TÜV-Bericht

TÜV Rheinland Group
Bericht Nr. 155XS0099-00
Gegenstand : Belastungsversuche auf Kamerahalterungen
Thema : Vergleichstest
Auftraggeber : Tormaxx GmbH, 41199 Mönchengladbach /
Rollei GmbH & Co. KG, 22419 Hamburg

Dokumentation über die Durchführung von Belastungsversuchen auf Halterungen zur Befestigung von Kameras auf Schutzhelmen

Dieser Bericht dient nur zur Dokumentation von Prüfergebnissen und stellt kein rechtsverbindliches Prüfzeugnis dar

1. Einleitung
Auf Wunsch des Auftraggebers hat die TÜV Rheinland Kraftfahrt GmbH vergleichen-de Belastungsversuche mit verschiedenen Halterungen zur Befestigung von Kameras auf Schutzhelmen als Witness-Tests durchgeführt.
Ziel der Prüfung war es, das Verhalten des Prüfhelmes unter den unter Punkt 2. be-schriebenen Prüfungen bei Rollei und GoPro Halterungen zu vergleichen.
Weiterhin wurde die Montage der Prüfmuster durchgeführt und beurteilt.

1.1. Name und Anschrift der Auftraggeber:

Tormaxx GmbH
Oppelner Straße 23
41199 Mönchengladbach

und

Rollei GmbH & Co. KG
Tarpen 40
22419 Hamburg

1.2. Name und Anschrift des Prüflabors in dem die Prüfungen durchgeführt wurden:

PlusFormat GmbH
Oppelner Straße 23
41199 Mönchengladbach

2. Prüfungen

2.1. Beschreibung der Prüfungen und deren Grundlagen

2.1.1. Aufprall von Vorne

Prinzip:
Die Prüfung soll den Anprall eines Astes an eine auf einem Schutzhelm befestigte Kamera simulieren. Dies kann z. B. bei Fahrten mit einem Mountain-Bike im Wald auftreten. Weicht die Kamera in diesem Fall nicht aus, besteht die Gefahr, dass durch den Anprall eines Astes an die weit über den Helm hinausragende Kamera der Kopf des Helmträgers schlagartig nach hinten in eine Rotationsbewegung versetzt wird, was zu schweren bis tödlichen Verletzungen führen kann.

Prüfung:
Durch einen Aufschlag auf das auf einem Helm an einem Halter befestigte Kame-ragehäuse wird auf den drehbar gelagerten Helm ein Drehimpuls ausgeübt. Der Auf-schlag wird durch einen von einem Federkatapult angetriebenen, linear geführten Prüfschlitten erzeugt, an dem ein Holzstab befestigt ist. Die Drehbewegung wird von einer High-Speed-Kamera aufgezeichnet.

 

Prüfeinrichtung:
Die Prüfeinrichtung besteht aus einem von einem Federkatapult angetriebenen, linear geführten Prüfschlitten, an dem ein Holzstab (Durchmesser 40 mm) befestigt ist. Am Ende der Schlittenbahn ist ein Helm auf einer drehbaren Platte befestigt, auf dem die Kamera (iSHOXS Cube HD Actioncam) mittels verschiedener Halter befestigt wird. Das Drehgelenk der Platte, auf der der Helm befestigt ist, soll den Hals eines Men-schen simulieren und besteht aus zwei Gummi-Metall-Puffern.

Die über die Laufstrecke gemittelte Geschwindigkeit des Schlittens beträgt 14,5 km/h
Zur Auslenkung des Kopfes aus der Ruheposition ist eine anfängliche Kraft von 10 N erforderlich.

Durch eine am Helm befestigte Skala ist es über eine Auswertung des Videos mög-lich, die maximale Rotation des Helmes und damit des Kopfes zu bestimmen.

