Die Nacht der Mondfinsternis am 27. Juli 2018

Mondverlauf

Während Eklipsen (Finsternissen) in allen möglichen Ausführungen - vom "Blutmond" bis Sonnenfinsternis, totale Mondfinsternis und jede partielle Finsternis dazwischen -  im Jahresverlauf öfters vorkommen, versprach die diesjährige Mondfinsternis am 27. Juli etwas besonderes zu werden: nämlich die längste des 21 Jahrhunderts.

Viele Fotografen hatten aufgrund von einigen Wolken leider kein Glück das faszinierende Spektakel am Himmel zu erleben. Unsere beiden Gewinner des Gewinnspiels #RolleiMondfinsternis Timo Schuch und Julia Gorius sowie der Fotograf Paul Reiffer waren jedoch erfolgreich und berichten wie sie den besonderen Abend erlebt haben.


Timo Schuch in Koblenz

Zwei Tage vor dem Ereignis der Totalen Mondfinsternis sind mein Foto-Kollege und ich bereits Richtung Koblenz gefahren, um mit Hilfe einer entsprechenden Handy-App, die die Mondlaufbahn anzeigt, einen schönen Platz zum Fotografieren zu finden. Diesen haben wir dann letztlich oberhalb von Koblenz Metternich gefunden. Wir waren dort an diesem Abend zwar nicht die einzigen Mond-„süchtigen“, trotzdem hatten wir, bis auf die anfänglichen Wolken am Horizont, viel Platz und freie Sicht auf das einzigartige Naturspektakel.

Alles in allem war es ein erfolgreicher und vor allem ein schöner Abend.

Und auch das fotografische Ergebnis des Abends kann sich sehen lassen:

Blutmond von Timo Schuch

Julia Gorius im Saarland

Ich habe den Abend der Mondfinsternis bei einer Freundin verbracht, da ihr Garten einen nahezu perfekten Blick auf den Mond zulässt. Bepackt mit Kameraausrüstung und meinem Rollei C5i Carbon Stativ habe ich mich gegen 20:30 Uhr auf den Weg gemacht. Nachdem alles fertig aufgebaut und eingestellt war, warteten wir bei einem guten Glas Crémant sehnsüchtig auf den Mond, der sich anfangs gut versteckte!

Erst gegen 22 Uhr zeigte er sich uns und das Shooting konnte losgehen. Endlich! Das Foto entstand um 23:48 Uhr als der Mond bereits teilweise wieder aus dem Kernschatten der Erde herausgetreten war. In diesen Minuten schob sich eine kleine Schleierwolke vor den Mond, so dass dieses Foto möglich war.

Belohnt wurde ich mit diesem tollen Foto:

Bild Mondfinsternis von Julia Gorius

Paul Reiffer in Hamburg

Ich wollte das Spektakel in Hamburg fotografieren. Dafür habe ich mir gemeinsam mit den Rollei Kollegen eine ganz besondere Location ausgesucht. Hoch oben auf dem Dach des Holiday Inn Hotels war ein Blick auf den Mond garantiert. Mit dem Blick über die Stadt, den Sonnenuntergang im Westen und den Mondaufgang im Osten versprach es ein toller Abend zu werden.

Bereits das Shooting des Sonnenuntergangs brachte ein Grinsen in mein Gesicht. Das Ergebnis war ein klares, gestochen scharfes Foto mit der berühmten Kirchen-Skyline Hamburgs im Schatten:

Sonnenuntergang Skyline Hamburg

Auch wenn der Abend in einem Fotodesaster enden sollte, hat es sich somit bereits jetzt gelohnt zu der Location auf dem Dach des Hotels zu kommen.

