Einbeinstativ ein, wo liegen die Vorteile und was für Empfehlungen und Tipps können wir Ihnen zum Einsatz von Einbeinstativen mit auf den Weg geben?

Man under shroud behind camera on tripod, photographing Goldi family on Amur River – Nov 1895 – loc.gov

In den Anfängen der Fotografie wurde ausschließlich mit Hilfe des bekannteren Dreibeinstativs gearbeitet. Eine vernünftige Schärfe konnte damals freihändig noch nicht erreicht werden, bei den entsprechend langen Belichtungszeiten, die benutzt wurden, um eine gute Bildqualität zu erzielen. Doch die klassischen Stative haben vor allem den Nachteil, dass sie modernen und flexiblen Fotografen, zum Beispiel Reisefotografen oder Eventfotografen zu unhandlich und sperrig sind. Ein Einbeinstativ besteht nur aus einem einzigen Standbein und wird deshalb häufig in der Hand gehalten, um eine Stabilisierung der Kamera zu erzielen, z.B. bei Langzeitbelichtungen. Es ist sehr viel kompakter und deshalb dynamischer im Einsatz als ein Dreibeinstatativ. Genau genommen ist ein Monopod gar kein klassisches Stativ, denn das Wort “stativus” bedeutet eigentlich “feststehend”. Das Einbeinstativ ist allerdings eher eine Unterstützung, indem es das Gewicht des Kamerasystems trägt und so Wackler ausgleicht. Es ist aber nicht zu vergleichen mit einem klassischen Dreibeinstativ, welches z.B. für die extreme Langzeitbelichtung in der Landschafts- oder Architekturfotografie verwendet wird. 

Warum & wann ist ein Einbeinstativ sinnvoll – Tipps & Empfehlungen?

Bei schlechten Lichtverhältnissen und bei Langzeitbelichtungen nutzen Fotografen in aller Regel ein Stativ. Während viele dabei auf ein traditionelles Dreibeinstativ setzen, ist vor allem bei längeren Fototouren im Gelände ein Einbeinstativ sehr beliebt, da leicht und kompakt. Einbeinstative, auch als Monopods bekannt, besitzen in der Regel ein Teleskopbein, sodass sie sich zusammenschieben und problemlos in einem Rucksack verstauen lassen – optimal für unsere Fotorucksäcke mit Stativhalterung. Das macht Einbeinstative zur idealen Lösung für all diejenigen, die eine zuverlässige Stabilisierung der Kamera benötigen, aber auf ein schweres und sperriges Stativ und großes Packmaß verzichten wollen. Die Einbeinstative von Rollei sind aber weit mehr als nur einfache Haltevorrichtungen für Kameras – dank praktischer Ausstattung und durchdachtem Aufbau ergeben sich für Sie mit diesen Monopods ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten. Zu nennen wäre hier beispielsweise unser ultraleichtes und hochwertiges City Traveler Einbeinstativ. Dies kann auch optimal mit Smartphones und Action Cams verwendet werden, was den typischen Einsatzgebieten und Anwendungsbereichen eines Monopods perfekt entspricht. Es kann also auch als Selfie-Stick verwendet werden. 

Mit einem Einbeinstativ erzielt man den Effekt des „Auflegens“ an jeder beliebigen Stelle. Fotografiert man freihändig mit höheren Brennweiten ist ein Verwackeln der Aufnahme fast immer vorprogrammiert. Durch ein Einbeinstativ kann man bei einer 600mm Brennweite, 1/125 Sekunde Verschlusszeit und 200 ASA ein gestochen scharfes Bild machen.

Größere Brennweiten werden meistens in der Naturfotografie, auf Festen oder Sportveranstaltungen gewählt. Hier gilt es auch auf unwegsamen Gelände oder in größeren Menschenansammlungen flexibel und schnell zu sein. In diesen Fällen ist das Einbeinstativ der richtige und unkomplizierte Begleiter. Dies ist auch ein Grund, warum in den meisten Museen Einbeinstative erlaubt sind und die Dreibeinstative wegen der Unfallgefahr keinen Einlass finden. Langzeitbelichtungen die in die nähe der Sekunde Belichtungszeit kommen, sind jedoch auch mit dem Einbeinstativ schlecht machbar.