Details zur Prüfeinrichtung siehe Anlage 2

 

2.1.2. Seitlicher Anprall
Prinzip, Prüfung und Prüfeinrichtung entsprechend den Angaben unter 2.1.1. (Prüfung von vorne), jedoch ist der Prüfhelm um 90 Grad versetzt auf der Platte aufgebaut

2.1.3. Abzugsversuch
Für die Abzugsversuche wird der Halter auf einer ebenen starren Platte auf einer Werkstoffprüfmaschine (Zugprüfmaschine) befestigt. Die Maschine zieht am Kame-ragehäuse rechtwinklig zur Aufspannfläche.

2.1.4. Beurteilung der Montage der Halterung auf dem Helm
Die Beurteilung der Montage erfolgt subjektiv durch den Montierenden.

2.2. Prüfmuster
Test 1: GoPro 3M Montageplatte gebogen mit Schnellverschluss mit GoPro Schraube

 

Test 2: Rollei Safety Pad – iSHOXS-System mit Actioncam Halterung Basic mit 2K Drehknopf

3. Ergebnisse der Prüfungen

3.1 Aufprall von vorne
Versuch 1: GoPro 3M Montageplatte gebogen

Maximaler Drehwinkel


Versuch 2: Rollei Safety Pad – iSHOXS-System

Maximaler Drehwinkel

3.2 Seitlicher Anprallversuch

Versuch 1: GoPro 3M Montageplatte gebogen

Maximaler Drehwinkel

Kamera bleibt am Helm fest in ihrer Halterung

Versuch 2: Rollei Safety Pad – iSHOXS-System

Maximaler Drehwinkel

Kamera wird aus Halterung heraus gestoßen

3.3 Abzugsversuch
Versuch 1: GoPro 3M: Abzugskraft = 1125,8 N
Versuch 2: Rollei Safety Pad: Abzugskraft = 429,3 N
Messschriebe siehe Anlage 1

3.4 Beurteilung der Montage der Halterung auf dem Helm
Versuch 1: GoPro 3M Montageplatte gebogen mit Schnellverschluss mit GoPro Schraube:
Die Befestigungsschraube kann von Hand nicht so fest angezogen wer-den, dass der Halter sich nicht mehr von Hand verdrehen lässt.
Versuch 2: Rollei Safety Pad – iSHOXS-System mit Actioncam Halterung mit 2K Drehknopf:
Die Befestigungsschraube kann von Hand leicht so fest angezogen wer-den, dass der Halter sich von Hand nicht mehr verdrehen lässt.

4. Zusammenfassung
Aufgrund der angewendeten Verfahren ist sichergestellt, dass die Messgenauigkeit für vergleichende Prüfungen ausreichend ist.
Der Vergleichstest erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist nicht rechtsverbindlich.

Die Ergebnisse der drei Vergleichversuche zeigen, dass
- die Auslenkung des Kopfes bei der Rollei Safety Pad – iSHOXS-System sowohl beim Anprall von vorne alsauch beim seitlichen Anprall wesentlich geringer ist
- die Abzugskraft der Kamera bei dem Rollei Safety Pad – iSHOXS-System we-sentlich geringer ist
- die feste Justierung der Kamera bei Rollei Safety Pad – iSHOXS-System mit Ac-tioncam Halterung Basic mit 2K Drehknopf wesentlich einfacher ist

5. Anlagen
1 Prüfergebnisse der Abzugsversuche
2 Details Prüfeinrichtung Anschlagversuch
Der Bericht umfasst einschließlich der unter Punkt 5 gelisteten Anlagen die Seiten 1 bis 15 und darf ohne schriftliche Genehmigung des Prüflaboratoriums nicht auszugsweise wieder-gegeben oder vervielfältigt werden.

 

Köln, den 18.08.2015
rg/pc

Dipl.-Ing. Rudolf Gerlach

 

Prüfergebnisse der Abzugsversuche

 

Versuch 1: Prüfobjekt GoPro 3M Montageplatte

Versuch 2: Prüfobjekt Rollei Safety Pad Montageplatte

 

Details Prüfeinrichtung Anschlagversuch

Katapult

Prüfhelm

Spezifikation Gummi-Metall-Puffer Typ C Artikel Nr. 300029