Arktis-Special: Fotografieren bei klirrender Kälte

Über 6 Wochen lang konnten Sie die einzelnen Etappen der Rollei Nordpolar-Expedition verfolgen. Sie haben Rollei Geschäftsführer Thomas Güttler auf der Fahrt über den zugefrorenen Isfjord begleitet, die mystische Stimmung der ehemaligen Bergarbeiterstadt Grumant miteingefangen und sich von der allumfassenden "Arctic Silence" auf dem Plateau des Gletschers bei Svea beeindrucken lassen. Als Goodie und kleines Dankeschön für Ihre Treue möchten wir Ihnen heute vier wertvolle Tipps aus der Praxis geben. Damit können Sie auf Ihrem nächsten Spitzbergen-Ausflug – aber auch im Rahmen Ihres "normalen" Outdoor-Shootings im Winter – das bestmögliche Ergebnis erzielen und unnötige Fehler vermeiden …

Tipp Nr. 1: Wie Sie selbst bei minus 20 Grad mit warmen Händen fotografieren

Der erste Tipp dreht sich weniger um technische Details oder Vorgehensweisen, sondern deckt erst einmal die absoluten "Basics" ab. Denn mit blau angelaufenen und vor Kälte erstarrten Fingern scheitert man bereits bei der Montage der Fotoausrüstung auf dem möglichst witterungsunempfindlichen Stativ.

Thomas Güttler trug während der Fahrt zu den verschiedenen Foto-Spots die dick gefütterten Fäustlinge, die das Rollei-Team zusammen mit den praktischen Overalls bei der Übernahme der Leih-Motorschlitten ausgehändigt bekam. Diese eignen sich verständlicherweise hervorragend zur Steuerung der flinken Schneemobile, machten aber aufgrund ihrer "Bauweise" bei der Bedienung der empfindlichen und kleinteiligen Fotoausrüstung keine gute Figur. Dementsprechend zog sie Thomas Güttler nach der Ankunft am geplanten Kamerastandort aus, um die Fotoausrüstung einsatzbereit zu machen und die erforderlichen Einstellungen vorzunehmen.

Bei über 20 Grad minus dauerte es dann nur wenige Minuten, bis sich das Gefühl erst aus den Fingerspitzen verabschiedete und binnen kürzester Zeit die beiden Hände angesichts der klirrenden Kälte anfingen zu schmerzen. Glücklicherweise hatte der reiseerfahrene Fotoprofi vor dem Abflug nicht vergessen, ein paar Touchscreen-taugliche Lederhandschuhe einzupacken. Diese waren zwar nicht so dick gepolstert wie die Schneemobil-Fäustlinge, aber so weit geschnitten, dass jeder Einzelne noch ein Heat-Pack aufnehmen konnte.

Vor der Abfahrt zu den jeweiligen Foto-Locations knetete der Rollei Geschäftsführer die Heat-Packs ordentlich durch und aktivierte auf diese Weise die Wärme-Abgabe, packte sie in die ledernen Fingerhangschuhe, zog diese an und die Fäustlinge darüber. In dieser Kombi konnte Thomas Güttler sowohl das Schneemobil durch den eisigen Wind steuern – und ohne die Fäustlinge seine Ausrüstung wie gewünscht bedienen. Kalte Finger waren für den Rest der Reise somit passee. Der leidenschaftliche Landschaftsfotograf musste sogar schon fast aufpassen, dass ihm nicht zu warm wurde …

Tipp 1 - Warme Hände beim Fotografieren

Tipp Nr. 2: Spikes nicht vergessen – sowohl für die Schuhe als auch fürs Stativ

Das Rollei Team war im Frühjahr 2018 auf Spitzbergen. Zu dieser Jahreszeit regt sich auf dem europäischen Kontinent wieder die Natur – Pflanzen und Tiere wachen aus ihrem Winterschaf auf. Im Nordpolarkreis herrscht hingegen tiefster Winter, die Landschaft ist von einer dauergefrorenen Eis- und Schneedecke eingehüllt.

