Mit Rollei im ewigen Eis der Arktis – Teil 3

In Teil 1 und Teil 2 dieser Blogbeitragsreihe kamen Sie mit Rollei Geschäftsführer Thomas Güttler auf Spitzbergen an und begleiteten das Rollei-Team bei seinem ersten Schneemobil-Ausflug in ein abgelegenes Gletschertal, das mit einem überraschenden Vordergrundmotiv aufwarten konnte. Der dritte Teil handelt vom Shooting in und um Longyearbyen, dem Hauptort der Inselgruppe Spitzbergen (auf norwegisch "Svalbard") …

Am ersten "vollständigen" Tag auf Spitzbergen kam das Rollei-Team auf der Rückfahrt vom Gletschertal mit der äußerst fotogenen Nothütte an einem vielversprechenden Aussichtspunkt vorbei. Der Spot präsentierte einen überwältigenden Blick über Longyearbyen und den zugefrorenen Fjord auf den gegenüberliegenden Berg. Diese Perspektive sollte am zweiten Tag genauer in Augenschein genommen werden.

Blick über Longyearbyen

Zahlreiche Motivquellen in und um Longyearbyen

Bevor es aber auf die Anhöhe ging, wagte sich Thomas Güttler erst einmal auf das Packeis des "Hausfjords" des Hauptortes. Dort fand der erfahrene Landschaftsfotograf tatsächlich noch eine kleinere eisfreie Stelle, die sich hervorragend eignete, die Gipfel der gegenüberliegenden Bergkette zu spiegeln.

Eine der Gründe, sich im näheren Radius der "Inselhauptstadt" aufzuhalten, war aber auch in der Tatsache begründet, dass die sehr ausgedehnte – und für das Rollei-Team ziemlich ungewohnte – Motorschlittenfahrt am Folgetag noch in allen Knochen zu spüren war. In und um Longyearbyen befinden sich erfreulicherweise aber auch zahlreiche Motivquellen, die darauf warteten, "abgearbeitet" zu werden.

Verkehrsschild Schneemobil

Prägnante Vergangenheit

Überall im Ort wird man an die vom Kohlebergbau dominierte Vergangenheit erinnert. Sämtliche Häuser auf Spitzbergen stehen auf Pfählen, der Permafrostboden erlaubt keine anderen Fundamente. Die Inselgruppe besitzt eine eingeschränkte Selbstverwaltung.

In Longyearbyen residiert als Repräsentant der norwegischen Regierung ein "Sysselmann", der gleichzeitig als Polizeichef, Hilfsrichter und Inhaber fungiert und über ein eigenes Schiff, die "Nordsyssel" verfügt. Immer wieder wurde über eine Autonomie von Spitzbergen diskutiert, die aber aufgrund der Nähe zu Russland und den Ambitionen der Moskauer Regierung schließlich regelmäßig zu den Akten gelegt wurde.

Kohlebergbau Vergangenheit

Begegnung mit Eisbären

Auf den über 400 Inseln und Schären, die zu Spitzbergen gehören, ist jederzeit mit "kreuzenden" Eisbären zu rechnen. Daher sieht man kaum jemand, der sich im Freien ohne Schusswaffe aufhält. Zwar gibt es in Norwegen – im Vergleich zu Bayern – keine ausgewiesenen "Problembären", bei einer zufälligen Begegnung sollte man aber auf einen Spontanangriff stets vorbereiten sein.

Für die Bewohner des Polarkreises gehört diese Notwendigkeit genauso zum Alltag wie die Polarnacht und das raue Klima. Die Eisbären nutzen ihrerseits in aller Regel die vorwiegend menschenfreien Zonen, um ihren täglichen Verpflichtungen möglichst entspannt und friedlich nachgehen zu können. In der örtlichen Filiale der norwegischen SpareBank legt man aber verständlicherweise größten Wert darauf, dass keine Schusswaffen mit ins Haus genommen werden.

Waffenverbot in Bankfiliale

Haupt-Shooting

Das Haupt-Shooting des zweiten Tages im ewigen Eis sollte dann am Abend bzw. bei anbrechendem Sonnenuntergang stattfinden. Thomas Güttler fand mit dem geübten Auge des langjährigen Filterfotografen bereits am Vortag heraus, dass die untergehende Sonne die genau gegenüber von Longyearbyen liegende Gipfel des Berges "Hiorthfjellet" in ein überwältigendes, pinkfarbenes Licht taucht. Der Ort verbleibt dabei selbst bereits weitestgehend im Schatten des Talkessel .

Einsatz des richtigen Filters

Um zu vermeiden, dass der untere Bereich der Aufnahme komplett im Dunkeln "absäuft", setzte der Rollei Geschäftsführer einen Soft GND Filter ein. Dieser dunkelt den oberen Bereich mit einem gleichmäßig auslaufenden Verlauf farbneutral ab. Und die Details im Umfeld der Ansiedlung bleiben weiter erhalten.

Sonnenuntergang

Der Filtereinsatz zeigte während aller Phasen des Sonnenuntergangs die gewünschte Wirkung. Der Verlauf von Pink zu Violett im komplett wolkenfreien Himmel spiegelt sich im ersten Foto in den klar erkennbaren Schneeflächen im Vordergrund wieder.

Der im Vergleich zu den sich im Talkessel zusammenkauernden Häusern riesige Hiorthfjellet nimmt die im zustehende "Pole-Position" im Bild in voller Pracht strahlend ein.

Sonnenuntergang

Die Farbstimmung der zweiten Aufnahme bewegt sich bereits stark in Richtung Blau/Violett. Nichtsdestotrotz sorgt die kurze Brennweite dafür, dass alle Details dieses beeindruckenden Panoramas gestochen scharf wiedergegeben werden.

Am rechten Bildrand sieht man die Türme der Kohleförderbahn, die den begehrten Rohstoff ähnlich eines Skilifts von den Flözen im Berg zum Sammel- und Abtransport-Punkt in Longyearbyen unkompliziert und zügig über die teilweise sehr hohen Schneeverwehungen des Talkessels bringen konnte.

Sonnenuntergang

Der letzte "Schuss"

Der letzte "Schuss" präsentiert sich schon fast als Nachtaufnahme, wohingegen der 928 Meter hohe Berg mit einer wesentlich detaillierteren Schattenzeichnung aufwartet. Im Ort sind bereits in allen Häusern die Lichter angegangen. Die Einwohner von Longyearbyen bereiten sich allmählich auf die klirrend kalten Abend- und Nachtstunden vor.

Schuhe vor der Tür

Nach diesen spektakulären Aufnahmen baute das Team seine Rollei Lion Rock Stative ab, packte die Rollei Rechteckfilter ein und machte sich auf den Rückweg ins Hotel. Ein reichhaltiges Abendessen wartete schon auf die Fotografen, um die Herausforderungen des nächsten Tags gestärkt und ausgeschlafen in Angriff zu nehmen.

Nächste Woche geht die Reise weiter

Lesen Sie im vierten Teil dieser Blogartikelreihe mehr über den Ausflug in die ehemalige russische Bergarbeiterstadt "Grumant" (russisch Грумант), die seit ihrer Aufgabe 1965 als sehr fotogene Geisterstadt vor sich hin verfällt – und selbst dem erfahrenen Globetrotter Thomas Güttler noch ein paar eiskalte Schauer über den Rücken laufen ließ …

Fotograf: Thomas Güttler

PASSENDE ROLLEI PRODUKTE