Mit Rollei im ewigen Eis der Arktis – Teil 4

In den ersten drei Teilen dieser Blogartikelserie landeten Sie mit Rollei Geschäftsführer Thomas Güttler im ewigen Eis, fuhren auf dem Motorschlitten mit zur verfallenen Nothütte und schauten sich ausgiebig in und um Longyearbyen um. Der vierte Teil dreht sich um die verfallene Geisterstadt Grumant und die unvergesslichen Eindrücke am vereisten Fjordstrand des Nordpolarmeeres …

Nach dem weitestgehend schneemobilfreien Tag in der direkten Umgebung des Hauptortes Longyearbyen hatten sich die Knochen des Rollei-Teams wieder einigermaßen erholt. Dem Ausflug zur ehemaligen russischen Bergarbeitersiedlung "Грумант" - auf deutsch "Grumant " - stand soweit nichts mehr im Wege.

Die Geisterstadt

Bereits am ersten Tag auf Spitzbergen kam das Team an diesem bilderbuchartigen "Lost Place" vorbei, verschaffte sich einen kurzen Überblick und entschied aufgrund der bereits ziemlich vorgerückten Stunde, am übernächsten Tag genügend Zeit für eine ausgedehnte Inspektion einzuplanen. Die reine Luftlinie zwischen der Geisterstadt und Longyearbyen beträgt zwar "nur" 12 Kilometer, die aber auf dem wenig komfortablen Sattel eines Motorschlittens und bei klirrender Kälte zurückgelegt werden müssen.

Mittlerweile hatten die Teilnehmer der Rollei-Polar-Expedition aber bereits eine gewisse Routine im Umgang mit dem Hauptfortbewegungsmittel der Einwohner von Svalbard, wie die Inselgruppe im norwegischen Sprachgebrauch heißt. Nach der Ankunft schaute man sich erst einmal in den Häuserruinen um, die auf den ersten Blick ziemlich überstürzt verlassen wurden. Tatsächlich stellte die sowjetische Kohleförderungsgesellschaft Arktikugol den Kohleabbau bereits 1962 ein. Die verbleibenden Einwohner zogen sich aber erst 1965 endgültig zurück.

In seiner "Blütezeit" 1951/1952 wohnten in Grumant immerhin 1106 Menschen. Mehr als zur gleichen Zeit im jetzigen Hauptort Longyearbyen. Von den meisten Gebäuden lassen sich mittlerweile nicht mal mehr die Grundrisse erahnen. Mehr oder weniger intakt halten sich im arktischen Wind nur noch tapfer ein paar Gemäuer, in denen Thomas Güttler rostige Bettgestelle, funktionsuntüchtige Feuerlöscher, abgewetzte Grubenarbeiterkleidung und vermoderte Möbel fand.

Diese Gegenstände sorgten für einen gleichfalls gruselige und geschichtsträchtige Atmosphäre, bewegten den ausgewiesenen Landschafts- und Naturfotografen aber nicht dazu, seine Kamera und sein Stativ im Innern der Ruinen in Stellung zu bringen und sich passende Motive zu suchen. Nach der kurzen Inspektion, die auch dazu diente, das Areal zumindest für die nächsten Stunden als zuverlässig "eisbärenfrei" zu klassifizieren, verließ auch das Rollei Team wieder die windschiefen Gemäuer.

hölzerne Anleger

Markantes Bauwerk

Als markantestes Bauwerk des heutigen Geisterorts bleibt Thomas Güttler hingegen der hölzerne Anleger sehr in Erinnerung, der mit einem einfachen, mittlerweile komplett dachpfannenfreien, Schuppen abschließt. In Kombination mit der bizarren und schroffen Oberfläche des zugefrorenen Wassers des Isfjords und der untergehenden Sonne ergab sich eine sehr stimmungsvolle Szenerie. Dies wurde von den Teilnehmern der Rollei Expedition gleich ganz pragmatisch als passender Hintergrund für Produktfotos der enorm widerstandfähigen und kälteunempfindlichen Lion Rock Stative genutzt.

Lion Rock Stativ im Eis

Das Lion Rock Stativ

Insbesondere die speziell geformten Stahl-Spikes der Profi-Stative eignen sich hervorragend für den Einsatz auf granithartem Gletschereis. Jede Spike-Spitze bohrt sich im passenden Winkel ins Eis und sorgt somit auch unter widrigsten Umweltbedingungen für einen wirklich bombenfesten Stand.

Spikes Lion Rock Stativ

"Slow-Fotografie"

Für die Aufnahmen am Fjord-Strand ließ sich Thomas Güttler ganz bewusst viel Ruhe – genoss erst einmal die Vorzüge der "Slow-Fotografie", stellte dann aber überrascht fest, dass er bei seiner Tätigkeit von keiner der gewohnten Geräuschquellen gestört wurde.

In der Umgebung der zerfallenen Geisterstadt fährt kein Auto, rauscht kein Zug vorbei, bettelt angesichts des Funklochs kein Smartphone um Aufmerksamkeit. Vögel sind auch keine unterwegs, die Eisbären halten sich im gebührendem Abstand. Schweigt man dann auch noch selbst, wird man von der absoluten Stille fast schon "erschlagen" – hält man aber wacker ein wenig aus, schleichen sich nach einer Weile dann doch ein paar Naturgeräusche ins Ohr.

Thomas Güttler nahm zuerst ganz leise das Knirschen des Eises wahr, das durch die Bewegungen des darunterliegenden Fjordwassers sanft gegeneinander geschoben wurde. Bemerkte dann aber auch das fast unmerkliche Plätschern der Wellen. Diese beeindruckende Abwesenheit zivilisatorischer Ablenkungen wird der Rollei Geschäftsführer sein Leben lang nicht mehr vergessen.

In Kombination mit der fast unendlichen Schnee- und Eiswüste von Spitzbergen rührte die Ruhe den erfahrenen Globetrotter fast zu Tränen. Nichtsdestotrotz schoss der Fotoprofi noch ein paar beeindruckende Produktfotos und trat dann auch bald die Rückfahrt an, da selbst der dick ausgepolsterte Arktis-Overall für ein stundenlanges Genießen des Augenblicks einfach nicht gemacht wurde und die klirrende Kälte sich irgendwann ihre mikroskopisch feinen Wege durchs Material suchte und fand.

Lion Rock Kopf

Nächste Woche geht die Reise weiter

Lesen Sie im fünften Teil dieser Blogartikelserie über eine Schneemobilfahrt über das Eis des Nordpolarmeeres zu einem atemberaubenden Gletscher-Foto-Spot, der dann mit der perfekten "Arctic Silence" aufwarten konnte …

Fotograf: Thomas Güttler

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