Einsatz & Anwendung eines Einbeinstativs:

  • Panoramaaufnahmen, bei denen es nicht auf eine komplett gerade Horizontlinie ankommt
  • Indoor-Events wie z.B. Hochzeiten, Partys, Konzerte, Messen etc.
  • Gruppenfotos
  • Sportfotografie
  • Makrofotografie, z.B. von Vögeln, Insekten oder Pflanzen
  • Panning – das Mitziehen von Kamera und Stativ bei bewegten Motiven, sodass der Hintergrund unscharf wird bzw. verwischt
  • Tauchgänge mit Action Cams
  • Selfie-Aufnahmen
Sportfotografie Monopod

Sportfotografie Urheber: shariffc / 123RF Lizenzfreie Bilder

Kompakt und sehr reisefreundlich

Packmaß! Einbeinstative eignen sich besonders als Reisestative, da sie ein geringes Gewicht und ein kleines Packmaß aufweisen. Bevorzugte Materialien aus denen hochwertige Einbeinstative hergestellt werden, sind Carbon oder Aluminium.

Einbeinstativ Größenvergleich

Auf Reisen will man keinen unnötigen Ballast mitschleppen, hier liegt der Vorteil des kompakten Einbeinstativ gegenüber dem traditionellen Dreibein. Die schnelle Handhabung bietet einen weiteren Vorteil, da bei einer Städtereise das Monopod schnell an den verschiedenen Schauplätzen ohne große Fummelei im Einsatz ist.

Einbeinstative – für gute Bilder bei wenig Licht oder Bewegung

Gerade bei Aufnahmen von Motiven, die sich in Bewegung befinden, etwa bei Sportereignissen oder Tierfotos in der freien Natur, ist eine Haltevorrichtung für die Kamera sehr hilfreich. Denn trotz Bildstabilisator gelingen Freihandaufnahmen unter diesen Bedingungen oft nicht. Insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen müssen Sie die Belichtungszeit verlängern oder sich für eine größere Blendenöffnung entscheiden – dadurch steigt aber die Gefahr, dass das Bild bei einer Freihandaufnahme verwackelt. Ein Blitz kann hier zwar bei nahen Motiven Abhilfe schaffen, dadurch verändert sich aber die Atmosphäre des Bilds, außerdem sind die Motive bei Sportveranstaltungen und Naturaufnahmen in der Regel ohnehin zu weit entfernt, als dass ein Blitz eine Wirkung hätte. Ein Einbeinstativ bzw. Monopod ist hier daher die ideale Lösung.

Die Modelle von Rollei zeichnen sich durch ein überaus geringes Eigengewicht aus. Sie bestehen entweder aus Carbonfasern oder aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung. Dank dieser Hightech-Materialien kommen die Einbeinstative auf ein Gewicht von weit unter einem Kilogramm und stellen somit auch auf längeren Touren kaum eine Belastung dar. Die Carbon-Einbeinstative in klassischem Schwarz sind besonders widerstandsfähig und eignen sich daher auch für sehr schwere Foto- oder Videoausrüstung. Die Magnesium-Aluminium-Modelle zeichnen dagegen durch ein besonders geringes Gewicht aus, außerdem sind sie meist etwas preiswerter als die Carbon-Varianten. Im ausgezogenen Zustand erreichen die Monopods eine Höhe von rund 150 Zentimetern – so sind nicht nur Aufnahmen bei schwierigen Lichtverhältnissen problemlos möglich, es eröffnen sich Ihnen auch neue Perspektiven, beispielsweise, indem Sie Ihre Kamera über einen Vorsprung hinausschwenken oder auf einen erhöhten Absatz stellen. Über Schnellspannhebel beziehungsweise ein Schnellklemmsystem können Sie die Höhe individuell festlegen – und bei Bedarf auch rasch verändern. Die Modelle von Rollei sind mit einer Kameraplattform ausgestattet, die sich sowohl für 3/8- als auch für 1/4-Zoll-Anschlüsse eignet, sodass Sie alle gängigen Foto- und Videokameras auf die Stative setzen können.

Leichte und kompakte Monopods von Rollei – auf Reisen, für alle Bedingungen und Aufnahmewinkel

Neben geringem Eigengewicht und kompakten Abmessungen überzeugen Einbeinstative auch durch die einfache und praktische Handhabung. Dank eines rutschfesten Gummi- oder Schaumstoffgriffs haben Sie das Stativ jederzeit sicher im Griff. Die Handschlaufe am Griff verhindert, dass die Kamera zu Boden fällt, falls Sie das Stativ einmal in einem unbedachten Moment loslassen sollten. Die Ummantelung des Griffs sorgt außerdem dafür, dass Sie das Stativ auch bei eisigen Temperaturen nutzen können, ohne dass Ihre Hände kalt werden.

