Mit Rollei im ewigen Eis der Arktis – Teil 2

Im ersten Teil dieser Blogartikelserie zu Thomas Güttlers spektakulärer Fotosafari im ewigen Eis Spitzbergens konnten Sie über die nicht ganz unkomplizierte Anreise und die ersten, bereits überwältigenden Eindrücke vor der Ankunft auf dem Flughafen Longyearbyen lesen. Heute dreht sich alles um die erste Foto-Tour und die Entdeckung eines ungemein fotogenen Vordergrundmotivs …

Für Thomas Güttler beginnt ein vielversprechender Tag üblicherweise erst einmal mit einem ordentlichen Schluck Kaffee. Unabhängig davon, in welcher Region der Welt der Geschäftsführer von Rollei gerade unterwegs ist. Der erste Morgen in Spitzbergen hielt aber sinnvollerweise auch noch ein ausgiebiges und ungemein schmackhaftes Frühstück für das Rollei-Team bereit, um den körperlichen Anstrengungen der anstehenden Foto-Tour gut vorbereitet entgegentreten zu können.

Ortsschild Longyearbyen

Hauptort Longyearbyen

Ausgangspunkt aller nachfolgenden Exkursionen war der Hauptort Longyearbyen, eine ehemalige Bergarbeiterstadt und heutiger Tourismus- und Forschungs- Hotspot. Der Ort verfügt sogar mit dem UNIS über ein eigenes Universitätszentrum (als Außenstelle der Universitäten in Oslo, Bergen, Tromsø und der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens).

Benannt wurde der Ort in gewohnt pragmatischer norwegischer Manier nach dem amerikanischen Unternehmer John Munroe Longyear (byen = Stadt), der 1906 dort eine Bergarbeitersiedlung für die Arctic Coal Company errichtete.

Nach dem Frühstück wurde sorgfältig die benötigte Ausrüstung in die Rollei Fotorucksäcke verpackt und in Ruhe angemessene Kälteschutzkleidung angelegt. Die eigene Winterkleidung geisterte – wie im ersten Teil der Blogartikelserie bereits erwähnt – auf diversen Umwegen weiterhin dem Rollei-Team hinterher. Der abhanden gekommene Koffer war leider immer noch nicht aufgetaucht.

Mit Schneemobil durchs Eis

Glücklicherweise beinhaltete die Miete der Schneemobile auch bequeme und wärmende Overalls sowie Fausthandschuhe, die trotz der dicken Polsterung noch genügend Bewegungsfreiheit für die Lenkung der Motorschlitten bereithielten. Die Schneemobile ersetzen auf Spitzbergen das Auto. Im ewigen Eis der im Polarmeer gelegenen Inselgruppe beschränkt sich das Straßennetz auf die wenigen Orte.

Es existieren keine Überlandverbindungen zwischen den Städten. Grundsätzlich verfügen die Motorschlitten über Bedienelemente, die man bis auf den Daumengashebel auch von Quads kennt, erfordern aufgrund des Kettenantriebs und der möglichen Höchstgeschwindigkeit von ca. 100 km/h aber doch eine vorherige Einweisung. Während der Fahrt zur ersten Shooting-Location war das Rollei-Team aber wesentlich langsamer unterwegs.

Die ungewohnte Fortbewegung und der teilweise sehr unebene Untergrund tatsächlich für ein paar Stürze sorgte, die aber durchweg glimpflich ausgingen. Damit man nach einem Fall vom Motorschlitten direkt weiterfahren kann, sind fast alle am Markt erhältlichen Modelle mit einer sogenannten Totmanneinrichtung ausgestattet, die nach dem "Verlust" des Fahrers den Motor sofort "abwürgt".

Vereistes Schneemobil

Erster Stopp - verfallene Nothütte

Den ersten Stopp legte das Rollei-Team nahe der gefrorenen Oberfläche eines Fjordausläufers ein. Das Gletschertal war komplett von schneebedeckten und von der strahlenden Sonne beschienenen Bergen umgeben. Dieses Panorama erschien dem erfahrenen Landschaftsfotografen eigentlich schon beeindruckend genug. Die "Kirsche auf der schneeweißen Sahnetorte" stellte aber eine verfallene Nothütte dar, die scheinbar seit Jahrzehnten mitten im Talkessel nur auf die Kameras des Teams zu warten schien …

Lion Rock Nothütte Behind the scenes

Die unwirtlichen und dauerhaft schnee- und eisbedeckte Weiten Spitzbergens sind von einem mehr oder weniger gleichmäßigen Netz von Nothütten überzogen. Diese äußerst spartanischen Unterkünfte sind nicht für dauerhafte Ferienaufenthalte gedacht, sondern sollen in Not geratene Reisende bei Pannen, Unfällen oder extremen Witterungsbedingungen Schutz, Wärme und Nahrung bieten. Solange bis sich die Situation entspannt hat oder Retter eingetroffen sind.

An der – aufgrund der Neugierde der einheimischen Eisbären – ständig verschlossenen Nothütte findet man direkt einen Kasten mit dem Schlüssel. Sobald man sich und seine Mitreisenden im Innern in Sicherheit bringen konnte, sollte man den Ofen in Betrieb nehmen. Notvorräte und Wasser sorgen dafür, dass man einige Zeit bei Kräften bleibt. Weiteren Luxus weisen die Nothütten nicht auf. Das Exemplar im Gletschertal hatte schon seit etlichen Jahren seine beste Zeit hinter sich und war verständlicherweise komplett außer Dienst gestellt worden. Mittlerweile sorgt ein modernes Mobilfunknetz auch auf Spitzbergen für fast lückenlosen Empfang, sodass Nothütten nur noch in ausgewiesenen Funklöchern Unterschlupf für mehrere Tage bieten müssen.

Nothütte Finales Bild

Um die Einsamkeit der Location überzeugend einfangen zu können, ließ der Fotoprofi bei der obenstehenden Aufnahme die Regeln des goldenen Schnitts bewusst außen vor und setzte die Ruine mitten in den Rahmen der umgebenden Schnee- und Berglandschaft und des strahlend blauen Himmels des kurzen Polartags.

Lost place

Auf dem Rückweg machte das Rollei-Team noch einen Abstecher zu einem echten "Lost Place". Die mystische, fast schon gespenstische Atmosphäre der komplett verlassenen, ehemaligen russischen Bergbausiedlung beeindruckte Thomas Güttler so sehr, dass für einen der Folgetage direkt ein längerer Aufenthalt eingeplant wurde.

Lost place in der Arktis

Nächste Woche geht die Reise weiter

Am nächsten Tag sollte aber erst in Longyearbyen ausgiebig fotografiert werden – mehr über die Motivauswahl und die fotografische Ausbeute im Hauptort von Spitzbergen erfahren Sie nächste Woche im dritten Teil dieser Blogartikelserie …

Fotograf: Thomas Güttler

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