Um sich nach Verlassen des Hotels einigermaßen sicher auf den eigenen Beinen fortzubewegen, gibt es zu den robusten Spikes-Überzieher für die Winterstiefel eigentlich keine ernstzunehmende Alternative. Thomas Güttler war sich am ersten Tag auf Spitzbergen nichtsdestotrotz nicht hundertprozentig sicher, ob er dieses Ritual wirklich jeden Morgen abhalten müsse.

Nach den ersten zaghaften Schritten ohne Spikes ließ er sich aber schnell eines Besseren belehren und freute sich die folgenden Tage über das unkomplizierte Gehen – selbst über spiegelglattes Gletschereis. Aber nicht nur der Fotograf, sondern auch die Kamera sollte auf standfesten und sicheren Beinen stehen. Die eingesetzten Rollei Lion Rock Outdoorstative der Mark II Generation verfügen über speziell abgewinkelte Spikes aus Spezialstahl, die sich im perfekten 90°-Winkel in Eis, Schnee und Felsen bohren.

Tipp 2 - Spikes nicht vergessen

Tipp Nr. 3: Kamera-Akkus gehören an den Körper

Der dritte Tipp erscheint auf den ersten "Blick" vielleicht manchem erfahrenen Outdoor-Fotografen zu banal oder sogar als "alter Hut". Nichtsdestotrotz gerät man bei Missachtung schnell in die unangenehme Situation, dass man an der Traum-Location beim perfekten Wetter und exakt ausgerichtetem Stativ mit Müh' und Not vielleicht noch ein oder zwei Bilder schießen kann – bevor sich die sehr kälteempfindlichen Akkus in den vorübergehenden Winterschlaf verabschieden.

Thomas Güttler musste während der Nordpolarreise auch einmal selbst diese wirklich unangenehme und vermeidbare Erfahrung machen – und transportierte dann alle Akkus in der Tasche der Kleidung, die er unter dem Overall trug.

Extra-Tipp: Die sehr empfindliche Kamera sollte nach dem Shooting ebenfalls so schnell wie möglich wieder in der schützenden Kameratasche oder im Foto-Rucksack verstaut werden. Das Team hatte erwartungsgemäß passende Rollei-Modelle mit dabei – die sich dann im harten Nordpolar-Einsatz durchweg bewährt haben.

Tipp 3 - Kamera-Akkus

Tipp Nr. 4: der Kamera Zeit zum Akklimatisieren lassen

Sie haben Ihre Kamera – gemäß Tipp Nr. 3 – unmittelbar nach der Aufnahme (und idealerweise auch während längerer Pausen in der Kälte) vorbildlich in Ihren gut gepolsterten Kamerarucksack gepackt. Nun kommen Sie nach einer mehr oder weniger langen Rückfahrt wieder in die geheizte "Basisstation" zurück.

Machen Sie jetzt bitte nicht den Fehler, Ihre Fotoausrüstung direkt auszupacken und mit ihr ausgiebig "herumzuhantieren". Sie sollten maximal und sehr zügig den Akku wechseln und die Speicherkarte entfernen – und dann die Kamera wieder im Transportbehältnis verstauen. Nach ein paar Stunden hat sich Ihre Fotoausrüstung dann entsprechend akklimatisiert. Sie brauchen nun nicht mehr zu befürchten, dass Optiken beschlagen oder Feuchtigkeitsschäden durch Kondenswasser-Bildung entstehen.

Tipp 4 – der Kamera Zeit zum Akklimatisieren lassen

Fazit

Wir hoffen, das wir Ihnen mit diesem "Goodie" zumindest ein oder zwei hilfreiche Tipps geben und Sie motivieren konnten, auch bei eher unangenehmen Außentemperaturen Ihre Shooting-Ideen anzugehen. Diese kurze Tipps-Sammlung erhebt natürlich kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Vielmehr möchten wir gerne Ihre eigenen Tipps und Tricks kennenlernen und in der Community teilen – wie lauten Ihre persönlichen Insider-Tipps, um selbst bei klirrender Kälte wirklich beeindruckende Fotos zu schießen?

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Fotograf: Thomas Güttler

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