Mit Rollei im ewigen Eis der Arktis – Teil 6

Der sechste und bereits letzte Reisebeitrag dieser Blogartikelserie über die Rollei "Arktis-Expedition" im Frühjahr 2018 zeigt das Polarwetter von seiner unwirtlichsten und wildesten Seite. Dies lässt Rollei Geschäftsführer Thomas Güttler aber auch ein wenig wehmütig Abschied nehmen von dieser wirklich einzigartigen Landschaft …

Der letzte Expeditionstag

Die ersten fünf Tage hatten die Rollei Teammitglieder das Glück, das eigentlich unberechenbare Polarwetter fast durchgehend von seiner angenehmeren Seite kennenzulernen. Frühlingshafte Unbeschwertheit und Temperaturen im zweistelligen Plusbereich sind sogar während des "Hochsommers" nicht zu erwarten. In der Regel klettern selbst im August die Quecksilbersäulen der örtlichen Thermometer nicht über 6 bis 7 Grad Celsius.

Nichtsdestotrotz wurden die Schneemobil-Ausflüge bis dahin von Fotografie-freundlicher Sonne bzw. aufgelockerter Bewölkung begleitet. Am sechsten und letzten "kompletten" Tag auf Spitzbergen schien es Thomas Güttler aber fast so, als wollte der Nordpolarkreis das Rollei-Team nicht auf die Rückreise entlassen, ohne zumindest einen kleinen Vorgeschmack der Macht der Witterung vermittelt zu haben.

Auch an Tag 6 stand ein Ausflug mit den Motorschlitten auf dem Programm. Praktischerweise führte die Tour über das tiefgefrorene Gewässer des "Hausfjords" des Hauptortes Longyearbyen. Routiniert wurde – wieder nach einem sehr ausgiebigen Frühstück und einigen Bechern Kaffee – die Fotoausrüstung in die Rollei-Rucksäcke gepackt. Die temperaturunempfindlichen Rollei Lion Rock Stative wurden zusammengefaltet und in ihren Transport- und Aufbewahrungstaschen verstaut. Und dann konnte bei einsetzendem Schneetreiben und wirklich arktischen Minusgraden die Motoren der Schneemobile gestartet werden.

Mittlerweile beherrschten Thomas Güttler und Begleitung die favorisierten Fortbewegungsmittel der Spitzbergener fast schon im Schlaf. Während der Fahrt auf dem Eis des Isfjords sollte man aber unabhängig von der persönlichen Motorschlitten-Erfahrung immer noch sehr vorausschauend und konzentriert fahren. Ein zugefrorener Fjordausläufer ist eben doch keine ausgebaute und regelmäßig gewartete sechsspurige Autobahn.

Spannungen im Eis oder andere Ursachen können regelmäßig zu Rissen oder Löchern führen, die einem vielversprechenden Schneemobil-Ausflug ein jähes und katastrophales Ende bereiten können. Entsprechend umsichtig war das Rollei-Team unterwegs und erreichte  - auch dank des erfahrenen Guides – unbeschadet die verschiedenen Spots.

Fotografieren bei widrigen Bedingungen

Sturmtag fotografisch festhalten

Als leidenschaftlicher Naturfotograf war Thomas Güttler tatsächlich auch erleichtert, dass er noch am letzten Tag "gerade noch eben" die Gelegenheit bekam, die ganze Bandbreite des Nordpolarwetters miterleben zu können. Zwar "pfiff" während des gesamten Tages ein ordentlicher Wind mit ausgiebiger Schnee-Unterstützung und die Temperaturen sanken noch ein gutes Stück weiter nach unten.

Aufgrund ihrer guten Vorbereitung und der Qualität des gesamten Materials – von der Fotoausrüstung über die Transportbehältnisse bis zu den beeindruckend "kuscheligen" Overalls – konnte sich das Rollei-Team wieder ausschließlich auf die Motive und deren möglichst spektakulären Ablichtung konzentrieren.

Thomas Güttler stellte zum Ende der Reise erstaunt fest, dass er wohl tatsächlich öfter schwitzte als dass er frieren musste. Um die besondere Stimmung dieses letzten Sturmtags im ewigen Eis des Nordpolarkreises fotografisch festzuhalten, bot sich die Filter-unterstützte Langzeitaufnahme an. Dies ist eine der ausgewiesenen Lieblingsdisziplinen von Fotoprofi Thomas Güttler. Die Windgeschwindigkeit sorgt dabei für spannende Strukturen am Himmel. Das Schneegestöber wird durch die längere Belichtungszeit vollständig eliminiert:

Langzeitbelichtung in der Arktis

Unerwartetes Spektrum an Farben

Ein weiteres Phänomen, das sich vielen Spitzbergen-Besuchern während der "weißen" Jahreszeit präsentiert, ist eben die farbliche Bandbreite der vermeintlich monochromen Schnee- und Eislandschaft. Je nach Sonnenstand, Bewölkung oder Witterung wandelt sich die eigentlich "farblose" Umgebung zu einer Leinwand, die das gesamte Farbspektrum einschließlich sämtlicher Pastellabstufungen darzustellen in der Lage ist.

In Kombination mit der tiefen Stille und der Einsamkeit in den Weiten der "tiefgefrorenen" Inselgruppe Spitzbergen brennt sich diese unverwechselbare Wahrnehmung fest und dauerhaft in die Erinnerung der Besucher ein:

Raue Arktis

Fazit

Selbst nach fast einem Jahr leuchten immer noch unübersehbar die Augen von Thomas Güttler, wenn er von dieser überwältigenden Expedition ins Nordpolarmeer berichtet. Dabei beeindruckte den Rollei-Geschäftsführer und weitgereisten Landschaftsfotografen auch die im nachhinein doch erstaunliche Unkompliziertheit dieser Reise.

Zugegeben: Planung, Vorbereitung und der Flug über mehrere Zwischenstopps nach Longyearbyen waren erheblich aufwendiger und komplexer als ein Pauschalwochenende auf der bei den Deutschen beliebtesten Baleareninsel. Nichtsdestotrotz muss nach der Aussage von Thomas Güttler sich niemand vor einer vergleichbaren Tour "fürchten".

Mit der Unterstützung eines erfahrenen Inselführers und unter Inanspruchnahme des schon legendären Erfindungsreichtum und der Hilfsbereitschaft der Spitzbergener Bevölkerung sollten selbst Fotografen auf ihre Kosten kommen, die sich normalerweise eher in tropischen Regionen richtig wohl fühlen. Wer sich früh und gut vorbereitet, bei seiner gesamten Ausrüstung Wert auf Robustheit und einen Mindestqualitätsstandard legt und auch bereit ist, sich immer wieder überraschen zu lassen, wird von einer Spitzbergen-Reise ähnlich unvergessliche Erinnerungen mitbringen können.

Robustes Fotozubehör

Zum Abschluss

Die eigentliche "Reiseberichterstattung" ist hiermit leider nun vorbei. Wir möchten Ihnen aber auch nicht einfach nur den "Mund wässrig gemacht" haben.

Damit Sie Ihre Begeisterung für diese einzigartigen Foto-Spots im Speziellen und die Fotografie in der Kälte im Allgemeinen auch in der Praxis umsetzen können, haben wir für Sie noch ein zusätzliches "Goodie" vorbereitet – am nächsten Mittwoch finden Sie hier einen Special-Beitrag zum Thema "Fotografieren bei klirrender Kälte".

Fotograf: Thomas Güttler

PASSENDE ROLLEI PRODUKTE