Capture the Wildlife, Folge 20: Planen einer Tierfotoreise

Bereits in einem vorherigen Artikel haben wir den Blick über die Grenzen gewagt und uns mit ein paar sehr fotogenen Wildtieren unserer europäischen Nachbarn auseinandergesetzt. Der heutige Beitrag beleuchtet die richtige Planung einer Fotoreise – unerlässlich, um die gewünschten Motive überhaupt vors Objektiv bekommen zu können.

In unserer "Capture the Wildlife"-Gruppe auf Facebook können Sie sich mit dem Profi-Fotografen Alexander Ahrenhold und anderen Usern über das Thema Wildlife-Fotografie austauschen.
Wir freuen uns auf Sie! 


Um echte "Exoten" abzulichten, müssen wir an keiner Foto-Safari auf dem afrikanischem Kontinent teilnehmen oder uns mit Machete und Gummistiefeln mühselig einen Weg durch den Dschungel Südamerikas bahnen. Bereits schon das Passieren der Bundesgrenze bringt uns wirklich seltenen und fotografisch lohnenswerten Motiven näher. Ein paar schöne Beispiele durfte ich im Beitrag "Tiere im Ausland" präsentieren und beschreiben. Dass mir diese Bilder auch tatsächlich gelungen sind, hat zwar auch mit ein wenig Glück, aber vor allem sorgfältiger Recherche und einer guten Planung zu tun. Dann klappen nämlich auch die Fernreisen.

Die Reise nach den Motiven planen

Natürlich hat es auch seinen besonderen Reiz, wenn man einfach seine Fotoausrüstung schnappt, sich in den erstbesten Zug oder Flieger setzt und einfach vor Ort von der regionalen Tierwelt überraschen lässt. Ab und an erwischt man dann auch echte Zufallstreffer. Die Wahrscheinlichkeit, mit echten "Goldbildern" nach Hause zu kommen, sinkt aber in dem Maße, wie die Spontanität zunimmt. Meine Vorgehensweise daher: Sich erst für eine oder zwei Tierarten entscheiden und die Reise dann genau um diese Motive herumplanen. Im Vorwege nehme ich mir daher ausreichend Zeit, um über das Internet zu recherchieren und/oder mich bei befreundeten Fotografen zu erkundigen. Die Wildlife-Fotografen-Community wird zwar auch von einigen wenigen echten Eigenbrötlern bevölkert, die ihr Wissen ungern weitergeben, der Anteil der freundlichen und hilfsbereiten Profis überwiegt aber bei Weitem, wie man immer wieder in der "Capture the Wildlife" Facebook-Gruppe feststellen kann. Hat man sich ausführlich über die Gewohnheiten, Wanderverhalten und Vorlieben der avisierten Wildtiere informiert, beginnt die Evaluierung der lokalen Infrastruktur, besonderer Bräuche oder kultureller "No-Gos" sowie der benötigten Reiseunterlagen und eventueller Impfungen. Hier sollte man ausreichende Zeitpolster einplanen, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Alleine oder in der Gruppe auf Fotosafari gehen?

Je nach Zielort und den gewünschten Motiven muss man genau abwägen, ob man sich alleine oder maximal zu zweit auf die Fotopirsch macht oder sich einer größeren Gruppe beziehungsweise einer organisierten Tour anschließt. Der Vorteil der Solo-Pirsch: Man muss keine Rücksicht auf Mitreisende nehmen, kann sich voll auf das Motiv konzentrieren und hat in der Regel bessere Chancen auf wirklich einzigartige Locations, Fotos und ungewöhnliche Perspektiven. Die Verfügbarkeit von geeigneten Fahrzeugen beeinflusst natürlich auch diese Entscheidungsfindung. Einer Gruppe schließe ich eher mich an, wenn ich mich in völlig unbekannten Terrain bewegen will, mit Raubtieren zu rechnen ist und/oder die klimatischen Rahmenbedingungen Solo-Ausflüge zu gefährlich erscheinen lassen – beispielsweise würde ich mich niemals alleine in die Arktis oder Antarktis wagen. Mit anderen Teilnehmern nimmt dann aber nicht nur die Exklusivität der Locations und der Motive ab, auch muss man sich den Regeln des Veranstalters oder Organisators im gewissen Maße unterwerfen. Wer bei einer geführten Tour mitmachen will, sollte nicht schon von Zuhause aus buchen, sondern sich vor Ort einen Veranstalter suchen – hier kann man sich viel besser von der Professionalität überzeugen und in der Regel auch einen besseren Preis aushandeln.

Passende Ausrüstung

Als letzten, aber nicht weniger wichtigen Punkt gehe ich noch kurz auf die richtige Ausrüstung ein. Da sich Anforderungen an das Equipment vorwiegend nach den klimatischen Bedingungen, den Nachschub-Möglichkeiten vor Ort und dem gewünschten Motiv richten, kann man hier nur wenige, global gültige Tipps geben: Machen Sie sich möglichst unabhängig vom Internet. Drucken Sie Ihre Karten vorher aus oder kaufen Sie Printexemplare. Ich habe mich bereits zu oft darauf verlassen, dass einem Navi oder einem Smartphone ausreichend Netzanbindung oder GPS-Signale zur Verfügung stehen. Nehmen Sie genügend Batterien oder geladene Akkus mit. Im Zweifel führt der Fotoladen vor Ort gerade Ihr dringend benötigtes Modell nicht. Suchen Sie sich vorher möglichst leichte Stative, Zubehör und ergonomische Foto-Rucksäcke aus. Von existentiell benötigten Gegenständen vielleicht auch immer noch ein zweites Fallback-Exemplar mitnehmen. Dann sollten die größten Hindernisse aus dem Weg geräumt sein. Genug unvorhersehbare Ereignisse werden aber erwartungsgemäß trotzdem noch auf Sie warten.

 

Haben Sie noch zusätzliche Tipps oder spannende Anekdoten zum Thema "Planung einer Fotoreise"? Dann zögern Sie nicht, sie mit der Community  "Capture the Wildlife"-Facebook Gruppe zu teilen!

Ihr Alexander Ahrenhold

PASSENDE ROLLEI PRODUKTE

Fotograf: Alex Ahrenhold