Nun aber zurück zur Mondfinsternis - nachdem die Location eingerichtet war und für einen freien Blick gesorgt war, galt es noch ein paar weitere Punkt zu prüfen:

  • Klarer Himmel mit keinen/wenigen Wolken: anfangs sah es vielversprechend aus, aber der Nebel am Horizont verwandelte sich bald in eine Schicht aus dünnen Wolken während des Sonnenuntergangs
  • Ein sich schnell verdunkelnder Himmel nach Mondaufgang: leider ist das während des Sommers in den nördlichen Hemisphären schwierig. Außerdem startete die Finsternis weniger als eine Stunde nach Sonnenuntergang
  • Kamera mit hoher ISO Performance: ich wählte eine Canon 5D mkIV - ein großartiger Allrounder
  • Weitwinkelobjektiv mit einer großen Brennweite: mit einer f/4 DO Version und einem zusätzlichen 1.4x v3 Extender erweiterte das ganze zu einer 560mm f/5.6 Linse auf einem Full-frame Body (Kleiner Tipp: vergesst alles schlechter als f/5.6 - Sie werden frustriert sein)
Vorbereitung für das Mond-Shooting

Zurück zu der Aussicht und das glückliche Gefühl, was sich normalerweise bei mir einstellt, wenn der Himmel anfängt sich pink zu färben. Doch an diesem Tag entstand eher Frustration - denn die pinke Farbe im Himmel kommt von der Feuchtigkeit, die das Sonnenlicht zurück reflektiert. Feuchtigkeit ist nicht unser Freund, wenn wir Nachts fotografieren wollen.

Trotzdem, wir warteten.

Und warteten.

  • Der Zeitpunkt des Mondaufganges kam und ging. - Der Mond versteckte sich hinter Wolken.
  • Der Zeitpunkt der Eklipse kam und ging. - Der Mond versteckte sich immer noch hinter Wolken.
  • Der Zeitpunkt sich ein Bier zu schnappen und aufzugeben, kam und ging. - Kein Mond.
  • Wir erreichten den Zeitpunkt zu scherzhaften Mutmaßungen, wo der Mond denn nun ist, einfach um die Laune oben zu halten.

Gerade als wir aufgeben und unsere Sachen zusammen packen wollten und nur 10 Minuten vor dem Zeitpunkt der Totalen Mondfinsternis, erleuchteten die Augen des Hotelmitarbeiters: "Ist er das nicht, er fängt gerade an zu erscheinen?" Sagte er.

Er hatte recht!

Keine Ahnung wie er das mit bloßen Augen sehen konnte - sogar mit dem 560mm Zoom war es eine Herausforderung ihn richtig einzufangen. Mit so wenig Kontrast war Auto-Fokus unmöglich.

 

Schon bald stieg der Mond hoch genug, um sich aus den Nebel zu befreien. Mit dem sich ändernden Kontrast und dem Effekt der Eklipse selbst, wurde dies zu einem Spiel möglichst viel Schärfe in das Bild zu bekommen ohne gleichzeitg Licht einzubüßen. Als der Himmel dunkler wurde und der Mond selbst mehr Kontraste entwickelte, begann die Versuchung die Belichtungszeit zu reduzieren. Sogar eine 1,3 Sekunden Belichtung war viel zu lang und resultierte in einem verschwommenen Bild, da der Mond sich schneller durch den engen Ausschnitt bewegte als gehofft.

Mit einer Belichtungszeit von 0,8 Sekunden fingen wir den Moment der totalen Mondfinsternis ein und letztendlich wurde doch noch alles gut. Besser wäre gewesen, wenn der Mond näher an der Erde gewesen wäre, aber bei einem Blick auf die Kamera, wusste ich, dass ein paar der Bilder schon gut sein werden.

Da das Licht der Sonne wieder auf der linken Seite des Mondes erschien, konnte man schon durch den Bildsucher sehen, wie schnell sich das Licht veränderte. Unser "Blutmond" wurde schnell zu einem "normalen Mond". Selbst Aufnahmen, die nur 5 Sekunden von einander entfernt gemacht wurden, zeigten starke Unterschiede von einem Moment zum anderen, da das Rot sich rasend schnell zu einem Gelb entwickelte.

Die Veränderung des Mondes

So wir haben es geschafft - puh!

Was zunächst wie ein Reinfall begann, entwickelte sich schlussendlich zum Erfolg - dank unserem Mondfinder vom Hotel.


Haben Sie nun auch Lust bekommen selbst zu versuchen die Mondfinsternis mit Ihrer Kamera einzufangen? Am 20. Januar 2019 haben Sie die nächste Möglichkeit dazu.

Wir sind gespannt auf Ihre Ergebnisse!

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