Ein weiterer Vorteil der Monopods ist, dass sie auch beim Laufen kaum stören und sich selbst in ausgezogenem Zustand und mit montierter Kamera problemlos transportieren lassen. So ist die Kamera jederzeit einsatzbereit und Sie verpassen keine Fotogelegenheit mehr. Die Standfläche der Einbeinstative ist gummiert und sorgt so auf praktisch jedem Untergrund für einen sicheren Halt – selbst sandiger Boden ist kein Problem mehr. Wenn Sie also für Reisen, ausgedehnte Fototouren oder Sportereignisse ein kompaktes und leichtes Stativ suchen, liegen Sie also mit den Einbeinstativen von Rollei genau richtig. So gelingen Ihnen Aufnahmen selbst bei schwierigen Bedingungen, außerdem eröffnen sich Ihnen neue Möglichkeiten, sodass Sie mit ungewöhnlichen Perspektiven und Aufnahmewinkeln experimentieren können.

Monopod in AktionSilhouette des Fotografen: nixite / 123RF Stockfoto

Was ist beim Einbeinstativ noch zu beachten?

Will man zwischen Hochformat und Querformat wechseln sollte man einen passenden Stativkopf auf dem Einbeinstativ montieren. Für stärkere Schwenks ist ein Kugelkopf sehr hilfreich, damit das Einbeinstativ nicht zu sehr geneigt werden muss. Verwendet man mehrere Kameras oder macht öfters mal eine Pause, kann man mit Hilfe einer Schnellwechselplatte die Kamera mit einem Handgriff vom Stativ trennen.

Das Einbein als Steadycam

Ein kleiner Trick ist die Verwendung des Einbeinstativs als Steadycam . Natürlich kommt dies nicht an eine „echte“ Steadycam heran, aber man erzielt doch einen netten Effekt.

Hierzu blanciert man das Stativ inklusive der montierten Kamera über dem Finger aus und ermittelt so den Schwerpunkt. Hat man den Punkt ermittelt, hält man auf dieser Höhe das System mit der Kamera überkopf mit zwei Fingern fest. Nun hat man beim „Gehen“ während des Filmens kaum Schwankungen im Video. Hier eine kurze Erklärung auf YouTube:

Vor- und Nachteile eines Einbeinstativs

Wie bei allen Stativen kommt es auf das Einsatzgebiet an, um die Vorteile und Nachteile des Einbeinstativs aufzählen zu können. Wir wollen jedoch hier die wichtigsten Punkte aufführen.

Vorteile Nicht empfohlen / Nachteile
Schnelle Handhabung, sehr flexibel Langzeitbelichtung und Nachtaufnahmen
Platzsparend und leicht, ideal für die Reise Kamera fällt leicht um bei Unachtsamkeit
Geringe Unfallgefahr in Menschenmengen
(erlaubt in vielen Museen).
Einbeinstativ steht nicht von allein’
Ermüdungsfrei fotografieren bei schweren Set Ups  

Vor- und Nachteile gegenüber einem Dreibeinstativ?

Vorweg: Man kann unmöglich ein Einbeinstativ mit einem Dreibeinstativ vergleichen. Man findet viele Texte – ob es Blogs im Netz sind oder sogar Artikel in Printmedien – die diesen Vergleich anstreben.

Alleine durch die oben angeführten Einsatzgebiete sieht man, dass ein solcher Vergleich hinkt. Meist wird darauf hingewiesen, dass man keine Langzeitbelichtungen und Nachtaufnahmen mit einem Einbeinstativ durchführen kann. Dies ist eindeutig kein Nachteil, denn dafür wurde das Einbeinstativ schlichtweg nicht konzipiert.

Ein guter Stativkopf ist Pflicht

Rollei_T-5S_Panorama_Kugelkopf_1987134Wenn Sie sich ein hochwertiges Einbeinstativ kaufen wollen, achten Sie auf das passende Zubehör. Ein guter Stativkopf ist ebenso wichtig, wie die Qualität des Stativs. Mit entsprechenden Schnellwechselplatten haben Sie im Handumdrehen die Kamerasysteme getauscht. Ich persönlich benutze den Rollei T-5S Stativkopf. Für ein größeres DSLR System ist dies der optimale Kopf.

Fazit

Falls Sie jetzt noch überlegen, ob Sie wirklich ein Einbeinstativ benötigen, kann ich Ihnen versichern: Ganz klares Ja. Ihr Einsatzspektrum wird entsprechend größer und Sie sind in der Lage Motive der oben genannten Ausrüstungslücke einzufangen. Hat man einmal mit einem Einbeinstativ gearbeitet, denkt man nach den ersten Stunden „Wie habe ich das nur die ganze Zeit ohne das Einbein gemacht?“.

13. Mai 2014 | Allgemein, Hintergrund | ,

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